{"id":12621,"date":"2024-07-16T08:46:34","date_gmt":"2024-07-16T06:46:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/sudans-humanitaere-katastrophe-die-rolle-von-zivilgesellschaft-und-kunst-als-zeugen\/"},"modified":"2025-05-21T14:03:53","modified_gmt":"2025-05-21T12:03:53","slug":"sudans-humanitaere-katastrophe-die-rolle-von-zivilgesellschaft-und-kunst-als-zeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2024\/07\/16\/sudans-humanitaere-katastrophe-die-rolle-von-zivilgesellschaft-und-kunst-als-zeugen\/","title":{"rendered":"Sudans humanit\u00e4re Katastrophe: die Rolle von Zivilgesellschaft und Kunst als Zeugen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im<\/strong><strong> April 2023 <\/strong><strong>begann im Sudan ein Krieg neuen Ausma\u00dfes. Seither wurde die Hauptstadt Khartum verw\u00fcstet, lebenswichtige Infrastruktur im ganzen Land zerst\u00f6rt, und etwa zehn Millionen Menschen sind geflohen. Der Gewaltkonflikt wird von den Sudanesischen Streitkr\u00e4ften (SAF) und den paramilit\u00e4rischen Rapid Support Forces (RSF) ausgetragen. Beide Fraktionen k\u00e4mpfen um Kontrolle \u00fcber das ressourcenreiche Land. Der anhaltende bewaffnete Konflikt hat dramatische <\/strong><strong>humanit<\/strong><strong>\u00e4re Folgen und birgt das Risiko der Ausbreitung auf die gesamte Region. Angesichts der Dimension der humanit\u00e4ren Katastrophe ist das Fehlen internationaler Aufmerksamkeit und Hilfe eklatant. In diesem Blogbeitrag zeige ich, wie sich die sudanesische Zivilbev\u00f6lkerung und Diaspora-Netzwerke angesichts des Fehlens internationaler Aufmerksamkeit und Unterst\u00fctzung engagieren, Hilfe leisten und den Krieg dokumentieren.<\/strong><\/p>\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/sudan-gefl%25C3%25BCchtete-in-deutschland-beklagen-vergessenen-krieg\/a-68890703\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verheerender Krieg<\/a> findet seit April 2023 im Sudan zwischen den Sudanesischen Streitkr\u00e4ften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) statt. Sch\u00e4tzungen zu Folge wurden bisher mehr als <a href=\"https:\/\/www.uno-fluechtlingshilfe.de\/hilfe-weltweit\/sudan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zehn Millionen Menschen zur Flucht gezwungen<\/a>, davon sind etwa sieben Millionen Binnengefl\u00fcchtete w\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/germany.iom.int\/de\/news\/ein-jahr-krieg-im-sudan-20000-menschen-taeglich-vertrieben-iom-fordert-massnahmen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mindestens zwei Millionen Menschen in Nachbarl\u00e4nder wie Tschad, S\u00fcdsudan, \u00c4gypten, \u00c4thiopien, Uganda und Kenia geflohen<\/a> sind. Insgesamt entspricht das etwa der Gesamtbev\u00f6lkerung von Hessen und Berlin zusammen. Gem\u00e4\u00df der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) werden t\u00e4glich zwanzigtausend Menschen im Sudan obdachlos; \u00fcber die H\u00e4lfte Minderj\u00e4hrige. Die <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/documents\/afr54\/7037\/2023\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">offizielle Statistik<\/a> weist knapp 15.000 Todesf\u00e4lle aus, und Berichte belegen die systematische Anwendung geschlechtsspezifischer Gewalt als Kriegswaffe.<\/p>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete im Dezember 2023, dass mehr als <a href=\"https:\/\/www.who.int\/emergencies\/situations\/sudan-emergency\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">70 Prozent der Krankenh\u00e4user und Kliniken im Land zerst\u00f6rt<\/a> wurden. Au\u00dferdem bedroht zus\u00e4tzlich eine Hungerkatastrophe die Menschen im Sudan, bei der schon jetzt knapp 8 Millionen Menschen <a href=\"https:\/\/www.uno-fluechtlingshilfe.de\/hilfe-weltweit\/sudan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">keine ausreichenden Lebensmittel<\/a> zur Verf\u00fcgung. Die Situation in Darfur im Westen des Landes, in der seit 2003 regelm\u00e4\u00dfig