{"id":12579,"date":"2025-01-15T13:38:14","date_gmt":"2025-01-15T12:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/frieden-oder-sicherheit-fuer-ein-mehr-in-den-oeffentlichen-debatten-ueber-den-ukraine-krieg\/"},"modified":"2025-01-15T13:38:14","modified_gmt":"2025-01-15T12:38:14","slug":"frieden-oder-sicherheit-fuer-ein-mehr-in-den-oeffentlichen-debatten-ueber-den-ukraine-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2025\/01\/15\/frieden-oder-sicherheit-fuer-ein-mehr-in-den-oeffentlichen-debatten-ueber-den-ukraine-krieg\/","title":{"rendered":"Frieden oder Sicherheit? F\u00fcr ein \u201eMehr\u201c in den \u00f6ffentlichen Debatten \u00fcber den Ukraine-Krieg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Man kommt um den Frieden nicht herum, wenn man sich mit dem Krieg auseinandersetzt. Das ist vor allem mit Blick auf die wenig produktive Polarisierung zwischen sogenannten \u201eKriegstreibern\u201c und \u201eFriedenstr\u00e4umern\u201c in der bundesrepublikanischen Diskurslandschaft notwendig. Die Polarisierung engt den Diskurs auf Sicherheit und Kriegst\u00fcchtigkeit ein. \u201eSicherheit\u201c und \u201eFrieden\u201c schlie\u00dfen einander aber nicht aus. Wir pl\u00e4dieren entsprechend f\u00fcr ein \u201eMehr\u201c in den \u00f6ffentlichen Debatten \u00fcber den Ukraine-Krieg, das den Friedensbegriff wieder ins Zentrum der Debatten um eine zuk\u00fcnftige europ\u00e4ische Ordnung stellt. Kurzum: Politik und Wissenschaft m\u00fcssen gerade in den Debatten \u00fcber den Krieg auch mehr \u00fcber den Frieden nachdenken. <\/strong><\/p>\n<p>Vor der Zukunft des Friedens liegt die Gegenwart des Krieges. M\u00fcssen wir den Krieg verstehen, bevor wir uns dem Frieden zuwenden? Das scheint logisch. Aber ist es auch praktisch? Welchen Krieg m\u00fcssen wir verstehen \u2013 \u201eden\u201c Krieg an sich als Erscheinungsform menschlichen Tuns, oder einen speziellen Krieg, der Anlass bietet, diese Fragen zu stellen? Nat\u00fcrlich beides. Der Versuch, genau das mit Blick auf den Ukraine-Krieg zu tun, zeigt, dass unser Verst\u00e4ndnis des Krieges als solchem in unser Verst\u00e4ndnis dessen eingeht, wie mit dem Ukraine-Konflikt umzugehen sei. Grob vereinfacht: Die Realisten setzen in Erwartung weiterer Kriege auf St\u00e4rkung der Kriegst\u00fcchtigkeit als Voraussetzung f\u00fcr Verhandlungen; die Pazifisten auf Verhandlungen als bedingungslose Alternative zu einer erneuten weltweiten Aufr\u00fcstung und immer neuen Kriegen; die populistischen Darwinisten auf die Ausnutzung der sich ausbreitenden Verwirrung f\u00fcr die St\u00e4rkung ihrer innenpolitischen Durchsetzungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Was ist zu tun? Wir pl\u00e4dieren f\u00fcr ein vertieftes Nachdenken \u00fcber uns selbst als Zeitzeugen*innen des Krieges anstelle von noch mehr opportunistischem Geschrei. Das bedeutet aus unserer Sicht: Auch und gerade in Zeiten immer neuer Kriege m\u00fcssen wir \u00fcber Friedensperspektiven nachdenken und den Begriff des \u201eFriedens\u201c damit in den Debatten \u00fcber den Krieg wieder st\u00e4rker reflektieren \u2013 um ihn jenen Wortf\u00fchrern streitig zu machen, die den Friedensbegriff f\u00fcr die eigene Politik zu instrumentalisieren suchen. Wir sind uns der Berechtigung des Einwandes bewusst, dass die Zeit f\u00fcr solches Nachdenken knapp ist und zu einem endlosen Hin und Her im Streit um die Logik des Krieges und die Logik des Friedens f\u00fchren kann. Aber wir sehen nichts Besseres, das man gegenw\u00e4rtig tun sollte oder kann.