{"id":12627,"date":"2024-08-02T14:11:10","date_gmt":"2024-08-02T12:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/zehn-jahre-nach-dem-genozid-die-fortdauernde-krise-der-jesiden\/"},"modified":"2024-08-02T14:11:10","modified_gmt":"2024-08-02T12:11:10","slug":"zehn-jahre-nach-dem-genozid-die-fortdauernde-krise-der-jesiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2024\/08\/02\/zehn-jahre-nach-dem-genozid-die-fortdauernde-krise-der-jesiden\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre nach dem Genozid: Die fortdauernde Krise der Jesiden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 3. August j\u00e4hrt sich der zehnte Jahrestag des V\u00f6lkermords, den die radikal-religi\u00f6se Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vor einem Jahrzehnt an den Jesiden im Irak ver\u00fcbte. Keine andere Gruppe erlebte die Gr\u00e4ueltaten des IS so direkt wie die Jesiden. Trotz der milit\u00e4rischen Niederlage des IS und der R\u00fcckeroberung der jesidischen Gebiete dauert ihr Leiden an. Angesichts anderer globaler Konflikte wie dem Ukraine-Krieg und dem Israel-Gaza-Konflikt geraten die anhaltenden Leiden der Jesiden zunehmend aus dem Blick. Dieser Blogartikel erl\u00e4utert den Kontext und die Gr\u00fcnde, warum die Bedrohung der Jesiden nach wie vor anh\u00e4lt.<\/strong><\/p>\n<p>Bei den <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/lernen\/filmbildung\/270902\/die-jesiden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jesiden <\/a>\u00a0handelt es sich um eine uralte monotheistische Religionsgemeinschaft, deren Wurzeln bis mehr als 2.000 v. Chr. zur\u00fcckreichen. W\u00e4hrend sich die meisten Jesiden als ethnische Kurden identifizieren, betrachtet sich ein Teil als eigenst\u00e4ndige Ethnie. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit spricht den kurdischen Dialekt Kurmanc\u00ee. Das Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden liegt im n\u00f6rdlichen Irak, doch ihre historischen Siedlungsgebiete erstrecken sich auch auf die T\u00fcrkei, Syrien und den Iran.<\/p>\n<h2>Historischer Kontext und der Genozid von 2014<\/h2>\n<p>Weltweit gibt es etwa <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/lernen\/filmbildung\/270902\/die-jesiden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine Million Jesiden<\/a>. Durch Vertreibung und Flucht sind sie global zerstreut, wobei die gr\u00f6\u00dfte Diasporagemeinde mit etwa <a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/pressemitteilung\/innenministerkonferenz-pro-asyl-fordert-sofortigen-abschiebestopp-fuer-jesidinnen-und-jesiden\/#:~:text=In%20Deutschland%20lebt%20die%20gr\u00f6\u00dfte,in%20den%20Irak%20bedroht%20sind.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">250.000<\/a> Menschen in Deutschland lebt. Seit Jahrhunderten sind sie wegen ihres Glaubens Verfolgungen ausgesetzt. Fundamentalistische Muslime betrachten sie als Abtr\u00fcnnige, <em>Kuffar<\/em> (\u201eUngl\u00e4ubige\u201c) und Teufelsanbeter. Im Irak setzten sich diese Verfolgungen auch unter dem Ba\u2018ath Regime (1968-2003) fort. Nach dem Sturz des Saddam-Regimes im Jahr 2003 wurden Jesiden zunehmend zur Zielscheibe von Dschihadisten. Besonders schlimm war der Angriff am 14. August 2007, als Al-Qaida-Selbstmordattent\u00e4ter im Distrikt Sindschar \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.usip.org\/sites\/default\/files\/Yazidis-Perceptions-of-Reconciliation-and-Conflict-Report.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">500 Menschen t\u00f6teten und 1.500<\/a> verletzten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/hintergrund-aktuell\/550977\/2014-voelkermord-an-jesidinnen-und-jesiden\/#node-content-title-0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Am 3. August 2014<\/a> \u00fcberrannten die Dschihadisten der Terrormiliz IS die traditionell von Jesiden bewohnte Sindschar-Region und ver\u00fcbten Verbrechen, die unter anderem vom <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2023\/kw03-de-jesiden-927032#:~:text=Der%20Bundestag%20hat%20die%20Verbrechen,Parlament%20stimmte%20am%20Donnerstag%2C%2019.