bewaffnete Auseinandersetzungen gibt, ist besonders kritisch. In der Region, die die Gr\u00f6\u00dfe von Frankreich hat, treten vermehrt <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2024\/04\/12\/sudan-one-year-atrocities-requires-new-global-approach\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berichte \u00fcber schwere anhaltende Gewalt<\/a> gegen Zivilist*innen und <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/global-development\/2023\/jul\/24\/rsf-janjaweed-hemedti-out-to-finish-darfur-sudan-genocide-uk-cannot-stand-by\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hinweise auf eine Fortf\u00fchrung des Genozids<\/a> auf. Der <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/report\/2019\/11\/18\/they-were-shouting-kill-them\/sudans-violent-crackdown-protesters-khartoum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Genozid in Darfur<\/a> begann 2003 durch die ehemalige Rebellengruppe Janjaweed, die unter neuem Namen als Rapid Support Forces (RSF) in die Regierungstruppen integriert wurde und Sch\u00e4tzungen zufolge haben zwischen 200.000 und 400.000 nicht-arabische Bev\u00f6lkerungsgruppen wie die Masali, Fur und Zaghawa systematisch verfolgt und ermordet sowie etwa 2,5 Mio. Menschen vertrieben.<\/p>\n<p>Durch den Mangel an Rechenschaftspflicht und Strafverfolgung im Sudan wurde die kritische Situation im Land erheblich versch\u00e4rft: Regierungsvertreter*innen, Milit\u00e4rs sowie die Rapid Support Forces (RSF) haben bis heute so gut wie keine Konsequenzen f\u00fcr ihr Handeln erfahren. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Krieg-in-Darfur-eskaliert\/!6009101\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im derzeitigen Krieg f\u00fchrt sich das Muster des Genozids in Darfur fort<\/a> und insbesondere die St\u00e4dte El-Fasher und El-Genaina sind von der Zerst\u00f6rung und Gewalt betroffen. Ein j\u00fcngeres Beispiel f\u00fcr die Brutalit\u00e4t und Straflosigkeit ist das Massaker an Demonstrant*innen des pro-demokratischen Sit-Ins am 3. Juni 2019 vor dem Hauptquartier des Milit\u00e4rs in Khartum. Die Zahl der Todesopfer wird auf mindestens 128 gesch\u00e4tzt, viele weitere wurden vergewaltigt und misshandelt. Auch hier kann die RSF als ausf\u00fchrende Gewalt identifiziert werden, die, um Spuren zu verwischen und T\u00f6tungen zu verschleiern, viele Leichen in den Nil geschmissen hat. Die internationale Verurteilung des Massakers f\u00fchrte jedoch nicht zu einer strafrechtlichen Ahnung der Verantwortlichen. Diese Straflosigkeit hat einen Teufelskreis der Gewalt geschaffen und zus\u00e4tzlich den Versuch der RSF beg\u00fcnstigt, die Kontrolle \u00fcber Khartum und von dort aus \u00fcber das gesamte Land zu erlangen. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Massaker-in-Sudan\/!6013092\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das j\u00fcngste Massaker<\/a> in Wad al-Noura in der Region Gezira, bei dem 227 Menschen get\u00f6tet wurden, darunter 35 Kinder, zeigt die anhaltende Gewalt der RSF, die zudem auch systematisch humanit\u00e4re Hilfe behindert. Das Fehlen von Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit hat schwerwiegende Folgen: Einerseits werden T\u00e4ter*innen aus Regierungskreisen nicht davon abgehalten, weitere rechtswidrige Handlungen und Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Andererseits wird den Opfern weder eine angemessene Anerkennung und Wiedergutmachung zuteil noch sind sie vor weiteren willk\u00fcrlichen und gezielten Angriffen gesch\u00fctzt.<\/p>\n<h2>Vakuum internationaler Aufmerksamkeit<\/h2>\n<p>Die humanit\u00e4re Krise im Sudan entfaltet sich weitgehend <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/sudan-gefl%25C3%25BCchtete-in-deutschland-beklagen-vergessenen-krieg\/a-68890703\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">abseits internationaler Aufmerksamkeit<\/a>. Die globale Medienberichterstattung bleibt begrenzt, und unabh\u00e4ngiger Journalismus vor Ort ist sp\u00e4rlich ges\u00e4t. Seit Kriegsausbruch haben nur wenige <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2024\/06\/05\/world\/africa\/sudan-khartoum-darfur-war.