<\/p>\n<h2>Frieden denken in Zeiten des Krieges<\/h2>\n<p>Sp\u00e4testens mit der Invasion der Ukraine durch russische Truppen vor nun fast drei Jahren ist die Gegenwart des Krieges auch in Europa (erneut) sichtbar geworden. Obwohl es schon seit den 1990er Jahren durchaus Anzeichen einer imperialistischen Ausrichtung der russischen Au\u00dfenpolitik gab, hat der 24. Februar 2022 gro\u00dfe Teile der deutschen Politik, Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit v\u00f6llig unvorbereitet getroffen. Darauf verweist nicht zuletzt die <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-am-27-februar-2022-2008356\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eZeitenwende\u201c-Rede<\/a> von Olaf Scholz vom 27. Februar 2022. In ihr stellte der Bundeskanzler bekanntlich eine radikale Neuausrichtung der deutschen Verteidigungspolitik in Aussicht: \u201eWir werden deutlich mehr investieren m\u00fcssen in die Sicherheit unseres Landes, um auf diese Weise unsere Freiheit und unsere Demokratie zu sch\u00fctzen\u201c, so Scholz.<\/p>\n<p>Wie es um die von Scholz so genannte Zeitenwende drei Jahre sp\u00e4ter bestellt ist und welche politischen Implikationen sie im Konkreten hat, ist umstritten. Die rhetorische Figur der \u201eZeitenwende\u201c verweist auf eine <a href=\"https:\/\/www.frankfurter-hefte.de\/artikel\/vertrauensbildung-zwischen-feinden-3804\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diskursive Polarisierung<\/a> in den bundesrepublikanischen Debatten, die mit einem \u201eneuen\u201c Streben nach Verteidigungs- (also Kriegs-)T\u00fcchtigkeit auf der einen Seite, dem Vorwurf sich damit der Logik des Krieges zu verschreiben auf der anderen, verbunden ist. Dabei scheinen sowohl in den \u00f6ffentlichen als auch in den wissenschaftlichen Debatten die Ausrichtung des Denkens und Handelns in Richtung einer Agenda f\u00fcr Frieden wie auch der Begriff des \u201eFriedens\u201c selbst nahezu vollst\u00e4ndig aus dem Blickfeld verschwunden zu sein. Das mag unter dem Eindruck des Kriegsgeschehens erkl\u00e4rbar sein. Denn einerseits w\u00e4re man mit Blick auf den Gazakrieg, den Krieg im Sudan oder in Myanmar ja schon froh, wenn es zu einem Waffenstillstand k\u00e4me. Andererseits: Will man der Ukraine in ihrer v\u00f6lkerrechtlich verbrieften Selbstverteidigung beiseite stehen, muss man sie dazu politisch, \u00f6konomisch und <em>auch<\/em> milit\u00e4risch bef\u00e4higen. Das Recht auf Selbstverteidigung eines jeden souver\u00e4nen Staates nach Art. 51 der UN-Charta bliebe sonst ein Papiertiger.<\/p>\n<p>Es geht dabei um die Sicherheit der Ukraine ebenso wie um unsere eigene. Soll dies jedoch nicht eine allzeit bedrohte Sicherheit sein, verlangt Sicherheitspolitik nach immer neuen Anstrengungen zur Erhaltung und zum Ausbau von \u201eKriegst\u00fcchtigkeit\u201c. Das ist die Tragik der Sicherheitspolitik: Soweit es mit Aufr\u00fcstung verbunden ist, schafft das Streben nach Sicherheit immer neue Unsicherheiten.