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschen Bundestag,<\/a> den <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/Documents\/HRBodies\/HRCouncil\/CoISyria\/A_HRC_32_CRP.2_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vereinten Nationen<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/en\/press-room\/20160129IPR11938\/meps-call-for-urgent-action-to-protect-religious-minorities-against-isis?quizBaseUrl=https%3A%2F%2Fquizweb.europarl.europa.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ischen Parlament<\/a> als Genozid anerkannt wurden. Die Jesiden bezeichnen ihn als ihren <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/lernen\/filmbildung\/270902\/die-jesiden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">73. V\u00f6lkermord, was auf die lange Geschichte ihres Leidens verweist.<\/a> Die IS-Terroristen t\u00f6teten und versklavten Tausende, um die jesidische Glaubensgemeinschaft auszul\u00f6schen. Insgesamt wurden mehr als <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/law\/2022\/jun\/21\/uk-lawyers-yazidi-justice-committee-genocide-iraq\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">5.000 Jesiden,<\/a> haupts\u00e4chlich M\u00e4nner und \u00e4ltere Frauen, get\u00f6tet und in Massengr\u00e4bern verscharrt. Jungen unter 12 Jahren wurden als Kindersoldaten rekrutiert. \u00dcber <a href=\"https:\/\/observer.com\/2015\/11\/the-isis-victims-you-dont-see-world-snoozes-as-yazidis-massacred\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">7.000 Frauen<\/a> und M\u00e4dchen wurden entf\u00fchrt, als Sexsklavinnen verkauft und missbraucht. IS-Angeh\u00f6rige zerst\u00f6rten Jesidend\u00f6rfer, brannten H\u00e4user nieder und verw\u00fcsteten religi\u00f6se St\u00e4tten. <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2014\/09\/human-rights-council-opens-special-session-human-rights-situation-iraq\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hunderttausende<\/a> waren zur Flucht gezwungen.<\/p>\n<p>Der V\u00f6lkermord war m\u00f6glich, weil auch die internationale Gemeinschaft, die <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/irak-die-verlorene-heimat-der-jesiden\/a-44904528\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kurdischen Peschmerga<\/a> und die irakischen Sicherheitskr\u00e4fte versagten. Als es darauf ankam, zogen die sie sich zur\u00fcck und \u00fcberlie\u00dfen die Jesiden schutzlos den IS-Angreifern. Die extreme Brutalit\u00e4t zeigte sich im jesidischen Dorf Kocho mit etwa <a href=\"https:\/\/www.ushmm.org\/m\/pdfs\/Iraq-Bearing-Witness-Report-111215.pdf\">1.700 Einwohner<\/a>n, das nahezu ausgel\u00f6scht wurde. Etwa <a href=\"https:\/\/taz.de\/Leben-im-Ungewissen\/!5330912\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">600 M\u00e4nner<\/a> wurden entweder erschossen, bei lebendigem Leib verbrannt oder in Massengr\u00e4ber geworfen. Sie wurden aufgefordert, zum Islam zu konvertieren, was viele Jesiden ablehnten. Sch\u00e4tzungsweise <a href=\"https:\/\/taz.de\/Leben-im-Ungewissen\/!5330912\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1.000<\/a> weibliche Familienmitglieder und Kinder wurden verschleppt und versklavt.<\/p>\n<h2>Die anhaltende Krise der Jesiden<\/h2>\n<p>Die Sindschar-Region wurde im November 2015 durch kurdische Einheiten befreit, die von der internationalen Anti-IS-Koalition unterst\u00fctzt wurden. Trotz der Befreiung sind die Auswirkungen des IS-Angriffs weiterhin schwerwiegend. <a href=\"https:\/\/www.amnesty.at\/news-events\/syrien-tausende-jesid-innen-noch-immer-gefangen-oder-vermisst\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hunderte M\u00e4nner bleiben vermisst oder gefangen,<\/a> noch etwa <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/massaker-an-jesiden-es-war-ein-volkermord-9199734.html\">2.700<\/a> Frauen und Kinder sind noch immer verschwunden, obwohl Tausende vom IS befreit oder freigekauft wurden. Mehr als <a