{"id":12496,"date":"2025-02-21T09:02:48","date_gmt":"2025-02-21T08:02:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/mehr-praevention-gegen-feminizide-warum-das-gewalthilfegesetz-zu-kurz-greift\/"},"modified":"2025-02-21T09:02:48","modified_gmt":"2025-02-21T08:02:48","slug":"mehr-praevention-gegen-feminizide-warum-das-gewalthilfegesetz-zu-kurz-greift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2025\/02\/21\/mehr-praevention-gegen-feminizide-warum-das-gewalthilfegesetz-zu-kurz-greift\/","title":{"rendered":"Mehr Pr\u00e4vention gegen Femi(ni)zide: Warum das Gewalthilfegesetz zu kurz greift"},"content":{"rendered":"<p><em>Triggerwarnung: Der folgende Blogbeitrag behandelt geschlechtsspezifische Gewalt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt und die daraus resultierenden Debatten r\u00fccken zunehmend in den Fokus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung. F\u00e4lle wie der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/prozess-pelicot-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prozess um die Taten gegen Gis\u00e8le Pelicot<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/indien-vergewaltigung-aerzte-proteste-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Massenvergewaltigung und Ermordung <\/a>einer indischen \u00c4rztin, der <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/c8xpqvz0e88o\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinsame Suizid von Frauen im Sudan<\/a> zum Schutz vor weiteren Vergewaltigungen, die <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/kriminalitaet\/cheptegei-olympia-teilnehmerin-brandanschlag-tod-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ermordung der Olympionikin Rebecca Cheptegei<\/a> durch ihren Ex-Partner oder das internationale <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr\/telegram-ko-tropfen-vergewaltigung-netzwerk-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vergewaltiger-Netzwerk<\/a> in Telegramgruppen verdeutlichen das globale und hohe Ausma\u00df geschlechtsspezifischer Gewalt. Auch in Deutschland spiegelt sich dies wider. Das <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Kurzmeldungen\/DE\/Kurzmeldungen\/241119_BLBStraftatengegenFrauen2023.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BKA-Lagebild<\/a> zu geschlechtspezifischer Gewalt gegen Frauen in Deutschland im Jahr 2024 zeigt alarmierende Zahlen: \u201eFast jeden Tag ein Femizid in Deutschland\u201c.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Doch bereits der Titel des Lagebilds wirft Fragen auf, denn in den Vorbemerkungen des Berichts wird klar, dass die Begriffe geschlechtsspezifische und geschlechtsbezogene Gewalt vermischt werden. Geschlechtsbezogene Gewalt hebt das Motiv der Gewalt hervor, etwa Misogynie oder Queerfeindlichkeit. Geschlechtsspezifisch beschreibt hingegen, <i>wie<\/i> sich die Gewalt \u00e4u\u00dfert. Damit ist etwa sexualisierte Gewalt gemeint, aber auch erzwungene Sterilisationen oder Abtreibungen und Foltermethoden, die sich gegen die Genitalien richten. Der Definition des <a href=\"https:\/\/www.ecchr.eu\/glossar\/geschlechtsbezogene-gewalt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">European Center for Constitutional and Human Rights<\/a> zufolge bezieht sich der Begriff geschlechtsbezogene Gewalt dabei nicht nur auf das biologische und soziale Geschlecht, sondern umfasst auch systemische Gewalt wie heteronormative Geschlechterhierarchien. Heteronormativit\u00e4t meint dabei die Positionierung von <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/gender-diversitaet\/geschlechtliche-vielfalt-trans\/500928\/heteronormativitaet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heterosexualit\u00e4t als gesellschaftliche Norm<\/a>.