<\/p>\n<p>Es besteht ja auch weitgehend \u00dcbereinstimmung darin, dass es bei einer st\u00e4ndigen Fortschreibung der Waffenlieferungen an die Ukraine nicht bleiben kann. Jetzt und nicht sp\u00e4ter muss \u00fcber einen Ausweg aus der gegenw\u00e4rtigen Gewaltspirale nachgedacht werden \u2013 und damit \u00fcber Friedensperspektiven im Krieg. Denn die Abwesenheit des \u201eFriedens\u201c in der Sicherheitspolitik macht diese Politik perspektivlos und damit anf\u00e4llig f\u00fcr deren Umkippen in neue R\u00fcstungswettl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Die wenig produktive Polarisierung zwischen \u201eKriegstreibern\u201c und \u201eFriedenstr\u00e4umern\u201c in der bundesrepublikanischen Diskurslandschaft hat es in der Tat m\u00f6glich gemacht, dass das Thema Frieden von populistischen Parteien wie AfD und BSW gekapert wird, worauf Nicole Deitelhoff und Christopher Daase j\u00fcngst in ihrem <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutsche-politik-und-russlands-krieg-gegen-die-ukraine-wie-ein-frieden-mit-putin-gelingen-kann-a-4075eebe-6b50-4269-8441-cafc80d5875d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag f\u00fcr den Spiegel<\/a> (28.12.2024) aufmerksam gemacht haben. F\u00fcr Politik, \u00d6ffentlichkeit und Wissenschaft gilt es daher, den Friedensbegriff wieder ins Zentrum der Debatten um eine zuk\u00fcnftige europ\u00e4ische Ordnung zu stellen. Kurzum: Politik und Wissenschaft m\u00fcssen wieder mehr Frieden wagen!<\/p>\n<h2>Kriege verstehen oder den Frieden denken?! \u00dcber einen Scheinwiderspruch<\/h2>\n<p>In einer Zeit des Krieges mag es m\u00fc\u00dfig \u2013 oder naiv \u2013 erscheinen, \u00fcber den Frieden nachzudenken: Ist es nicht \u201ewichtiger, den Krieg zu verstehen, als sich dar\u00fcber zu streiten, was Friede ist oder sein soll?\u201c (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-322-97102-9_6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brock 2002: 95<\/a>) Daf\u00fcr pl\u00e4dieren \u201e(Neo-)Realisten\u201c in der Lehre der Internationalen Beziehungen. Der derzeit wohl gefragteste unter ihnen, Carlo Masala, analysiert in <a href=\"https:\/\/www.brandstaetterverlag.com\/buch\/warum-die-welt-keinen-frieden-findet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">seinem neuen Buch<\/a> (im R\u00fcckgriff auf den Neorealismus \u00e0 la Kenneth Waltz) Kriege als unaufhebbares Kennzeichen der internationalen Politik und sucht damit die Frage zu beantworten, \u201ewarum die Welt keinen Frieden findet.\u201c Masala schlie\u00dft sein Buch mit dem Pl\u00e4doyer, wer den Frieden wolle, m\u00fcsse mit dem Krieg nicht nur rechnen, sondern sich auch auf ihn vorbereiten (getreu dem alten r\u00f6mischen Sprichwort <em>si vis pacem, para bellum<\/em>). Kann und muss der Frieden da au\u00dfen vor bleiben, weil er sich bei hinreichender Kriegst\u00fcchtigkeit von selbst einstellt?<\/p>\n<p>Den Krieg zu verstehen, ist seit jeher eine zentrale Aufgabe der Friedens- und Konfliktforschung vor allem als Teil des Lehr- und Forschungsfeldes der <em>Internationalen Beziehungen<\/em> (IB). Die Besch\u00e4ftigung mit Krieg <em>oder<\/em> Frieden verweist aber nur scheinbar auf eine Alternative. Um Frieden erreichen zu k\u00f6nnen, muss man den Krieg verstehen \u2013 aber nicht um ihn zu optimieren, sondern um ihn als soziale Institution zu \u00fcberwinden. Dazu hat die Friedensforschung einiges beigetragen. Dass Immanuel Kant vor allem in der deutschen Friedensforschung dabei ein <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/den-frieden-denken-t-9783518119525\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zentraler Ausgangspunkt<\/a> war und ist, d\u00fcrfte dem Dialog mit den Realisten nicht schaden, weil gerade das n\u00fcchterne Menschenbild Kants ebenso wie seine Skepsis gegen\u00fcber einem Weltstaat als L\u00f6sung aller Probleme gerade auch f\u00fcr <em>Realisten<\/em> interessant ist.