href=\"https:\/\/www.nds-fluerat.org\/59549\/aktuelles\/offener-brief-an-die-innenministerinnen-im-rahmen-der-imk-die-unterschiedslose-abschiebung-von-jesiden-pruefen-und-beenden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">150.000<\/a> Jesiden leben als Binnenfl\u00fcchtlinge \u00a0in der Autonomen Region Kurdistan. Seit 2014 flohen sch\u00e4tzungsweise Hunderttausende Jesiden aus dem Irak, viele nach Europa, wo allein in Deutschland etwa <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/die-jesiden-f\u00fcnf-jahre-nach-dem-genozid\/a-49839355\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">75.000<\/a> Jesiden Zuflucht fanden. Doch vielen \u00dcberlebenden droht nun die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/monitor\/abschiebungen-irak-jesiden-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abschiebung<\/a>.<\/p>\n<p>Die desastr\u00f6se Lage der Jesiden in Sindschar wird durch politische Instabilit\u00e4t und geopolitische Machtk\u00e4mpfe versch\u00e4rft. Die politische Instabilit\u00e4t resultiert aus den Machtk\u00e4mpfen zwischen der irakischen Zentralregierung und der Autonomen Region Kurdistan. Sindschar geh\u00f6rt zu den sogenannten <a href=\"https:\/\/www.usip.org\/publications\/2021\/04\/struggle-sinjar-iraqis-views-security-disputed-district\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eumstrittenen Gebieten\u201c,<\/a> auf die beide Regierungen Anspruch erheben. Diese Unsicherheit hat die Jesiden sowohl politisch als auch wirtschaftlich benachteiligt und sie in die Konflikte der beiden Regierungen verstrickt. Seit 2003 werden die Jesiden von beiden Seiten von politischer Mitbestimmung und wichtigen Ressourcen gezielt ausgeschlossen, was ihr Vertrauen in beide Regierungen erheblich beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<h2><strong>Das Sindschar-Abkommen<\/strong><\/h2>\n<p>In diesem Kontext stellt das im Oktober 2020 abgeschlossene \u201e<a href=\"https:\/\/magazin.zenith.me\/de\/politik\/jesiden-und-autonomie-im-irak\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sindschar-Abkommen<\/a>\u201c grunds\u00e4tzlich einen Fortschritt dar, das u.a. den Wiederaufbau und die Macht\u00fcbergabe an \u00f6rtliche Beh\u00f6rden und Entsch\u00e4digungszahlungen umfasst. Es gibt jedoch auch erhebliche Kritikpunkte. Das Abkommen wurde zwischen den Regierungen in Bagdad und Erbil abgeschlossen, ohne die Jesiden angemessen zu beteiligen. Zudem ist das Abkommen bislang noch nicht umgesetzt worden, was die Erreichung der angestrebten Ziele und die Verbesserung der Lage in Sindschar verz\u00f6gert.<\/p>\n<p>Ein weiterer wesentlicher Grund, der die Unsicherheit der Jesiden in Sindschar versch\u00e4rft, ist die Pr\u00e4senz <a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/2024-03\/2024-03-19-instability-in-sinjar-saleem-and-mansour_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zahlreicher staatlicher und nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen<\/a> aus dem In- und Ausland. Dazu geh\u00f6ren irakische Sicherheitskr\u00e4fte, schiitische Milizen, kurdische Peshmerga sowie die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die oft gegeneinander agieren, was die Region zus\u00e4tzlich destabilisiert und die R\u00fcckkehr der Jesiden erschwert. Aufgrund der strategisch wichtigen Lage k\u00e4mpfen sie um die Kontrolle \u00fcber Sindschar, einen bedeutenden Knotenpunkt zwischen dem Irak und Syrien, der seit 2003 zunehmend auch f\u00fcr Waffentransporte und andere milit\u00e4rische Aktivit\u00e4ten genutzt wird.<\/p>\n<h2>Einfl\u00fcsse verschiedener Gruppen und Perspektivlosigkeit<\/h2>\n<p>Die YPG und die PKK, die eine Schl\u00fcsselrolle bei der Befreiung der Jesiden aus den F\u00e4ngen des IS spielten, haben sich in der <a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/2024-03\/2024-03-19-instability-in-sinjar-saleem-and-mansour_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Region etabliert<\/a>, was inzwischen von vielen Jesiden kritisch gesehen wird. Die T\u00fcrkei, die YPG und PKK als Terrorgruppen einstuft, f\u00fchrt immer wieder Luftangriffe auf ihre Stellungen im Sindschar-Gebirge durch, was zu <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/sindschar-jesiden-irak-tuerkei-militaer-massaker-frieden-91734957.