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">internationale Journalist*innen<\/a> das Land \u00fcberhaupt betreten, w\u00e4hrend eine geringe Anzahl <a href=\"https:\/\/rsf.org\/en\/journalists-still-trapped-sudan-s-civil-war\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sudanesischer Journalist*innen<\/a> in der Hauptstadt und anderen Landesteilen ausharrt.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publikation\/mta-spotlight-30-how-not-to-talk-about-the-war-in-sudan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gr\u00fcnde f\u00fcr die fehlende Berichterstattung sind komplex<\/a>. Unter anderem steht der Sudan im Wettbewerb mit anderen globalen Krisen um mediale Aufmerksamkeit. In den vergangenen 12 Monaten hat das Bundeskanzleramt in 190 Pressemitteilungen die Ukraine erw\u00e4hnt, den Sudan jedoch nur dreimal. Parallel dazu ver\u00f6ffentlichte die New York Times fast 10-mal so viele Artikel \u00fcber den Krieg in Gaza als \u00fcber den Sudan und mehr als 13-mal so viele Artikel, die den Krieg in der Ukraine erw\u00e4hnten.<\/p>\n<p>Die mangelnde Medienpr\u00e4senz hat einen selbstverst\u00e4rkenden Effekt: Weniger Berichterstattung f\u00fchrt zu weniger \u00f6ffentlichem Bewusstsein, was wiederum die Nachfrage nach Nachrichten aus dem Sudan minimiert. Dieses Informationsvakuum hat Auswirkungen auf die humanit\u00e4re Hilfe und die internationale Unterst\u00fctzung. Auch die <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/hunger-drought-child-mortality-in-africa-fall-out-of-focus\/a-67965128\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wahrnehmung von Konflikten in Afrika<\/a> durch westliche Medien spielt eine Rolle. Kriege und Krisen auf dem Kontinent werden mitunter als Teil eines fortlaufenden Gewaltkreislaufs dargestellt, was eine gewisse Erm\u00fcdung in der Berichterstattung beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Die Wahrnehmung humanit\u00e4rer Krisen ist in Teilen durch messbare Faktoren bestimmt. Dabei werden unmittelbare politische und \u00f6konomische Interessen priorisiert und erzeugen selektive Aufmerksamkeit. Im Fall des Sudan spielen nicht nur die geografische Distanz zu westlichen Medienzentren, der geringe wirtschaftliche Austausch, die begrenzte Pr\u00e4senz internationaler Korrespondent*innen vor Ort und die Komplexit\u00e4t des Konflikts eine Rolle. Solidarit\u00e4t und Verantwortung werden au\u00dferdem eher im Kontext unmittelbarer nationaler Interessen formuliert. So engagierte sich die EU im Jahr 2015, nachdem viele Menschen vor dem Krieg in Syrien nach Europa geflohen waren, verst\u00e4rkt in dem Land. Direkte Auswirkungen des Krieges im Sudan auf die politische und wirtschaftliche Lage in der EU sind dagegen bislang kaum sp\u00fcrbar. Im Unterschied dazu sind seit der Invasion der Ukraine durch Russland die Folgen in der EU deutlich zu sp\u00fcren. Doch was ist mit der globalen Verantwortung, die Europa f\u00fcr Frieden und Stabilit\u00e4t reklamiert, und wie kann der Grundsatz der universellen Menschenrechte so in den Hintergrund geraten?<\/p>\n<p>Die verhaltene globale Reaktion wirft Fragen \u00fcber die Mechanismen auf, die bestimmen, welche humanit\u00e4ren Krisen in den Fokus der Welt\u00f6ffentlichkeit r\u00fccken \u2013 und welche nicht. Die <a href=\"https:\/\/www.rescue.org\/press-release\/irc-warns-unfettered-humanitarian-access-and-scale-funding-needed-avert-catastrophic#:~:text=The\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterfinanzierung des UN-Hilfsplans f\u00fcr den Sudan<\/a> deutet darauf hin, dass \u00fcbergeordnete Faktoren und nicht nur humanit\u00e4re Priorit\u00e4ten die globale Verteilung von Hilfsgeldern bestimmen. W\u00e4hrend der UN-Blitzappell f\u00fcr die besetzten pal\u00e4stinensischen Gebiete zu 