<\/p>\n<p>Hier sei daran erinnert, dass Kant vor dem Erfahrungshorizont der Franz\u00f6sischen Revolution und der von ihr ausgehenden Kriege Frieden nicht als Sieg von irgendjemandem \u00fcber irgendjemand verstanden hat sondern als historischen, nicht-linearen Prozess (wie wir heute sagen w\u00fcrden), in dem der Friede immer wieder neu gestiftet werden muss. Dabei ging es Kant nicht nur um die Beendigung einzelner Kriege, sondern um die Ann\u00e4herung an eine Welt ohne Krieg als heuristischer Rahmen f\u00fcr die fortschreitende Kritik des Krieges.<\/p>\n<p>Eine solche Perspektive scheint heute angesichts der j\u00fcngeren Zeitenwenden und der Renaissance des Realismus aus der Zeit gefallen zu sein: unrealistisch \u2013 im besten Falle naiv. Ein Clou von Kants Friedenstheorie ist aber Krieg und Frieden nicht nur unter tagespolitischen Gesichtspunkten zu sehen, sondern die Einbeziehung gro\u00dfer historischer Zusammenh\u00e4nge zu f\u00f6rdern, wie wir sie derzeit erleben. Es kommt mit anderen Worten darauf an, bei der Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden mikrohistorisch \u00fcberpr\u00fcfbare Annahmen mit makrohistorischen Perspektiven auf die Einhegung von Gewalt zu verbinden. Das hat den Vorteil, lange historische Entwicklungen in die Theoriebildung einbeziehen zu k\u00f6nnen. Friedensforschung muss in diesem Sinne sensibel sein f\u00fcr die historischen Kontexte aktueller Konflikte, also f\u00fcr Kontingenzen, Kontinuit\u00e4ten und Br\u00fcche im Umgang mit Konflikten. Denn der nun allseits beschworenen <em>Zeitenwende<\/em> sind bei genauerer und historisch breiterer Betrachtung viele Zeitenwenden vorausgegangen \u2013 ebenso wie lange Phasen des Friedens. Es ist also in Wissenschaft und Politik gerade in Zeiten des Krieges geboten, sich an der normativen Vorgabe einer Einhegung des Krieges als sozialer Institution zu orientieren<\/p>\n<h2>Frieden als Prozess: Von der Koexistenz zur Ordnungsbildung<\/h2>\n<p>Hieraus folgt die Notwendigkeit, dass sich Friedensstrategien an kontingente Herausforderungen anpassen m\u00fcssen, ohne das Ziel einer umfassenden Ordnung der internationalen Beziehungen aus den Augen zu verlieren. Aus unserer Sicht muss es dabei heute wie in der Zukunft um zweierlei gehen: um die Beendigung einzelner Kriege wie jenem in der Ukraine, im Nahen Osten, im Sudan, <em>und<\/em> um die St\u00e4rkung der Institutionen und Verfahrensweisen, die einer verst\u00e4ndigungsorientierten Bearbeitung von Konflikten dienen.<\/p>\n<p>Die Arbeit am Frieden bedeutet damit aber auch, sich mit Halbheiten zufrieden geben zu m\u00fcssen so wie das mit der deutschen Teilung am Ende des Zweiten Weltkrieges der Fall war. Sie machte den Frieden zu einer Zumutung f\u00fcr gro\u00dfe Teile der deutschen Bev\u00f6lkerung, war aber die Grundlage f\u00fcr eine lange Phase des Nichtkrieges oder der wiederholten Vermeidung von Beinahe-Kriegen. Im Kontext des Krieges in der Ukraine kann das bedeuten, dass selbst eine von Donald Trump gef\u00f6rderte <em>Beendigung <\/em>des Krieges einen Friedensprozess in Gang setzen kann, den Ernst-Otto Czempiel in die Formel <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/24197194\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eabnehmende Gewalt und zunehmende Gerechtigkeit\u201c<\/a> gekleidet hat. Diese Formel klingt aus heutiger Sicht zu sch\u00f6n um wahr zu sein, erfasst aber nach wie vor, worum es bei der Ingangsetzung von Friedensprozessen geht. Es gibt Anzeichen daf\u00fcr, dass