{"id":12869,"date":"2023-07-31T12:20:06","date_gmt":"2023-07-31T10:20:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/shitstorms-gegen-eine-nahost-expertin-ueber-einseitige-und-polemische-einwaende-gegen-ein-interview-zum-israelisch-palaestinensischen-konflikt\/"},"modified":"2023-07-31T12:20:06","modified_gmt":"2023-07-31T10:20:06","slug":"shitstorms-gegen-eine-nahost-expertin-ueber-einseitige-und-polemische-einwaende-gegen-ein-interview-zum-israelisch-palaestinensischen-konflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2023\/07\/31\/shitstorms-gegen-eine-nahost-expertin-ueber-einseitige-und-polemische-einwaende-gegen-ein-interview-zum-israelisch-palaestinensischen-konflikt\/","title":{"rendered":"Shitstorms gegen eine Nahost-Expertin: \u00dcber einseitige und polemische Einw\u00e4nde gegen ein Interview zum israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach Aussagen vieler seiner eigenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, aber auch nach Einsch\u00e4tzun\u00adgen von au\u00dfen ist Israel gerade in einer bedrohlichen inneren Krise. Gleichzeitig findet in Deutschland ein Sturm im Wasserglas statt \u00fcber ein <\/strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=333rt6aUVnE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>ausf\u00fchrliches Interview<\/strong><\/a><strong> in einem auf j\u00fcn\u00adgere Zuschauer zugeschnittenen youtube-Format (jung &amp; naiv, Folge 647) \u00fcber den israe\u00adlisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt. Dieser Blogartikel kommentiert das Interview und die an\u00adschlie\u00dfende Debatte.<\/strong><\/p>\n<p>Eingeladen war Muriel Asseburg, promovierte Politikwissenschaftlerin mit den gepr\u00fcften Nebenf\u00e4chern Volkswirtschaft und V\u00f6lkerrecht und seit vielen Jahren eine renommierte Nahost-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Durch zahllose Texte hat sie sich Respekt und Hochachtung bei ihren wissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen und in weiten Kreisen der deutschen Politik erworben. Nicht zuletzt deswegen, weil sie auch die pal\u00e4stinensische Seite kennt. Da sitzt man als Wissenschaftlerin schnell zwischen allen St\u00fchlen. Dieses Mal sind die Reaktionen der Anh\u00e4nger einer entschieden pro-israelischen Sicht auf den Konflikt besonders heftig. Mir geht es hier darum, (1) eine hoch qualifizierte Kollegin gegen Falschaussagen, Unterstellungen und Diffamierungen in Schutz zu nehmen und (2) den Leserinnen und Lesern M\u00f6glichkeiten anzubieten, die Shitstorm-Debatte von seri\u00f6sen Kontroversen zu unterscheiden.<\/p>\n<h2>Heftige Reaktionen<\/h2>\n<p>Die israelische Botschaft meldete sich mit <a href=\"https:\/\/twitter.com\/IsraelinGermany\/status\/1676268628931485705\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ungew\u00f6hnlich undiplomatischen Tweets<\/a>. Von \u201eAntisemitismus in pseudoakademischem Milieu\u201c und \u201ewiderw\u00e4rtiger Verharmlosung von Terror\u201c war da die Rede. Frau Asseburg lasse keine Gelegenheit aus, Israel zu beschimpfen, und habe doch die Chuzpe und die Frechheit, sich als Israel-Freundin zu pr\u00e4sentieren (Origi\u00adnalton). Meron Mendel, der Leiter der Bildungsst\u00e4tte Anne Frank, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/IsraelinGermany\/status\/1676688426219847681\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wurde als Feigenblatt f\u00fcr Israelhass abgekanzelt<\/a>, als er sich \u00fcber die Tonlage der Botschaft-Tweets beklagte. Sehr scharf <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/politik\/zentralrat-der-juden-zieht-seriositaet-von-politologin-in-zweifel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kommentierte auch der Zentralrat der Juden das Interview<\/a>. Er stellte in Frage, ob Frau Asseburg mit ihren \u201eunwissenschaftlichen Analogien\u201c und ihrer \u201eunsachlichen Kritik\u201c \u00fcber\u00adhaupt geeignet sei, die Bundesregierung zu beraten. Der SWP, die ihre Mitarbeiterin mit kla\u00adren Worten gegen die Zumutungen des Botschafters verteidigt hatte, unterstellte er \u201ereflex\u00adhafte Wagenburg-Politik\u201c.