<\/p>\n<p>Zwar suggeriert der Titel des BKA-Lageberichts, dass die Tatmotivation erfasst wurde, doch die Daten zu T\u00f6tungsdelikten an Frauen basieren auf der Polizeilichen Kriminalstatistik, die keine \u201etatausl\u00f6sende[n] Motive\u201c erhebt. Dadurch werden diese F\u00e4lle nicht als politisch motivierte Kriminalit\u00e4t erfasst und es tauchen nur 29 F\u00e4lle von Gewalt mit explizit frauenfeindlichem Motiv in der Statistik auf. Wird durch die l\u00fcckenhafte Datenlage einerseits das Problem verharmlost, ergibt sich durch die Vermischung von Formen und Ursachen der Gewalt eine analytische Unsch\u00e4rfe.<\/p>\n<h2><b>Begriffliche Unsch\u00e4rfe und Cisnormativit\u00e4t: L\u00fccken im Lagebericht<\/b><\/h2>\n<p>Diese Unsch\u00e4rfe erstreckt sich auch auf Queerfeindlichkeit, die durch eine konzeptionelle Verengung nicht erfasst und somit aus dem Diskurs \u00fcber geschlechtsbezogene und -spezifische Gewalt ausgeschlossen wird. Das BKA definiert geschlechtsspezifische Gewalt als \u201eStraftaten der Hasskriminalit\u00e4t, welche aufgrund einer von Vorurteilen gegen Frauen oder das weibliche Geschlecht geleiteten Tatmotivation heraus begangen werden\u201d. Damit wird ein cisgeschlechtlicher Frauenbegriff vorausgesetzt, ohne diesen zu operationalisieren oder gar zu problematisieren. Cisnormativit\u00e4t meint dabei die Machtstruktur, in der die Identifikation mit dem eigenen biologischen Geschlecht\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.gender-nrw.de\/cis-gender\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Cis-gender)<\/a>, sowie bin\u00e4re (Mann\/Frau) Geschlechtszuschreibungen als Norm gesetzt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/abs\/10.1177\/1088767911424541\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissenschaftliche Studien<\/a> belegen den Befund des BKA, dass die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Opfer weiblich ist und zeigen, dass das Risiko, vom Partner get\u00f6tet zu werden, f\u00fcr Frauen nach einer Trennung erheblich ansteigt. Darin \u00e4u\u00dfert sich ein <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/2695883\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kontrollverlust<\/a> der T\u00e4ter, der auf patriarchale Besitzanspr\u00fcche zur\u00fcckgeht. Das Auftreten von Gewalt muss daher strukturell analysiert werden. Gewaltstrukturen unterliegen Machtasymmetrien. Macht- und Herrschaftsasymmetrien sowie sozio-\u00f6konomische Unsicherheit verst\u00e4rken das Risiko der Gewaltbetroffenheit, insbesondere f\u00fcr marginalisierte Gruppen wie FLINTA-Personen, also Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-bin\u00e4re, trans Personen und agender Personen, oder rassifizierte Menschen. Trotz der Unsch\u00e4rfen legt das BKA-Lagebild also offen, dass in Deutschland ein deutliches Problem mit patriarchaler Gewalt herrscht: Bestand oder besteht zwischen Opfern und Tatverd\u00e4chtigen eine Partnerschaft, waren die Tatverd\u00e4chtigen bei allen F\u00e4llen geschlechtsspezifischer Gewalt in 94 % m\u00e4nnlich. In der Kategorie der politischen Straftaten, also bei geschlechtsbezogener Gewalt, waren die Tatverd\u00e4chtigen in rund 93 % der F\u00e4lle m\u00e4nnlich.<\/p>\n<h2><b>Patriarchale Gewalt und die Grenzen des Gewalthilfegesetzes<\/b><\/h2>\n<p>Das im Februar verabschiedete <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/bundesregierung\/gesetzesvorhaben\/gewalthilfegesetz-2321756\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gewalthilfegesetz<\/a> m\u00f6chte dem entgegenwirken, indem es einen kostenfreien Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung f\u00fcr gewaltbetroffene Frauen gesetzlich verankert. Um den damit notwendigen Ausbau von Schutz- und Beratungsstellen zu gew\u00e4hrleisten, soll der Bund zwischen 2027 und 2026 2,6 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Das Gesetz greift jedoch zu kurz. Um die strukturellen Ursachen zu bek\u00e4mpfen, reicht es nicht aus, den Zugang zu Schutz- und Beratungseinrichtungen zu vereinfachen. Der Schutz bei akuter