sich die ukrainische Regierung auf ein solches Szenario einlassen k\u00f6nnte. Das wird etwa im Erwartungsmanagement deutlich, dass Pr\u00e4sident Selenskyj betreibt, wenn er in Aussicht stellt, eine vor\u00fcbergehende faktische Kontrolle ukrainischer Gebiete durch Russland zu dulden, wenn deren Rechtsstatus offenbliebe. Das w\u00e4re allerdings ein Weg, der nur durch verbindliche Sicherheitsgarantien von Drittstaaten ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Generell w\u00e4re zu untersuchen, inwieweit die Entspannungspolitik im Kalten Krieg bei allen Unterschieden der historischen Kontexte Lehren f\u00fcr die Gegenwart bieten kann. Die Entspannungspolitik beruhte auf dem Bekenntnis zur Koexistenz bei grundlegenden gesellschaftspolitischen Differenzen. Sie zielte nicht direkt auf die \u00dcberwindung des Kalten Krieges, sondern auf Ann\u00e4herung, die mittel- oder langfristig einen \u00dcbergang von der Koexistenz zur Kooperation \u00f6ffnen w\u00fcrde. <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2024\/12\/04\/von-verflechtung-zu-koexistenz-abgrenzung-als-friedensstrategie-nach-dem-krieg-gegen-die-ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In einem fr\u00fcheren Beitrag dieser Reihe<\/a> pl\u00e4dieren Matthias Dembinski und Dirk Peters \u00a0bezogen auf den Ukraine-Krieg f\u00fcr politische Abgrenzung als Friedensstrategie bei gleichzeitiger Akzeptanz der Grundregeln eines nicht-milit\u00e4rischen Umgangs mit Konflikten. Nicole Deitelhoff und Christopher Daase schlagen im oben angesprochenen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutsche-politik-und-russlands-krieg-gegen-die-ukraine-wie-ein-frieden-mit-putin-gelingen-kann-a-4075eebe-6b50-4269-8441-cafc80d5875d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag<\/a> eine dreigliedrige Friedensstrategie vor, in der sich ebenfalls Elemente der Entspannungspolitik finden: In einem ersten Schritt, den sie als \u201eantagonistische Friedenssicherung\u201c beschreiben, sollen Gespr\u00e4che zu Abschreckung, Aufr\u00fcstung, R\u00fcstungskontrolle und Allianzbildung angeboten werden, um Kommunikationskan\u00e4le zu \u00f6ffnen und offen zu halten. Schon damit sollen auch Eskalationsspiralen vermieden werden. In einem zweiten Schritt k\u00f6nnte dann eine friedliche Koexistenz institutionalisiert und rechtlich abgesichert werden. Und in einem dritten Schritt ginge es um die Neuetablierung einer kooperativen Friedensordnung, unter der die Koexistenz zu neuen institutionalisierten Formen der substantiellen Kooperationen ausgebaut w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Beitrag von Daase und Deitelhoff im Spiegel verweist auf eine zentrale Frage, die sich aus einer prozessualen Friedensperspektive ergibt: Kommt Sicherheit vor Frieden oder bed\u00fcrfen Schritte zu mehr Sicherheit einer friedenspolitischen Perspektive, die die F\u00f6rderung von Sicherheit erst plausibel macht? Oder schlie\u00dfen sich die Ausrichtung auf Frieden und die Ausrichtung auf Sicherheit im Umgang mit Konflikten aus wie die Unterscheidung zwischen einer Logik des Friedens und einer Logik der Sicherheit nahezulegen scheint, die Hanne-Margret Birckenbach und Sabine Jaberg f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/pzkb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Plattform Zivile Konfliktbearbeitung<\/a> ausgearbeitet haben?