104% finanziert ist, lag die <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publikation\/mta-spotlight-30-how-not-to-talk-about-the-war-in-sudan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzierung des Appells f\u00fcr den Sudan<\/a> im Jahr 2024 laut United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) vor der Pariser Konferenz, auf der weitere 2 Mrd. US-Dollar zugesagt wurden, bei 5,7 Prozent des Zugesagten. Bemerkenswert ist, dass westliche Staaten vor dem Krieg im Sudan stark in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert waren. Der abrupte Wandel im Engagement wirft Fragen zur Nachhaltigkeit der internationalen Entwicklungszusammenarbeit auf.<\/p>\n<h2>Selbsthilfe statt koordinierte humanit\u00e4re Hilfe<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend des Krieges haben sich <a href=\"https:\/\/odihpn.org\/publication\/mutual-aid-in-sudan-the-future-of-aid\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zivile Netzwerke<\/a> als unverzichtbare Lebenslinien f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung erwiesen. Die sogenannten Widerstandskommitees, die bis 2019 im ganzen Land entstanden sind, haben die <a href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/sudan-conflict-rethinking-pathways-humanitarian-aid-provision\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeit humanit\u00e4rer Organisationen <\/a>\u00fcbernommen. Erstmals 2013 als informelle, lokale Netzwerke zur Organisation zivilen Ungehorsams gegen die Milit\u00e4rdiktatur Omar Al Bashirs gewachsen, organisierten die sie landesweit Proteste, Streiks, Graffiti-Kampagnen und Flugblattaktionen zu verschiedenen sozio-politischen Themen. Bis zur Dezember-Revolution 2019 verfestigten sich die landesweiten Strukturen der Komitees mit einem gew\u00e4hlten nationalen Rat. Von internationalen Akteuren wie der UN wurden diese aber nie als ernstzunehmende politische Kraft wahrgenommen oder unterst\u00fctzt und <a href=\"https:\/\/reliefweb.int\/report\/sudan\/sudan-govt-cracks-down-civil-society-groups-entire-country\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von der sudanesischen Regierung werden sie behindert<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/features\/2024\/4\/1\/are-sudans-civil-society-activists-being-targeted-by-both-warring-sides#:~:text=When%20Sudan's%20civil%20war%20erupted,response%20rooms%E2%80%9D%20(ERRs)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verfolgt<\/a>. Seit Kriegsausbruch spielen zivile Netzwerke eine wichtige Rolle in der Versorgung der Zivilgesellschaft und der F\u00f6rderung von Antikriegsnarrativen. Nach der Zerst\u00f6rung und Besetzung eines Gro\u00dfteils der Krankenh\u00e4user sowie der sowie der Verschleppung und Ermordung des medizinischen Personals durch die bewaffneten Gruppierungen, richteten die Komitees mit freiwilligen \u00c4rzt*innen und gespendeten Materialien Notfallstationen ein. Die Notfallstation in Omdurman stellt beispielsweise t\u00e4glich mehr als 100 Patient*innen grundlegende medizinische Versorgung zur Verf\u00fcgung. Dar\u00fcber hinaus versorgen die Komitees die Zivilbev\u00f6lkerung durch die Einrichtung von Gemeinschaftsk\u00fcchen, da die Lebensmittelknappheit und die dramatisch gestiegenen Preise f\u00fcr Grundnahrungsmittel und Benzin das \u00dcberleben schwieriger machen. Alleine die Gemeinschaftsk\u00fcche in Bahri versorgt t\u00e4glich \u00fcber 500 Menschen und spielt somit eine zentrale Rolle in der Versorgung der Zivilist*innen vor Ort.