{"id":12716,"date":"2024-02-13T13:32:45","date_gmt":"2024-02-13T12:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/der-islamisierte-antisemitismus-aufgebauschtes-schreckgespenst-oder-bagatellisiertes-ressentiment\/"},"modified":"2024-02-13T13:32:45","modified_gmt":"2024-02-13T12:32:45","slug":"der-islamisierte-antisemitismus-aufgebauschtes-schreckgespenst-oder-bagatellisiertes-ressentiment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2024\/02\/13\/der-islamisierte-antisemitismus-aufgebauschtes-schreckgespenst-oder-bagatellisiertes-ressentiment\/","title":{"rendered":"Der islamisierte Antisemitismus: Aufgebauschtes Schreckgespenst oder bagatellisiertes Ressentiment?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit den Terroranschl\u00e4gen vom 7. Oktober 2023 und der anhaltenden Eskalation des Nahostkonfliktes kommt es auf anti-israelischen Demonstrationen wiederholt zu Anzeigen wegen Aufrufen zur Gewalt und Volkverhetzung. Dieser Trend ist bei genauerem Hinsehen gar nicht so neu: Bereits seit l\u00e4ngerem gibt es Stimmen, die vor einem islamisierten Antisemitismus in Deutschland warnen. Eine entsprechende gesellschaftliche Debatte gestaltet sich jedoch als schwierig, weil rechte Akteure die Situation nutzen, um Muslim*innen und Gefl\u00fcchtete unter einen Generalverdacht zu stellen. Der Beitrag beleuchtet die daraus resultierenden verzerrten Kommunikationsbedingungen sowie die Genese des islamisierten Antisemitismus und pr\u00e4sentiert empirische Erkenntnisse \u00fcber seine Verbreitung und Ursachen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Es passt nicht so recht zu der vom Au\u00dfenministerium versprochenen \u201eunverbr\u00fcchlichen Solidarit\u00e4t im Kampf gegen die Hamas\u201c, dass seit dem 7. Oktober 2023 weniger israelsolidarische Kundgebungen, sondern pro-pal\u00e4stinensische Demonstrationen das politische Geschehen bestimmen. Dies w\u00e4re weniger problematisch, wenn auf diesen Demonstrationen nur eine sachliche Kritik der israelischen Regierung, die Solidarit\u00e4t mit den Pal\u00e4stinenser*innen, das eigene Ohnmachtsgef\u00fchl oder die Trauer um die vielen zivilen Opfer des Krieges im Vordergrund gestanden h\u00e4tten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das war jedoch nicht immer und \u00fcberall der Fall: In Berlin-Neuk\u00f6lln hat die (mittlerweile verbotene) Organisation Samidoun auf den Terrorangriff der Hamas mit Jubelparolen und dem Verteilen von Baklava <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2023-10\/samidoun-pro-palaestinensische-demos-hamas-israel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">reagiert<\/a>. Auf den Demonstrationen gibt es wiederholte Anzeigen wegen Volksverhetzung oder Aufrufen zu Straftaten und islamistische Akteure wittern ihre Chance, den Nahostkonflikt f\u00fcr ihre Propaganda zu instrumentalisieren. Die ohnehin prek\u00e4re Sicherheitslage f\u00fcr Juden und J\u00fcd*innen in Deutschland <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2023\/11\/10\/massaker-unter-applaus-antisemitische-reaktionen-auf-den-terror-gegen-israel-in-deutschland\/\">versch\u00e4rft sich<\/a>. In Berlin flogen Molotow-Cocktails <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/berlin-brandanschlag-juedische-gemeinde-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf eine Synagoge<\/a>. H\u00e4user, in denen Juden und J\u00fcd*innen wohnen, wurden mit Davidsternen markiert. Die Eskalationsepisoden des Nahostkonflikts aktivieren offenkundig \u2013 und das auch nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 \u2013 antisemitische Ressentiments, was radikalisierten Individuen und Gruppen <a href=\"https:\/\/www.jura.uni-hamburg.de\/die-fakultaet\/aktuelle-meldungen\/2022-08-31\/motra-monitor2021-uhh-gazakonflikt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Anlass bietet<\/a>, ihren Hass auf \u201edie Juden\u201c in Wort und Tat auf die Stra\u00dfe zu tragen. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p>Diese Gemengelage liefert den Kontext f\u00fcr Stimmen, die vor einer Bagatellisierung des islamisierten Antisemitismus warnen und die Notwendigkeit von differenzierten Analysen \u00fcber antisemitische Ressentiments unter Muslim*innen betonen. Bedauerlicherweise liefert sie aber auch rechten Akteuren einen Anlass, um Muslim*innen und Gefl\u00fcchtete unter Generalverdacht zu stellen. Eine entsprechende gesellschaftliche Debatte findet also unter <i>verzerrten Kommunikationsbedingungen<\/i> statt, da der Antisemitismus in Deutschland gerne als \u201eProblem der Anderen\u201c thematisiert wird.<\/p>\n<h2><b>Die Diskussion um den \u201eimportierten\u201c Antisemitismus: Nur ein rassistisch motivierter Generalverdacht gegen Muslime?<\/b><\/h2>\n<p>Vor allem in den Debatten um den \u201eimportierten\u201c Antisemitismus wird der Eindruck erweckt, dass der Hass auf Juden und J\u00fcd*innen durch die Einwanderung von Muslim:innen in eine antisemitismusfreie deutsche Gesellschaft getragen wird. Wie wenig dies mit den gesellschaftlichen Realit\u00e4ten \u00fcbereinstimmt, legen die Wiederholungsbefragungen der <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/leipziger-autoritarismus-studie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leipziger Autoritarismus-Studie<\/a> schonungslos offen. Tradierte Stereotype \u00fcber \u201edie Juden\u201c bestehen in der post-nationalsozialistischen Gesellschaft fort und weniger tabuisierte Umwegkommunikationen, wie der israelbezogene Antisemitismus und der Schuldabwehrantisemitismus, sind auch in der Mitte der Gesellschaft anschlussf\u00e4hig. Die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/soeder-migranten-die-sich-nicht-integrieren-sollen-deutschen-pass-abgeben-li.2156032?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forderungen<\/a> von Markus S\u00f6der (CSU) nach mehr Abschiebungen und Entzug des deutschen Passes f\u00fcr antisemitisch auff\u00e4llig gewordene Personen verdeutlichen indessen, wie selektiv der Antisemitismus in den Reihen von Neuzugewanderten verortet wird. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Aber dabei bleibt es nicht: Der Diskurs \u00fcber den \u201eimportieren Antisemitismus\u201c wird von Akteuren instrumentalisiert, um sich selbst von Vorw\u00fcrfen reinzuwaschen und um eigene antimuslimische Positionen zu legitimieren. Insbesondere die Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD) nutzt den Diskurs, um den Antisemitismus \u2013 <a href=\"https:\/\/home.uni-leipzig.de\/decker\/wahlpraeferenz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der unter ihren W\u00e4hler:innen \u00fcberdurchschnittlich verbreitet ist<\/a> \u2013 auf die Muslim:innen zu projizieren. Diese Instrumentalisierung der anti-antisemitischen Rhetorik ist schnell enttarnt, wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, dass sich ihr Spitzenpersonal, wenn es nicht gerade vor dem \u201eimportierten\u201c Antisemitismus warnt, f\u00fcr eine \u201eerinnerungspolitische Wende um 180 Grad\u201c und mehr Stolz auf die \u201eLeistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen\u201c ausspricht. Forderungen, die als <a href=\"https:\/\/ajcgermany.org\/system\/files\/document\/AJC_AfD-Broschuere_final_digital.