Gefahr muss zwingend um ein Konzept zur Pr\u00e4vention von Gewalt erg\u00e4nzt werden, um Strukturen, die zur Gewaltaus\u00fcbung f\u00fchren, entgegenzuwirken. Besonders problematisch ist au\u00dferdem, dass der im Gesetz festgelegte Rechtsanspruch nicht f\u00fcr alle Betroffenen gilt. Obwohl die Istanbul-Konvention voraussetzt,\u00a0 Geschlecht <a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/aktuelles\/detail\/menschenrechtsinstitut-begruesst-gewalthilfegesetz-sieht-aber-weiteren-handlungsbedarf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nicht ausschlie\u00dflich biologisch zu verstehen<\/a>, sind trans, intergeschlechtliche und non-bin\u00e4re Personen davon nicht erfasst. Auch die <a href=\"https:\/\/www.damigra.de\/meldungen\/diskriminierung-beim-zugang-zu-schutzraeumen-gewalthilfegesetz-laesst-frauen-mit-prekaerem-aufenthaltsstatus-im-stich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">spezifischen H\u00fcrden<\/a> f\u00fcr gefl\u00fcchtete Personen finden keine Ber\u00fccksichtigung.<\/p>\n<p>Zudem geht es nicht nur darum, Betroffene vor akuter Gewalt zu sch\u00fctzen, denn dies dr\u00e4ngt sie in eine Opferposition und l\u00e4sst ihre Selbstwirksamkeit in den Hintergrund r\u00fccken. Damit wird erneut ein Machtungleichgewicht geschaffen. Vielmehr muss auf gesamtgesellschaftlicher Ebene angesetzt werden, um geschlechtsbezogener Gewalt vorzubeugen und sie bereits in ihrer Entstehung zu verhindern. Dazu muss auf die Ver\u00e4nderung von Einstellungen gezielt werden, etwa durch gewaltpr\u00e4ventive Bildungsarbeit an Schulen sowie durch Weiterbildung und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen, Journalist*innen oder Kommunalpolitiker*innen. Ein Ansatz w\u00e4ren <a href=\"https:\/\/lks.hessen.de\/sites\/lks.hessen.de\/files\/2022-05\/praesentation_markus_arent.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">institutions\u00fcbergreifende Fallkonferenzen <\/a>wie sie bereits\u00a0 in Rheinland-Pfalz praktiziert werden. Hier finden monatliche Treffen\u00a0 zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Interventionsstellen, Frauenh\u00e4usern und T\u00e4terarbeitseinrichtungen statt, die durch moderierte Besprechungen in konkret auf die F\u00e4lle zugeschnittene Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne m\u00fcnden.<\/p>\n<p>Das Gewalthilfegesetz ist zudem nur reaktiv gedacht. Notwendig ist ein Fokus auf die Ursachen von T\u00e4ter*innenschaft sowie auf das gesamte Kontinuum von Gewalt. Auch Betroffene verbaler und psychischer Gewalt ben\u00f6tigen besseren Zugang zu Beratungs- und Schutzeinrichtungen. Dar\u00fcber hinaus sollten die strafrechtliche Verfolgung geschlechtsbezogener und -spezifischer Gewalt verst\u00e4rkt und staatliche Meldestellen eingerichtet werden.<\/p>\n<p>Um die Ursachen geschlechtsbezogener Gewalt fr\u00fchzeitig zu adressieren, muss der dem Gewalthilfegesetz zugrundeliegende krisenbehaftete Schutzbegriff durch einen pr\u00e4ventiven, feministischen Schutzbegriff ersetzt werden. Statt patriarchale Gewalt nur als individuelles Ph\u00e4nomen zu betrachten, zeigt sich im feministischen Schutzbegriff ein Perspektivwechsel, der gesellschaftliche Machtverh\u00e4ltnisse mitdenkt. Daran schlie\u00dft auch das Konzept des <a href=\"https:\/\/womensaid.scot\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/ESiP-Continuum-of-Violence.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eKontinuums der Gewalt\u201d von Liz Kelly <\/a>an. Kelly argumentiert, dass die Gewalt nicht isoliert betrachtet werden sollte, sondern auf einem Kontinuum verortet ist. Zu diesem geh\u00f6ren auch psychische Gewalt, misogyne Witze oder sexuelle Bel\u00e4stigung, die h\u00e4ufig keiner Sanktionierung \u2013 weder gesellschaftlich noch strafrechtlich \u2013 unterliegen.