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Todesf\u00e4llen<\/a> und weiteren <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kaempfe-im-Nordirak\/!5849091\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fluchtbewegungen<\/a> unter den Jesiden f\u00fchrt. Seit der \u00dcbernahme von Sindschar im Oktober 2017 haben sich au\u00dferdem die irakische Armee und ihrer Verb\u00fcndeten, die irakisch-schiitischen Milizen von Haschd Al-Sha&#8217;bi (Volksmobilisierungseinheiten, PMU),\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/2024-03\/2024-03-19-instability-in-sinjar-saleem-and-mansour_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erheblichen Einfluss gesichert<\/a>. Die PMU sind auf vielen Ebenen st\u00e4rker als die irakischen Sicherheitskr\u00e4fte und haben diese teilweise infiltriert. Zudem verfolgen die PMU eine eigene Agenda und agieren oft im Interesse des Iran. Die Folge sind h\u00e4ufige Konflikte mit den kurdischen Peshmerga-Einheiten, aber auch mit ihren verb\u00fcndeten jesidischen B\u00fcrgerwehrgruppen in Sindschar.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind viele <a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/2024-03\/2024-03-19-instability-in-sinjar-saleem-and-mansour_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jesiden in den genannten nicht-staatlichen Gruppen<\/a>, staatlichen Kr\u00e4ften und regionalen Milizen selbst aktiv. Das Motiv der Jesiden ist zum einen Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit sowie zum andern das Ziel, Einfluss zu gewinnen und die eigenen Gebiete besser zu sch\u00fctzen. Diese Entwicklungen tragen zu Spannungen innerhalb der jesidischen Gemeinschaft bei und versch\u00e4rfen die ohnehin schwierige Situation. Insgesamt verst\u00e4rken diese geopolitischen Spannungen die anhaltenden Konflikte und das Gef\u00fchl der Unsicherheit, was die R\u00fcckkehr und Wiederansiedlung der Jesiden erheblich erschwert.<\/p>\n<h2>Zerst\u00f6rte Infrastruktur und Mangel an grundlegenden Dienstleistungen in Sindschar<\/h2>\n<p>Seit ihrer Befreiung vom IS wirkt Sindschar wie eine Geisterstadt. Rund <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2024\/05\/13\/iraq-looming-camp-closures-kurdistan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">70 % der H\u00e4user und 80 %<\/a> der Infrastruktur sind zerst\u00f6rt, was zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch, hoher Arbeitslosigkeit und versch\u00e4rfter Armut gef\u00fchrt hat. Grundlegende Versorgungsdienste wie sauberes Wasser und Strom fehlen, viele Gegenden sind vermint und unbewohnbar. W\u00e4hrend in Mossul der Wiederaufbau durch die irakische Regierung und internationale Organisationen voranschreitet, fehlt in Sindschar jegliche Spur von systematischem oder organisiertem Wiederaufbau. Die unzureichende Unterst\u00fctzung und der Mangel an grundlegenden Dienstleistungen deuten auf ein politisches Kalk\u00fcl hin. Trotz <a href=\"https:\/\/www.ecoi.net\/de\/dokument\/2092983.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verf\u00fcgbarer Mittel<\/a> bleibt der Wiederaufbau hinter den Erwartungen zur\u00fcck, da v.a. Machtk\u00e4mpfe zwischen der schiitisch-dominierten Zentralregierung und der kurdischen Regionalregierung den Fortschritt <a href=\"https:\/\/www.ecoi.net\/de\/dokument\/2092983.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">blockieren<\/a>. Die tief verwurzelte Diskriminierung der Jesiden verst\u00e4rkt diese Probleme zus\u00e4tzlich. Der ehemalige B\u00fcrgermeister von Sindschar, <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/irak-die-verlorene-heimat-der-jesiden\/a-44904528\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fahad Hamid Omar<\/a>, bringt es hinsichtlich der Frage, warum die Jesiden keine angemessene Hilfe erhalten, auf den Punkt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eWeil wir Jesiden im Irak nur B\u00fcrger vierter oder f\u00fcnfter Klasse sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Daher f\u00fchlen sich die \u00dcberlebenden, die in provisorischen Lagern leben, weiterhin unsicher und bedroht.