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NS-Verharmlosung und Schuldabwehrantisemitismus<\/a> auszulegen sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zur Hilflosigkeit im \u201eKampf gegen den Antisemitismus\u201c tragen aber auch linke und linksliberale Milieus bei und zwar dann, wenn ihre Kritik an der perfiden Selbstreinwaschung auf Kosten einer Minderheit \u00fcber das Ziel hinausschie\u00dft. Dies geschieht, wenn sie die spezifische Problematik des islamisierten Antisemitismus \u2013 etwa mit dem Vorwurf, man w\u00fcrde rassistische Talking Points bedienen \u2013 de-thematisieren oder bagatellisieren. G\u00e4ngig ist hier die Behauptung, dass die Feindschaft gegen Juden und J\u00fcd*innen \u201enichts mit dem Islam zu tun habe\u201c und nur an den radikalen R\u00e4ndern des gewaltbereiten Islamismus zu finden <a href=\"https:\/\/ajcgermany.org\/system\/files\/document\/AJC_AfD-Broschuere_final_digital.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sei<\/a>.<\/p>\n<h2><b>Was man \u00fcber den islamisierten Antisemitismus wissen sollte<\/b><\/h2>\n<p>So einfach ist die Sache aber nicht. Der Koran als auch die Hadithe (Aussagen und Handlungen des Propheten Mohammed) enthalten sowohl Aufrufe zur Toleranz gegen\u00fcber den \u201eV\u00f6lkern des Buches\u201c, als auch Passagen, die Juden und J\u00fcd*innen herabw\u00fcrdigen und Gewalt zur Etablierung muslimischer Dominanz legitimieren. Der politische Aufstieg des Propheten Mohammed basierte auch auf einer Unterwerfung der j\u00fcdischen St\u00e4mme von Medina. In islamischen Herrschaftsdynastien bedeutete Toleranz gegen\u00fcber Angeh\u00f6rigen monotheistischer Religionen nie politische Gleichheit. J\u00fcdische Gemeinschaften <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-319-48866-0_6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">genossen zwar staatlichen Schutz<\/a> durch Zahlung einer Sondersteuer, hatten jedoch eingeschr\u00e4nkten Rechtsstatus und wurden gesellschaftlich ge\u00e4chtet. Der <a href=\"https:\/\/rpl.hds.harvard.edu\/faq\/dhimmi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dhimmi-Status<\/a> bot gewissen Schutz, weshalb das Kalifat der Umayyaden und sp\u00e4ter das Osmanische Reich Zufluchtsorte f\u00fcr Juden und J\u00fcd*innen wurden, die im \u201echristlichen Abendland\u201c Pogromen und massiver Verfolgung ausgesetzt waren. Es w\u00e4re dennoch unredlich, die Situation j\u00fcdischer Minderheiten in islamischen Herrschaftsordnungen zu idealisieren, da selbst das sogenannte \u201egoldene Zeitalter\u201c in Andalusien nicht frei von Gewaltausbr\u00fcchen war (z. B. das Massaker von Granada 1066). Die islamische Welt hat eine eigene Geschichte der Diskriminierung und Gewalt gegen Juden und J\u00fcd*innen, die <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783110537093-006\/html?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">keinesfalls<\/a> erst mit der Gr\u00fcndung Israels begann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Wahrnehmungen der Juden und J\u00fcd*innen haben im 20. Jahrhundert trotzdem einen Wandel erfahren. Die Gr\u00fcndung Israels und insbesondere sein erfolgreicher Widerstand gegen f\u00fcnf arabische Armeen, die dem j\u00fcdischen Staat einen Tag nach seiner Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung den Krieg erkl\u00e4rten, l\u00f6ste in der arabischen Welt ein Trauma aus. Dieses Ereignis lie\u00df sich mit dem Narrativ der \u201eunterlegenen Juden\u201c kaum in Einklang bringen und f\u00fchrte zu einer Suche nach simplen Weltdeutungen und Verschw\u00f6rungsmythen.<\/p>\n<p>In diese Suchbewegung st\u00f6\u00dft Sayyid Qutb mit seinem Traktat <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/database\/HDAO\/entry\/hdao.6.361\/html?