<\/p>\n<h2><b>Femi(ni)zid: Ein feministischer Begriff f\u00fcr strukturelle Gewalt<\/b><\/h2>\n<p>Um \u00fcber Symptombek\u00e4mpfung hinauszugehen, braucht es deshalb eine Debatte zu Ursachen struktureller Gewalt. Dazu z\u00e4hlt auch die Verwendung der treffenden Begriffe, sei es bei der Unterscheidung zwischen geschlechtsbezogener und geschlechtsspezifischer Gewalt als auch der Benennung dieser in der medialen Berichterstattung. Dort werden immer wieder Formulierungen wie \u201eEifersuchtsdrama\u201d oder \u201eBeziehungstat\u201d <a href=\"https:\/\/genderequalitymedia.org\/femizide-die-keine-sein-sollen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">genutzt<\/a>, die die Taten verharmlosen und gesellschaftliche Ursachen verschleiern. Auff\u00e4llig ist zudem, dass der Begriff \u201eMord\u201d h\u00e4ufig nur als <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11614-016-0237-3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reproduktion von antimuslimischem Rassismus im Begriff \u201eEhrenmord\u201d<\/a> auftaucht.<\/p>\n<p>Feministische Organisationen fordern daher, die Begriffe \u201eFemizid \u201coder \u201eFeminizid\u201c f\u00fcr geschlechtsbezogene T\u00f6tungen zu verwenden. Dieser geht auf Diane Russell und Jill Radford zur\u00fcck, die Femizide 1992 als \u201ethe misogynous killing of women by men\u201d <a href=\"https:\/\/www.dianarussell.com\/f\/femicde%28small%29.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">definierten<\/a>. Marcela Lagarde y de los R\u00edos pr\u00e4gte dann den Begriff \u201eFeminizid\u201d, um das Motiv der geschlechtsbezogenen T\u00f6tung sowie der Verantwortung des Staates st\u00e4rker hervorzuheben. Gleichzeitig kann damit in Abgrenzung zu Russells Begriffsverst\u00e4ndnis sichtbar gemacht werden, dass sich patriarchale Gewalt nicht nur in heterosexuellen Beziehungen und zwischen cisgeschlechtlichen Personen \u00e4u\u00dfert. Das <a href=\"https:\/\/www.verbrecherverlag.de\/autor_innen\/biwi-kefempom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autor*innenkollektiv Biwi Kefempom <\/a>differenziert zwischen einer theoretischen und einer politischen Dimension. Theoretisch zielt der Begriff \u201eFemi(ni)zid\u201c darauf ab, Morde an FLINTA-Personen als Gewaltformen zu begreifen, bei denen das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung eine zentrale Rolle spielen. Politisch verstehen sie die Verwendung des Begriffs als feministische Praxis, die auf die kritische Auseinandersetzung mit den patriarchalen und heteronormativen Strukturen abzielt. Der Begriff \u201eFemi(ni)zid\u201d durchbricht au\u00dferdem die T\u00e4ter-Opfer-Dichotomie (T\u00e4ter vs. Opfer), die das Narrativ von Einzelf\u00e4llen f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>In Deutschland wurde der Begriff \u201eFemizid\u201d <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/femizide-gewalt-frauen-kommentar-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2021 in den Duden<\/a> aufgenommen. Auch das BKA verwendet ihn in seinem <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Publikationen\/JahresberichteUndLagebilder\/StraftatenGegenFrauen\/StraftatengegenFrauenBLB2023.html?nn=237578\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lagebild<\/a>, weist aber darauf hin, dass eine einheitliche Definition fehlt und die Motive f\u00fcr T\u00f6tungsdelikte nicht erfasst werden. Dadurch bleibt unklar, welche T\u00f6tungsdelikte an Frauen als geschlechtsbezogene Gewalt einzuordnen sind. Durch die Differenzierung in Opfer- und T\u00e4tergruppen kann daher zwar das Ausma\u00df geschlechtsspezifischer Gewalt erfasst werden, eine Analyse der Ursachen fehlt jedoch. Es bleibt daher auch unklar, wie man die Zielvorgabe, die Entwicklung von Femiziden zu beobachten und \u201ederen politische Tathintergru\u0308nde zu erkennen und aufzukl\u00e4ren\u201d, erreichen m\u00f6chte.