<\/p>\n<p>Heftig fiel auch die Reaktion von Lisa Badum aus, einer Bundestagsabgeordneten der Gr\u00fcnen und Vizepr\u00e4sidentin der Deutsch-israelischen Gesellschaft. <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/meinung\/jung-naiv-und-im-luftleeren-raum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In einem Beitrag f\u00fcr die J\u00fcdische Allgemeine<\/a> schrieb sie, da h\u00e4tten zwei Deutsche (der Interviewer Tilo Jung und Frau Asse\u00adburg) aus bequemer Entfernung dar\u00fcber sinniert, welche Verteidigung Israel gestattet sei und welche nicht. Schlie\u00dflich k\u00e4mpfe Israel seit 75 Jahren um seine Existenz. Tats\u00e4chlich aber ging es in dem Interview darum, welche Formen des Widerstands gegen Besatzung oder Un\u00adterdr\u00fcckung <em>v\u00f6lkerrechtlich<\/em> zul\u00e4ssig sind. Nirgends stellt Frau Asseburg Israels Recht auf Verteidigung in Frage. Aber k\u00e4mpfen denn die Pal\u00e4stinenser nicht auch seit 75 Jahren um ihre Existenz? Au\u00dferdem, so Frau Badum, habe Frau Asseburg die Lieferung deutscher U-Boote an Israel kritisiert. Auch davon kann keine Rede sein. Es wurde nur dar\u00fcber gesprochen, wie es zur Anzahl der gelieferten Boote kam. Schlie\u00dflich meinte Frau Badum, Frau Asseburg habe einen \u201eWunsch nach Schlussstrich\u201c unter die Debatte \u00fcber die deutsche \u201eVergangenheit\u201c ge\u00e4u\u00dfert. Auch das ist frei erfunden. Nichts in Frau Asseburgs Interview oder in ihren Schriften deutet darauf hin.<\/p>\n<h2>Pro und contra Apartheid-Vorwurf<\/h2>\n<p>Besondere Emp\u00f6rung hat bei der Botschaft der Frau Asseburg unterstellte Apartheid-Vorwurf\u00a0gegen Israel hervorgerufen. Die Diskussion ist f\u00fcr Vergiftungen besonders anf\u00e4llig, weil viele Menschen mit Apartheid die s\u00fcdafrikanische Rassentrennung und die Diskriminierung Schwarzer Menschen in Verbindung bringen. Das ist aber im V\u00f6lkerrecht nicht mehr Stand der Dinge. <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2022A13_Amnesty_Israel.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heute m\u00fcssen f\u00fcr eine Apartheid-Diagnose drei Kriterien erf\u00fcllt sein<\/a>: a) die Ab\u00adsicht einer \u201eracial group\u201c, die Herrschaft \u00fcber eine andere aufrecht zu erhalten, b) systema\u00adtische Unterdr\u00fcckung, c) gravierende Rechtsverletzungen in Form unmenschlicher Behand\u00adlung. Es geht also bei Apartheid um chronische Diskriminierung auf der Grundlage von \u201erace\u201c, Hautfarbe, Herkunft, national oder ethnisch zugeschriebener Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Unter diesen Voraussetzungen wird die Frage, ob es in Israel und\/oder in den besetzten Ge\u00adbieten ein Apartheid-Regime gebe, auch in Israel selbst und in der j\u00fcdischen \u201eDiaspora\u201c kontrovers diskutiert. <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/ein-viertel-der-juden-in-den-usa-israel-ist-apartheidstaat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bei einer Umfrage unter j\u00fcdischen Amerikanerinnen und Amerikanern<\/a> von 2021 stimmten immerhin 25 Prozent der Aussage zu, Israel sei ein Apartheid-Staat. <a href=\"http:\/\/www.inn.co.il\/News\/News.aspx\/280615\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eine Befragung unter britischen Juden hatte schon 2015<\/a> eine 58-prozentige Zustimmung zu der Aussage ergeben, Israel w\u00e4re ein Apartheid-Staat, wenn es versuchen w\u00fcrde, seine Kontrolle innerhalb von Grenzen aufrechtzuerhalten, in denen mehr Araber als Juden lebten. Noch fr\u00fc\u00adher hatte im Februar 2002 Michael Benyair, 1993-1996 israelischer Generalstaatsanwalt w\u00e4hrend Jitzchak Rabins zweiter