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eUnser Kampf mit den Juden\u201c<\/a> (1950). Das Werk, des damaligen Chefideologen der Muslimbruderschaft konstruierte eine einfache Erz\u00e4hlung, die \u201edie Juden\u201c f\u00fcr die Missst\u00e4nde in der islamischen Welt verantwortlich machte. Nach Qutb hatten sie sich bereits bei der Ankunft Mohammeds in Medina gegen den Islam verschworen. Dies begr\u00fcndete die Vorstellung von einem ewigen Konflikt zwischen Islam und Judentum, einem kosmischen Kampf zwischen Gut und B\u00f6se. \u201eUnser Kampf mit den Juden\u201c trug ma\u00dfgeblich zur Popularisierung des Antisemitismus in der islamischen Welt bei und wurde zu einem Schl\u00fcsseltext des Islamismus mit praktischen Auswirkungen. Direkte Bez\u00fcge zu <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-319-48866-0_6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Qutbs antisemitischem Traktat<\/a> finden sich in der Charta der Hamas.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Terminus \u201eislamisierter Antisemitismus\u201c erscheint uns in dieser Beschreibung angemessen, da das Metanarrativ von Qutb, in dem \u201edie Juden\u201c als Urheber s\u00e4mtlichen Unheils ausgemacht werden, eindeutig vom europ\u00e4ischen Antisemitismus inspiriert ist. Durch instrumentelle Bezugnahmen auf den Koran und die Hadithe <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/20140739\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verlieh er<\/a> den antisemitischen Tropen eine islamische Grundierung. Es d\u00fcrfte vermutlich nur den wenigsten bekannt sein, dass die Nazis am Export dieser Ideologie beteiligt waren und dass die Muslimbruderschaft seit den 1930er Jahren, auch durch die finanzielle Unterst\u00fctzung des Dritten Reichs, sukzessive zu einer der einflussreichsten Massenbewegungen der arabischen Welt <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/antisemitismus\/dossier-antisemitismus\/307771\/islamischer-antisemitismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aufstieg<\/a>. Ist der \u201eimportierte Antisemitismus\u201c beim genaueren Hinsehen vielleicht ein \u201e<i>re-<\/i>importierter Antisemitismus\u201c?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gleichwohl bleibt der Antisemitismus in der islamischen Welt panideologisch anschlussf\u00e4hig. Die vergangenen Angriffskriege auf Israel gingen auf das Konto von pan-arabischen Nationalisten. Der Hass gegen Juden und J\u00fcd*innen und die Feindschaft gegen Israel kann auch <a href=\"https:\/\/mediendienst-integration.de\/fileadmin\/Dateien\/MEDIENDIENST-Expertise_Antisemitismus_unter_Menschen_mit_Migrationshintergrund_und_Muslimen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sozialrevolution\u00e4r<\/a> motiviert sein. Organisationen wie Samidoun, ideologisch der antiimperialistischen Linken zugeh\u00f6rig, stehen Lenin und Stalin n\u00e4her als Qutb. Egal aus welchen ideologischen Quellen sich der Antisemitismus im Einzelfall auch speisen mag \u2013 die islamische Welt, und speziell arabische Nationen sind, <a href=\"https:\/\/global100.adl.org\/map\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">global gesehen<\/a>, die Hochburgen eines judenfeindlichen Gesellschaftsklimas. Auch die j\u00fcngsten Normalisierungen der Au\u00dfenbeziehungen zwischen Israel und Teilen der arabischen Welt sind eher ein Elitenprojekt und werden von der Bev\u00f6lkerung kritisch gesehen. Antisemitismus ist also in der islamischen Welt keinesfalls ein randst\u00e4ndiges Ph\u00e4nomen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2><b>Was empirische Befunde dar\u00fcber verraten, wie dem islamisierten Antisemitismus zu begegnen ist<\/b><\/h2>\n<p>Dies gilt auch f\u00fcr den deutschen Kontext, <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/2365-1083-2023-3\/rpsych-rechtspsychologie-jahrgang-9-2023-heft-3?page=1,%2520https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/1369183X.2014.935307,\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stellen