<\/p>\n<h2><b><\/b><b>Datenerfassung und ihre Grenzen<\/b><\/h2>\n<p>Ein weiteres Hindernis ist die Datenerfassung. Das liegt nicht nur an der Diversit\u00e4t der Gewaltformen, sondern auch an den Kontexten der Gewalt. Besonders bei partnerschaftlicher Gewalt schweigen Betroffene oft aus Angst vor weiteren \u00dcbergriffen. Dadurch bleibt die Dunkelziffer hoch, w\u00e4hrend viele Formen von Gewalt in patriarchal gepr\u00e4gten Strukturen unsichtbar bleiben.<\/p>\n<p>Der Vergleich mit anderen EU-L\u00e4ndern zeigt, dass die Ursachen geschlechtsbezogener Gewalt durch die Erfassung von Fallzahlen nur schwer zu greifen sind. <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/sites\/default\/files\/fra_uploads\/eu-gender_based_violence_survey_key_results.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die verf\u00fcgbaren Daten <\/a>weisen erhebliche Unterschiede in der Anzahl der F\u00e4lle geschlechtsspezifischer Gewalt auf. So liegt der Anteil von Frauen, die physische oder sexualisierte Gewalt erfahren haben, in Finnland und Schweden bei \u00fcber 50 %, w\u00e4hrend er in Bulgarien und Polen bei unter 20 % liegt. Deutschland liegt mit 25,6 % knapp unter dem EU-Durchschnitt (30,7 %). Diese Unterschiede werfen Fragen zur Datenerfassung, gesellschaftlichen Normen und Meldebereitschaft auf.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist das sogenannte \u201eNordic Paradox\u201d: Die Forschungsliteratur bezeichnet damit den scheinbar widerspr\u00fcchlichen Befund von hoher gesellschaftlicher Gleichstellung bei gleichzeitig hohen Fallzahlen geschlechtsspezifischer Gewalt in skandinavischen L\u00e4ndern. Eine Erkl\u00e4rung k\u00f6nnte sein, dass Frauen in diesen L\u00e4ndern aufgrund besserer sozialer Absicherungen<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00038-020-01457-5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> h\u00e4ufiger Gewaltbeziehungen verlassen<\/a>, wodurch mehr F\u00e4lle von Intimpartnergewalt dokumentiert werden. Ein weiterer Erkl\u00e4rungsansatz ist der sogenannte <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/pdf\/10.1080\/08974454.2021.1905588\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eBacklash-Effekt\u201c<\/a>, der argumentiert, dass M\u00e4nner auf den Gleichstellungsfortschritt mit verst\u00e4rkter Gewalt reagieren, um bisherige Machtpositionen zu bewahren. Zudem k\u00f6nnte es an einem Missverh\u00e4ltnis zwischen gesellschaftlichen Gleichstellungsnormen und individuellen Einstellungen in Beziehungen liegen. Das \u201eNordic Paradox\u201d zeigt, dass formale Gleichstellung nicht ausreicht \u2013 es braucht kulturelle und institutionelle Ver\u00e4nderungen, um Gewalt nachhaltig zu reduzieren und dieser pr\u00e4ventiv zu begegnen.<\/p>\n<h2><b>Ausblick<\/b><\/h2>\n<p>Der im Gewalthilfegesetz angelegte Rechtsanspruch bietet eine wichtige Grundlage, um Zugang zu Schutz- und Beratungsstellen juristisch durchzusetzen. Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit entsprechender finanzieller Mittel in den Haushalten von Bund und L\u00e4ndern. Dennoch bleiben Schwachstellen: Der Rechtsanspruch muss auf FLINTA-Personen ausgeweitet sowie der Zugang zu Schutzstrukturen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.damigra.de\/meldungen\/diskriminierung-beim-zugang-zu-schutzraeumen-gewalthilfegesetz-laesst-frauen-mit-prekaerem-aufenthaltsstatus-im-stich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gefl\u00fcchtete Betroffene<\/a> verbessert werden, um bestehende Gewaltstrukturen nicht zu reproduzieren. Zudem m\u00fcssen strukturelle Barrieren wie finanzielle Abh\u00e4ngigkeiten als Hindernisse f\u00fcr den Zugang zu Schutzangeboten anerkannt und abgebaut werden.<\/p>\n<p>Zugleich m\u00fcssen Machtasymmetrien, die Gewalt beg\u00fcnstigen, bek\u00e4mpft werden, zum Beispiel durch einen Entgeltersatzleistungen bei ungerechter Verteilung von Sorgearbeit und Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung von Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt von FLINTA- sowie rassifizierten Personen. Im weiteren Sinne geh\u00f6ren dazu aber auch die Erh\u00f6hung des Mindestlohnniveaus, wirksame Entgeltgleichheit und die<a href=\"https:\/\/www.frauenrat.