<\/p>\n<h2>Frieden durch Selbstbindung: Verrechtlichung jenseits von Doppelstandards<\/h2>\n<p>Im Umgang mit diesen Fragen sollten wir uns wom\u00f6glich auf eine dritte Ebene begeben: die des Denkens in zivilisatorischen Errungenschaften, die nicht aufgegeben werden d\u00fcrfen. Dazu geh\u00f6rt zweifellos das v\u00f6lkerrechtliche Kriegsverbot der UN-Charta (Art. 2 Abs. 4). Diese Norm ist durch den Ukraine-Krieg genauso wenig verloren gegangen wie durch die anderen Kriege, die seit der Gr\u00fcndung der UN bzw. seit dem Briand-Kellogg-Pakt von 1928 gef\u00fchrt worden sind. Putins anf\u00e4ngliche Bem\u00fchungen, den Krieg nicht Krieg nennen zu m\u00fcssen und die Rechtfertigung der Waffengewalt als Verteidigung auszuweisen \u2013 genauso wie die Verurteilungen des Krieges und der territorialen Annexionen durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen \u2013 zeigen, dass die Norm des unilateralen Gewaltverbots <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2022\/12\/06\/der-ukraine-krieg-und-das-voelkerrecht-erneute-totsage-des-gewaltverbots\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nicht in Frage gestellt worden ist<\/a>. Das verhindert den Krieg genauso wenig wie nationale Gesetze Mord und Totschlag verhindern. Insofern bietet die UN-Charta weiterhin einen normativen Bezugsrahmen f\u00fcr die Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden. Ihn aufrecht zu halten und weiter auszubauen muss ein zentrales Anliegen der deutschen Au\u00dfenpolitik bleiben. Dazu geh\u00f6rt, dass <a href=\"https:\/\/voelkerrechtsblog.org\/de\/editorial-40-are-we-failing-or-defending-international-law-in-times-of-polarization\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Doppelstandards<\/a> im Umgang mit der UN-Charta und dem ihr zugeordneten V\u00f6lkerrecht auch in den eigenen Reihen der liberalen Demokratien aufgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Wie wichtig hier eine kritische Selbstpr\u00fcfung ist, wird mit Blick auf den Internationalen Strafgerichtshof deutlich. Als Putin wegen Kriegsverbrechen zur Fahndung ausgeschrieben wurde, fand das Gericht im Westen viel Beifall. Als Netanyahu zur Fahndung ausgeschrieben wurde, <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2024\/11\/26\/wenn-es-weh-tut-wird-es-wichtig-was-heisst-gleiches-recht-fuer-alle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">war die Emp\u00f6rung gro\u00df<\/a>. Putins Angriffskrieg soll hier nicht mit der Reaktion der Netanyahu-Regierung auf den 7. Oktober 2023 gleichgesetzt werden. Es geht vielmehr darum zu begreifen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung internationaler Rechtsakte je nach Kontext ist. Nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Demokratien besteht die Neigung, die Selbstbindung anderer Staaten an das Recht zu unterst\u00fctzen, sich selbst aber einer Ausweitung der Zust\u00e4ndigkeit des V\u00f6lkerrechts zu verweigern. Aber auch das spricht daf\u00fcr, das V\u00f6lkerrecht gegen Versuche seiner Demontage \u2013 besonders gravierend j\u00fcngst in Donald Trumps Drohungen gegen\u00fcber Gr\u00f6nland, Kanada und Panama \u2013 zu verteidigen. Das geht nur, wenn man es selbst ernst nimmt. Das schlie\u00dft ein, dass die Kritik an der Gewalt der anderen immer auch mit den eigenen Fehlleistungen r\u00fcckgekoppelt wird. Das k\u00f6nnte zu einem \u201cMehr\u201d im Umgang mit Konflikten beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kommt um den Frieden nicht herum, wenn man sich mit dem Krieg auseinandersetzt. 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