Studien doch unisono fest<\/a>, dass antisemitische Ressentiments unter Muslim*innen im konfessionellen Vergleich h\u00f6her ausfallen. Ein differenzierteres Bild ergibt sich, wenn die verschiedenen Auspr\u00e4gungen des Antisemitismus in den Blick genommen werden. Es ist der tradierte und vor allem der israelbezogene Antisemitismus, der unter Muslim*innen st\u00e4rker verbreitet ist als im Mainstream der deutschen Gesellschaft. Um vor dem Hintergrund der verzerrten Kommunikationsbedingungen keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen zu lassen, der tradierte Antisemitismus unter Muslim*innen stellt nicht den Normalfall dar. Erw\u00e4hnenswert ist, dass es beim Schuldabwehrantisemitismus, der die Handschrift der Mehrheitsgesellschaft tr\u00e4gt, keine signifikanten Unterschiede zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen gibt. Die unter Muslim*innen pr\u00e4valenteren D\u00e4monisierungen, Delegitimierungen und Doppelstandards gegen\u00fcber Israel k\u00f6nnen problemlos mit den in Deutschland verbreiteten Forderungen nach einem Schlussstrich und der Umkehrung von T\u00e4ter-Opfer-Rollen verkn\u00fcpft werden. Alteingesessener und zugewanderter Antisemitismus reichen sich gewisserma\u00dfen die Hand.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u00c4hnlichkeiten gibt es bei den Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen, die bei der Formation antisemitischer Ressentiments eine Schl\u00fcsselrolle einnehmen. Unter Muslim*innen wie unter Nicht-Muslim*innen l\u00e4sst sich beobachten, dass autorit\u00e4re Charakterstrukturen und eine Verschw\u00f6rungsmentalit\u00e4t feindselige Haltungen gegen\u00fcber Juden und J\u00fcd*innen beg\u00fcnstigen. Entsprechend kann man Antisemitismus wohl kaum mit Abschiebungen oder dem Entzug von P\u00e4ssen bek\u00e4mpfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zudem korrelieren eigene Diskriminierungserfahrungen mit antisemitischen Ressentiments. Entsprechend erweist der in den Debatten um den \u201eimportierten Antisemitismus\u201c mitschwingende Generalverdacht gegen Muslim*innen dem Kampf gegen Antisemitismus einen B\u00e4rendienst und droht im schlimmsten Fall zu einer selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung zu werden. Wenn Muslim*innen zu dem Eindruck gelangen, dass in Deutschland ein \u201eselektiver Humanismus\u201c herrscht,bei dem das Leid der Pal\u00e4stinenser*innen weniger Best\u00fcrzung hervorruft als das von Menschen in Israel,wird dies nur zu weiteren Marginalisierungserfahrungen f\u00fchren \u2013 und m\u00f6glicherweise zu mehr Antisemitismus.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das alles rechtfertigt nat\u00fcrlich keinen Antisemitismus, aber die Marginalisierungserfahrungen spielen den Viktimisierungsdiskursen von islamistischen Gruppen in die H\u00e4nde \u2013 womit wir bei den religi\u00f6sen Referenzpunkten der Feindschaft gegen\u00fcber Juden und J\u00fcd*innen unter Muslim*innen angekommen sind. Ihre Ablehnung geh\u00f6rt in einem Submilieu deutscher Muslim*innen zu einem gemeinschaftsstiftenden Ideologiefragment. Dies trifft aber vor allem auf Muslim*innen zu, die f\u00fcr eine fundamentalistische Auslegung des Islam empf\u00e4nglich sind, was sicherlich auch daran liegt, dass islamistische Entrepreneure es geschickt verstehen, die Frustration \u00fcber die Malaise der Eigengruppe auf \u201edie Juden\u201c zu lenken. Dass entsprechende Gruppen eine erhebliche Verantwortung f\u00fcr die Bedrohungsperzeptionen deutscher Juden und J\u00fcd*innen besitzen, belegt eine <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/en\/publication\/2018\/experiences-and-perceptions-antisemitism-second-survey-discrimination-and-hate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umfrage<\/a> der European Agency for Fundamental Rights. Aus Sicht derer, die Diskriminierung erfahren haben, verursachen Muslim*innen mit extremistischen Sichtweisen sogar h\u00e4ufiger Angriffe als Rechtsextremist*innen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Innenministerin Nancy Faeser betonte auf der letzten Islamkonferenz zu Recht, dass sich Antisemitismus nicht mit anti-muslimischem Rassismus bek\u00e4mpfen l\u00e4sst. Diese medientaugliche Formel gilt es aber zu erg\u00e4nzen:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Dem Kampf gegen Antisemitismus ist auch nicht mit einer Bagatellisierung des islamisierten Antisemitismus gedient.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2><b>Jedem Antisemitismus die Stirn bieten: Was nun zu tun ist?<\/b><\/h2>\n<p>Bleibt die wichtigste Frage: Wie kann es nun weiter gehen? Zuallererst ist geboten, die Instrumentalisierung der Gemengelage durch die AfD und ihre Nachahmer zu entlarven und zu kritisieren. Sie treibt die Polarisierung nur weiter voran und gef\u00e4hrdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Damit ist es aber nicht getan. Es bedarf einer st\u00e4rkeren Thematisierung des Nahostkonflikts in Schulen, die so gestaltet sein sollte, dass sie Kinder und Heranwachsende vor den verk\u00fcrzten Darstellungen von Scharfmacher*innen sch\u00fctzt und zugleich den Ambiguit\u00e4ten und der Multiperspektivit\u00e4t in einer Einwanderungsgesellschaft gerecht wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>An den theologischen Fakult\u00e4ten sollten Forscher*innen unterst\u00fctzt werden, die eine historisch-kritische Exegese von islamischen Quellen etablieren. Sie k\u00f6nnen einen wichtigen Beitrag leisten, um theologisch legitimiert antij\u00fcdischen Positionen entgegenzuwirken \u2013 und ihre Erkenntnisse sollten im islamischen Religionsunterricht behandelt werden. Aber auch in anderen universit\u00e4ren F\u00e4chern, sei es in der christlichen Theologie, Religionswissenschaft, Soziologie oder Politikwissenschaft, sollten die Kenntnisse und Diskussionen um und zu Antisemitismus verbessert werden, auch um einen differenzierten Diskurs zwischen Muslim*innen, Anh\u00e4nger*innen postkolonialer Ans\u00e4tze und gegen Antisemitismus engagierten Studierenden zu erm\u00f6glichen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mehr Unterst\u00fctzung bedarf es auch f\u00fcr einen interreligi\u00f6sen Dialog, in dem Gemeinsamkeiten statt Unterschiede in den Vordergrund ger\u00fcckt werden. An islamische Verb\u00e4nde ist der Appell zu richten, das Thema nicht weiter zu ignorieren. Ferner sollte aber auch die Zusammenarbeit mit Verb\u00e4nden \u00fcberdacht werden, die sich nicht glaubhaft von ihren islamistischen und ultranationalistischen Gr\u00fcndungszusammenh\u00e4ngen emanzipiert haben und in einer zu starken Abh\u00e4ngigkeit von autokratischen Regimen stehen. Aber auch das wird nicht reichen: In Zeiten der konkreten Mobilisierung bedarf es eines verst\u00e4rkten Schutzes von j\u00fcdischen Einrichtungen und strafrechtlicher Konsequenzen bei volksverhetzenden Aussagen, Aufrufen zur Gewalt und im Fall einer ideellen und finanziellen Unterst\u00fctzung von Terrororganisationen.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der RADIS-Blogserie: Debatten zu islamistischer Extremismus.\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/reihen\/radis-blogserie-debatten-zu-islamistischem-extremismus\/\">Mehr lesen<\/a><\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit den Terroranschl\u00e4gen vom 7. 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