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DF-Wahlforderungen_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> bessere Absicherung von Minijobs<\/a>. Mit Blick auf das Kontinuum der Gewalt muss auch eine Ver\u00e4nderung des Diskurses stattfinden: Misogyne und queerfeindliche Sprache d\u00fcrfen nicht geduldet werden. Gerade in den <a href=\"https:\/\/hateaid.org\/politische-forderungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sozialen Netzwerken<\/a> m\u00fcssen gesetzliche Vorgaben Plattformbetreiber zur Verantwortung ziehen, L\u00fccken im Strafrecht geschlossen und mehr Anlaufstellen f\u00fcr Betroffene von digitaler Gewalt geschaffen werden. Wie die <a href=\"https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/der-geschlechterkampf-von-rechts-ist-eine-bedrohung-fuer-die-demokratie-67449\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amadeu-Antonio-Stiftung<\/a> aufzeigt, gibt es bisher kein Lagebild zu antifeministischen und\u00a0 sexistischen An- und \u00dcbergriffen. Auch offline braucht es ein Monitoring von Sexismus und Queerfeindlichkeit. Statistiken zu geschlechtsspezifischer Gewalt sollten daher um Studien zu geschlechtsbezogener Gewalt und ihrer Motivation erg\u00e4nzt werden. Zuk\u00fcnftige Lageberichte sollten nicht nur Fallzahlen und T\u00e4terprofile abbilden, sondern auch strukturelle Ursachen untersuchen und gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge innerhalb der Gewaltbetroffenheit von FLINTA-Personen sichtbar machen. Dies beinhaltet auch, Femi(ni)zide im Kontext eines weitreichenden Frauen*begriffes zu betrachten und sie \u00fcber heterosexuelle Partnerschaften hinaus zu denken. Nur so kann ein langfristiger Wandel hin zu einer gleichberechtigteren und gewaltfreieren Gesellschaft erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt und die daraus resultierenden Debatten r\u00fccken zunehmend in den Fokus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung. F\u00e4lle wie der Prozess um die Taten gegen Gis\u00e8le Pelicot, die Massenvergewaltigung und Ermordung einer indischen \u00c4rztin, der gemeinsame Suizid von Frauen im Sudan zum Schutz vor weiteren Vergewaltigungen, die Ermordung der Olympionikin Rebecca Cheptegei durch ihren Ex-Partner oder das internationale Vergewaltiger-Netzwerk in Telegramgruppen verdeutlichen das globale und hohe Ausma\u00df geschlechtsspezifischer Gewalt. Auch in Deutschland spiegelt sich dies wider. Das BKA-Lagebild zu geschlechtspezifischer Gewalt gegen Frauen in Deutschland im Jahr 2024 zeigt alarmierende Zahlen: \u201eFast jeden Tag ein Femizid in Deutschland\u201c.\u00a0<br \/>\nTW: geschlechtsspezifische Gewalt<\/p>\n","protected":false},"author":344,"featured_media":12272,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1141,1091],"tags":[1192,1177,1202,1203,1195],"coauthors":[795,990],"class_list":["post-12496","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutsch-en","category-feminist-peace-research","tag-discrimination","tag-feminism","tag-gleichberechtigung-en","tag-hate-crime","tag-violence"],"acf":[],"views":513,"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Mehr Pr\u00e4vention gegen Femi(ni)zide: Warum das Gewalthilfegesetz zu kurz greift - PRIF BLOG<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2025\/02\/21\/mehr-praevention-gegen-feminizide-warum-das-gewalthilfegesetz-zu-kurz-greift\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Mehr Pr\u00e4vention gegen Femi(ni)zide: Warum das Gewalthilfegesetz zu kurz greift - PRIF BLOG\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt und die daraus resultierenden Debatten r\u00fccken zunehmend in den Fokus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung. 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