Regierung, <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/archives\/article\/2002\/02\/09\/michael-ben-yair-non-a-l-apartheid-pour-sauver-le-sionisme_262079_1819218.html\">in einem Interview f\u00fcr Le Monde<\/a> zu Protokoll gegeben: Wenn zwei V\u00f6lker weder denselben Status noch dieselben Rechte h\u00e4tten, wo die Armee den Besitz des einen sch\u00fctze und den des anderen zerst\u00f6re, wo Segregation in die Gesetze eingeschrieben sei, da gebe es keine andere Zustandsbeschreibung als Apartheid. <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/gastbeitraege\/zwei-voelker-mit-ungleichen-rechten-91287316.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In einem Gastkommentar f\u00fcr die Frankfurter Rundschau<\/a> hat Benyair 2022 diese Einsch\u00e4tzung best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Auch internationale Menschenrechtsorganisationen verwenden die Bezeichnung Apartheid f\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse unter israelischer Besatzung. B\u2019Tselem, die bekannteste israelische Men\u00adschenrechtsgruppe, hat sich <a href=\"https:\/\/www.btselem.org\/publications\/fulltext\/202101_this_is_apartheid\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in einem Positionspapier von Anfang 2021<\/a> sogar entschieden, das israelische Kernland zusammen mit der West Bank und Gaza als ein mehrfach gestaffeltes System der Apartheid zu bezeichnen. Im Februar 2022 hat dann Amnesty International auf breiter empirischer Grundlage <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2022\/02\/israels-apartheid-against-palestinians-a-cruel-system-of-domination-and-a-crime-against-humanity\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in einem ausf\u00fchrlichen Forschungsbericht<\/a> schwere Apartheid-Vorw\u00fcrfe gegen Israel erhoben. Frau Asseburg, die sich <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2022A13_Amnesty_Israel.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zu diesem Report schon schriftlich differenziert ge\u00e4u\u00dfert hatte<\/a>, wiederholt im Interview, dass sie die Zust\u00e4nde im israelischen Kernland <em>nicht<\/em> als Apartheid-Regime charakterisieren w\u00fcrde. Auch sei sie nicht sicher, ob sich hinter der Realit\u00e4t der Besatzung, der Siedlungsexpansion und der Annexionen von An\u00adfang an eine durchg\u00e4ngige Absicht ausmachen lasse, wie AI behauptet. Deshalb empfiehlt sie nachdr\u00fccklich, das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zur Besatzung abzuwarten, um das ihn die Vollversammlung der Vereinten Nationen ersucht hat. Dazu noch ein Hinweis: Wer aktuelle Daten sucht, aber dem Report von Amnesty International misstraut, der schaue sich den <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/reports-bureau-of-democracy-human-rights-and-labor\/country-reports-on-human-rights-practices\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jahresbericht des US State Department \u00fcber Menschenrechtsverletzungen in der gan\u00adzen Welt<\/a> an. Da ergeben sich f\u00fcr <em>Israel and West Bank\/Gaza<\/em> sehr gro\u00dfe Schnittmengen mit dem Bericht von AI, einschlie\u00dflich der allt\u00e4glichen und fast immer unges\u00fchnten Gewalt radi\u00adkaler Siedler und der Armee gegen Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser in der West Bank.<\/p>\n<h2>Legitimer oder illegitimer Widerstand<\/h2>\n<p>Andere Kritiker des Interviews wie z.B. <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/die-politologin-muriel-asseburg-macht-verfehlten-israel-vergleich-19021358.