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem spielt die <a href=\"https:\/\/reliefweb.int\/report\/sudan\/diaspora-humanitarian-engagement-sudan-enar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sudanesische Diaspora<\/a> eine Schl\u00fcsselrolle in der Unterst\u00fctzung der Zivilbev\u00f6lkerung, indem sie Hilfeleistungen und Spendensammlungen \u00fcber soziale Medien und Messaging-Dienste koordiniert. Crowdfunding-Initiativen im Ausland erm\u00f6glichen die Versorgung der Menschen vor Ort mit lebenswichtigen G\u00fctern wie Medikamenten, Babynahrung und Hygieneartikeln. Auch telemedizinische Beratungen und psychosoziale Betreuung werden angeboten. Die zivilen Netzwerke k\u00f6nnen die systematische humanit\u00e4re Hilfe allerdings nicht vollst\u00e4ndig ersetzen. Sie bilden aber f\u00fcr viele Sudanes*innen in dieser Krise ein entscheidendes Sicherheitsnetz. Ihre Bem\u00fchungen zeigen die au\u00dferordentliche Widerstandsf\u00e4higkeit und Solidarit\u00e4t der sudanesischen Gesellschaft angesichts extremer Herausforderungen.<\/p>\n<h2>Wissensproduktion und Vermittlung durch die Bev\u00f6lkerung<\/h2>\n<p>Verschiedene Organisationen und Einzelpersonen dokumentieren unter schwierigsten Bedingungen <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2024\/06\/12\/africa\/icc-investigating-alleged-war-crimes-in-sudan-intl\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kriegsverbrechen der SAF und RSF<\/a> an der Zivilbev\u00f6lkerung im Sudan. Ihr <a href=\"https:\/\/sudanwarmonitor.com\/p\/full-text-un-panel-of-experts-report\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag ist f\u00fcr eine sp\u00e4tere Aufarbeitung von Kriegsverbrechen<\/a> unabdingbar, und erm\u00f6glicht eine zuk\u00fcnftige Strafverfolgung. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) und das von der UN eingesetzte Expertenpanel sind mit der Aufkl\u00e4rung mutma\u00dflicher Verbrechen, die vor allem in Khartum und Darfur begangen werden, befasst. <a href=\"https:\/\/www.huqouq.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weitere Institutionen<\/a>, die eine zentrale Rolle spielen, sind Human Rights Watch, Amnesty International und Gruppen wie die Sudan Human Rights Organisation (SHRO). Sie dokumentieren die Geschehnisse und Verbrechen, leisten Aufkl\u00e4rungsarbeit und informieren eine breite \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Situation. Trotz der gef\u00e4hrlichen Bedingungen sind auch sudanesische Journalist*innen wie <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/almigdadhassan0\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AlMigdad Hassan<\/a> noch vor Ort und berichten vor allem \u00fcber soziale Medien. Diese werden auch von sogenannten <em>citizen journalists<\/em> genutzt, die ohne professionelle journalistische Ausbildung Informationen sammeln, aufbereiten und verbreiten, wozu sie h\u00e4ufig die sozialen Medien nutzen. Damit demokratisieren sie die Berichterstattung und teilen alternative Perspektiven und pers\u00f6nliche Geschichten, die von traditionellen Medien \u00fcbersehen werden k\u00f6nnten. Die Herausforderungen bei dieser Art der Dokumentationsarbeit sind vielf\u00e4ltig und abh\u00e4ngig von der aktuellen Situation und geographischen Lage. Einschr\u00e4nkend wirken vor allem der durch die Kampfhandlungen erschwerte Zugang zu bestimmten Orten, komplexe politische Verh\u00e4ltnisse und Sicherheitsrisiken, die das Sammeln und die Verifizierung von Informationen erschweren.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich spielen auch K\u00fcnstler*innen eine bemerkenswerte Rolle. Fotograf*innen, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Xxq58QUB930\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Filmemacher*innen<\/a> und Maler*innen nutzen ihr Medium, um eindr\u00fccklich den Kriegsalltag festzuhalten, die Auswirkungen auf Menschen im Sudan zu zeigen, das Leid aber auch den Widerstand zu dokumentieren. Damit lenken sie die Aufmerksamkeit auf in offiziellen Berichten h\u00e4ufig unterbelichtete Aspekte und bieten eine alternative Perspektive auf die Ereignisse. Die k\u00fcnstlerischen Beitr\u00e4ge erg\u00e4nzen die formellen Dokumentationen um eine emotionale und kulturelle Dimension, wie j\u00fcngst in <a href=\"https:\/\/festival.shortfilm.com\/en\/programs\/402\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburg in einer Ausstellung<\/a> zu sehen war. Die Gruppeausstellung