<\/p>\n<h2>Fehlende Gerechtigkeit und Strafverfolgung von T\u00e4tern<\/h2>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr die anhaltende Krise der Jesiden ist die Straflosigkeit vieler IS-T\u00e4ter im Irak, die trotz ihrer brutalen Taten noch immer auf <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/nach-dem-genozid-abschiebung-von-jesiden-in-den-irak-19722666.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">freiem Fu\u00df<\/a> sind. Dies trifft besonders auf Mitglieder sunnitisch-arabischer St\u00e4mme aus Sindschar zu, die sich w\u00e4hrend der Massaker entweder dem IS angeschlossen oder mit ihm kooperiert haben. Viele dieser T\u00e4ter sind nach wie vor unbehelligt, da sie Unterst\u00fctzung aus Politik und Justiz erhalten. Sie stellen somit eine anhaltende Gefahr dar. Ein jesidischer Widerstandsk\u00e4mpfer sagte mir w\u00e4hrend eines Forschungsaufenthalts in Sindschar Folgendes:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eDie T\u00e4ter, die uns brutal angriffen, Tausende von uns t\u00f6teten, unsere Frauen versklavten und wie Vieh auf Basaren verkauften \u2013 darunter viele meiner Familienangeh\u00f6rigen \u2013 kamen nicht vom Planeten Mars. Die \u00fcberwiegende Mehrheit stammte aus den arabischen Nachbargemeinden, aber auch ein Teil aus muslimisch-kurdischen Gemeinden, die einst mit uns Brot teilten. Jetzt sind viele von ihnen zur\u00fcck in ihren St\u00e4dten und D\u00f6rfern, als ob sie nichts getan h\u00e4tten. Der Grund ist einfach: Sie haben starken R\u00fcckhalt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Straflosigkeit wird durch das Fehlen eines funktionierenden Rechtssystems und effektiver Strafverfolgungsma\u00dfnahmen im Irak versch\u00e4rft. Die marginalisierte Stellung der Jesiden im Irak wird dadurch versch\u00e4rft, dass trotz der Anerkennung des Genozids durch zahlreiche L\u00e4nder und internationale Organisationen die irakische Regierung den V\u00f6lkermord bislang nicht offiziell anerkannt hat. Dies verst\u00e4rkt das Gef\u00fchl der Unsicherheit und des Misstrauens gegen\u00fcber dem Staat.<\/p>\n<h2>Wie man die Krise beenden kann<\/h2>\n<p>Um diese Krise in Sindschar zu bew\u00e4ltigen und den Jesiden eine gesicherte Zukunft zu bieten, sind folgende Ma\u00dfnahmen notwendig: Die internationale Gemeinschaft sollte die irakische Zentralregierung und die kurdische Regionalregierung ermutigen und darin unterst\u00fctzen, den Wiederaufbau voranzutreiben und die Jesiden in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Eine offizielle Anerkennung des V\u00f6lkermords durch die irakische Regierung w\u00e4re ein wichtiges Zeichen f\u00fcr den Wunsch nach Aufarbeitung und Gerechtigkeit. T\u00e4ter m\u00fcssen zur Rechenschaft gezogen werden, um das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen. Die Betreuung der traumatisierten Opfer, insbesondere der Frauen, ist eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr einen Neuanfang. Auch die Frage von Reparationen muss diskutiert werden. Sicherheitsma\u00dfnahmen sowie die Wiederherstellung der Infrastruktur sind dringend erforderlich, um gefl\u00fcchteten Jesiden eine sichere R\u00fcckkehr zu erm\u00f6glichen. Arbeitsmarktbezogene Programme m\u00fcssen entwickelt werden, um wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 3. August j\u00e4hrt sich der zehnte Jahrestag des V\u00f6lkermords, den die radikal-religi\u00f6se Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vor einem Jahrzehnt an den Jesiden im Irak ver\u00fcbte. Keine andere Gruppe erlebte die Gr\u00e4ueltaten des IS so direkt wie die Jesiden. Trotz der milit\u00e4rischen Niederlage des IS und der R\u00fcckeroberung der jesidischen Gebiete dauert ihr Leiden an. Angesichts anderer globaler Konflikte wie dem Ukraine-Krieg und dem Israel-Gaza-Konflikt geraten die anhaltenden Leiden der Jesiden zunehmend aus dem Blick. 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