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">J\u00fcrgen Kaube, einer der Herausgeber der FAZ, be\u00adschuldigen<\/a> Frau Asseburg vor allem einer Gleichsetzung der israelischen Politik gegen\u00fcber den Pal\u00e4stinensern mit Russlands Aggressionskrieg gegen die Ukraine. Der Hintergrund f\u00fcr dieses Thema ist die Frage, warum Deutschland in vielen Teilen der Welt nur wenig oder je\u00addenfalls keine entschiedene Zustimmung f\u00fcr seine Haltung zu diesem Krieg bekommt. In der Diskussion <em>macht<\/em> Frau Asseburg in der Tat <em>darauf aufmerksam<\/em>, dass unter Pal\u00e4stinensern die Wahrnehmung einer Doppelmoral nicht nur Deutschlands, sondern des Westens insgesamt weit verbreitet ist; in Alltagssprache \u00fcbersetzt: Sind die Pal\u00e4stinenser nicht auch der schw\u00e4\u00adchere Teil in ihrem Konflikt mit Israel? Sind ihre Verluste an Menschenleben nicht drama\u00adtisch h\u00f6her als die auf der anderen Seite? Stehen denn pal\u00e4stinensische Truppen in Israel oder nicht doch israelische in Gebieten, die laut V\u00f6lkerrecht den Pal\u00e4stinensern zustehen? Werden nicht pal\u00e4stinensische St\u00e4dte immer wieder von Israel heftig bombardiert?<\/p>\n<p>Wie die historische Erfahrung zeigt, hat jede Besetzung, die gegen den Willen der Besetzten erfolgte, fast zwangsl\u00e4ufig gewaltsamen Widerstand hervorgerufen. Ist es dann nicht nach\u00advollziehbar, so fragt Frau Asseburg weiter, wenn Pal\u00e4stinenser und Pal\u00e4stinenserinnen dage\u00adgen protestieren, dass ihr bewaffneter Widerstand pauschal als Terrorismus bezeichnet wird, der bewaffnete Widerstand der Ukraine dagegen als legitim und unterst\u00fctzenswert? Was die Legitimit\u00e4t bewaffneter Aktionen angeht, so stellt sie mehrfach klar, dass unterschiedslose oder unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Gewalt und vor allem Gewalt gegen Zivilisten in jeder Konstellation v\u00f6lkerrechtlich unzul\u00e4ssig ist. J\u00fcrgen Kaube beklagt sich auch, Frau Asseburg referiere unkri\u00adtisch die auf Seiten der Pal\u00e4stinenser weit verbreitete Begr\u00fcndung f\u00fcr ihren Widerstand, durch Verhandlungen h\u00e4tten sie ja nichts erreicht. Das gilt aber spiegelbildlich doch genauso f\u00fcr die j\u00fcdische Seite. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Israel mit seiner kontinuier\u00adlichen Siedlungsexpansion mindestens genauso viel Verantwortung f\u00fcr den mehrfach geschei\u00adterten Friedensprozess tr\u00e4gt. Warum sollte auch sonst der ber\u00fchmte israelische Schriftsteller David Grossman die j\u00fcdische Ansiedlung im Westjordanland <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/israel-david-grossman-ueber-seine-hoffnung-fuer-das-land-19055179.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als \u201eeine gro\u00dfe Katastrophe\u201c bezeichnen<\/a>, wohlgemerkt nicht nur f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser, sondern auch f\u00fcr die Juden.<\/p>\n<h2>Keine Unterst\u00fctzung, aber Verst\u00e4ndnis f\u00fcr BDS<\/h2>\n<p>Was BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) angeht, eine pal\u00e4stinensische Initiative, die ebenfalls heftige Kritik auf sich zieht, so w\u00e4re als erstes darauf hinzuweisen, dass Frau Asse\u00adburg die Boykott-Bewegung auch im Interview nicht unterst\u00fctzt; sie h\u00e4lt sie allerdings f\u00fcr eine legitime Form pal\u00e4stinensischen Protests gegen die Besatzung. Und sie r\u00e4umt ein, dass sich unter den Bef\u00fcrwortern von BDS auch Antisemiten finden lassen, sieht die Bewegung aber nicht als per se antisemitisch. <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2020\/februar\/israelkritik-gleich-antisemitismus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auch deutsche Gerichte haben sich verschiedentlich gegen den pauschalen Verdacht auf Strafw\u00fcrdigkeit einer Bef\u00fcrwortung von BDS ausgesprochen<\/a> und verlangen konkrete Belege f\u00fcr m\u00f6gliche antisemitische oder andere Straftatbest\u00e4nde, be\u00advor sie Verbote oder Raumk\u00fcndigungen f\u00fcr zul\u00e4ssig erachten. Das Hauptargument f\u00fcr einen differenzierten Umgang mit BDS freilich ist die Gewaltfreiheit, zu der sich BDS durchg\u00e4ngig bekennt. Damit bietet die Bewegung eine Alternative f\u00fcr Pal\u00e4stinenser, die gute Gr\u00fcnde ha\u00adben, sich gegen die Besatzung zur Wehr zu setzen, sich aber ohne eine solche Alternative u.U. f\u00fcr gewaltsamen Widerstand entscheiden w\u00fcrden. Dabei ist auch zu ber\u00fccksichtigen, dass Is\u00adrael die politische Artikulation der pal\u00e4stinensischen Zivilgesellschaft auf vielf\u00e4ltige Weise einschr\u00e4nkt oder sogar unter Terrorismusverdacht stellt und verbietet.