betonte die wichtige Rolle von K\u00fcnstler*innen als Archivare des kollektiven Ged\u00e4chtnisses und schreibt ihnen eine signifikante gesellschaftliche Funktion zu, die \u00fcber das \u00c4sthetische hinausgeht. Die gezeigten Werke verdeutlichen, wie Kunst in Kriegssituationen eine lebenswichtige dokumentarische Funktion \u00fcbernehmen und dabei gr\u00f6\u00dfere historische Zusammenh\u00e4nge darstellen kann. Das in der Ausstellung vorgestellte Projekt <a href=\"https:\/\/www.andreluetzen.de\/postcards-from-khartoum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ePostcards from Khartoum\u201c<\/a> sammelt beispielsweise aktuelle Fotografie von sudanesischen K\u00fcnstler*innen, die ihren Alltag seit dem Kriegsausbruch in pers\u00f6nlichen und eindr\u00fccklichen Bildern festhalten.<\/p>\n<h2>Verantwortung der internationalen Gemeinschaft<\/h2>\n<p>Der Krieg im Sudan deckt die Priorit\u00e4ten in der internationalen Aufmerksamkeitsverteilung und humanit\u00e4ren Hilfe auf. Obwohl der gewaltsame Konflikt katastrophale Folgen f\u00fcr das Land, die Region und Millionen von Menschen hat, findet er kaum Beachtung in der Welt\u00f6ffentlichkeit. Diese Vernachl\u00e4ssigung des Konflikts f\u00fchrt zur \u00dcbernahme von Verantwortung durch die sudanesische Diaspora und zivilgesellschaftliche Akteure, die nicht nur humanit\u00e4re Hilfe leisten, sondern auch Gewalt und Zerst\u00f6rung dokumentieren. Damit schaffen sie Sicherheitsnetze f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und legen den Grundstein f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Aufarbeitung. In Anbetracht dieser Lage ist eine verst\u00e4rkte Aufmerksamkeit und Unterst\u00fctzung durch die internationale Gemeinschaft dringend notwendig, um die Zivilgesellschaft zu st\u00e4rken und die humanit\u00e4re Krise zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Laut UNHCR sind knapp 2 Millionen Menschen aus dem Sudan geflohen, was den Druck auf Nachbarl\u00e4nder wie \u00c4gypten und den Tschad erh\u00f6ht. Da diese L\u00e4nder bereits vor dem Krieg politisch und wirtschaftlich angespannt waren, ist abzusehen, dass eine regionale Destabilisierung Dominoeffekte ausl\u00f6sen wird. Dies wird letztlich auch Europa betreffen. Um einer Ausweitung der Katastrophe entgegenzuwirken, bedarf es rasch konkreter Ma\u00dfnahmen. Ein Anfang w\u00e4re die Aufstockung des UN-Hilfsplans f\u00fcr den Sudan von derzeit 32 % auf mindestens 75 % der erforderlichen Mittel sowie die Entsendung zus\u00e4tzlicher humanit\u00e4rer Helfer*innen und koordinierte diplomatische Bem\u00fchungen zur L\u00f6sung des Konflikts.<\/p>\n<p>Die prek\u00e4re Situation fordert uns heraus, die Kriterien zu hinterfragen, nach denen wir als Teil der Weltgemeinschaft humanit\u00e4re Krisen bewerten und auf sie reagieren: Welche Faktoren bestimmen die selektive Wahrnehmung solcher Notlagen? Wie definieren wir Solidarit\u00e4t und Verantwortung in einer zunehmend vernetzten aber auch selektiv engagierten Welt? Welche langfristigen Konsequenzen hat diese Vernachl\u00e4ssigung f\u00fcr die Zukunft des Sudan, die regionale Stabilit\u00e4t und den globalen Umgang mit Vertreibung und Flucht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2023 begann im Sudan ein Krieg neuen Ausma\u00dfes. Seither wurde die Hauptstadt Khartum verw\u00fcstet, lebenswichtige Infrastruktur im ganzen Land zerst\u00f6rt, und etwa zehn Millionen Menschen sind geflohen. Der Gewaltkonflikt wird von den Sudanesischen Streitkr\u00e4ften (SAF) und den paramilit\u00e4rischen Rapid Support Forces (RSF) ausgetragen. Beide Fraktionen k\u00e4mpfen um Kontrolle \u00fcber das ressourcenreiche Land. Der anhaltende bewaffnete Konflikt hat dramatische humanit\u00e4re Folgen und birgt das Risiko der Ausbreitung auf die gesamte Region. Angesichts der Dimension der humanit\u00e4ren Katastrophe ist das Fehlen internationaler Aufmerksamkeit und Hilfe eklatant. 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