<\/p>\n<p>Ein h\u00e4ufig ge\u00e4u\u00dferter Vorwurf ist auch, dass aus den Reihen der Bewegung immer wieder die Ablehnung eines j\u00fcdischen Staates zu vernehmen sei. Dabei w\u00e4re freilich als erstes zu pr\u00fcfen, ob es sich nicht vielleicht um die Bef\u00fcrwortung eines bi-nationalen Staates handelt, in dem Juden und Araber gleichberechtigt nebeneinander leben. Vor allem aber bleibt der zentrale Widerspruch bei diesem Thema zu bedenken. Denn wenn die Ablehnung eines j\u00fcdischen Staates im ehemaligen Mandatsgebiet Pal\u00e4stina ein Ausdruck von Antisemitismus sein soll, wie w\u00e4re dann die Ablehnung eines pal\u00e4stinensischen Staates in einem anderen Teil desselben zu bewerten; eine Position, die von ma\u00dfgeblichen israelischen Politikern und ihrem Anhang nicht nur immer entschiedener vertreten, sondern auch konkret umgesetzt wird? W\u00e4re das dann nicht Anti-Pal\u00e4stinismus? Man muss BDS nicht gut finden; viele Aktionen sind nicht nur politisch t\u00f6richt, sondern auch inhaltlich oder moralisch nicht vertretbar. Aber Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die extrem belastete Situation der Pal\u00e4stinenser, aus der die Bewegung her\u00advorgegangen ist, so wie es <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2023\/17\/antisemitismus-palaestinenser-demonstration-nahostkonflikt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meron Mendel in einem Beitrag f\u00fcr die ZEIT<\/a> artikuliert hat, sollte man eigentlich erwarten k\u00f6nnen. An amerikanischen Universit\u00e4ten <a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/opinion\/2016-05-09\/ty-article\/.premium\/to-beinart-pro-bds-jews-are-just-as-jewish-as-you\/0000017f-f73d-d318-afff-f77f18410000\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unterst\u00fctzt sogar ein Teil der j\u00fcdischen Studierenden BDS.<\/a> Ma\u00dfen sich der Deutsche Bundestag, Herr Kaube, Frau Badum und viele Andere mit ihrer kompromisslosen Kritik an BDS also nicht nur ein Urteil dar\u00fcber an, ob und wie sich Pal\u00e4stinenser gegen Besatzung und gravierende Menschenrechtsverletzungen gewaltfrei zur Wehr setzen d\u00fcrfen, sondern auch dar\u00fcber, wo und wie Juden und Nicht-Juden generell in allen Kontroversen \u00fcber den Nahost-Konflikt zu stehen h\u00e4tten, damit sie in Deutschland nicht als Antisemiten gelten?<\/p>\n<p>Besonders verwerflich findet J\u00fcrgen Kaube, dass Frau Asseburg sich dagegen ausspricht, die BDS-Kampagne in eine Tradition mit der \u201eKauft nicht bei Juden\u201c-Kampagne der Nazis zu stellen. Aber dieser Vergleich ist demagogisch, weil er den hoch bewaffneten Staat Israel, der wiederholt gezeigt hat, dass er sich mit Entschiedenheit zu behaupten wei\u00df, mit einer im Ver\u00adh\u00e4ltnis zur herrschenden Mehrheitsgesellschaft kleinen, wehrlosen und v\u00f6llig unschuldigen Gruppe von Juden in Deutschland gleichsetzt, die gegen die gewaltsame Ausgrenzung durch eine diktatorische Gewaltherrschaft mit Massenanhang nicht den Hauch einer Chance hatte. Auf scharfe Kritik st\u00f6\u00dft bei ihm auch Frau Asseburgs Aussage, die Deutschen h\u00e4tten Israel zum Schiedsrichter dar\u00fcber gemacht, ob sie ausreichend f\u00fcr ihre Vergangenheit geb\u00fc\u00dft h\u00e4tten. Hier ist festzuhalten, dass sich das Argument gar nicht gegen Israel richtet, sondern eher ge\u00adgen Deutschland, und auf die Frage nach den richtigen Lehren aus den deutschen Verbrechen zielt. Die aus den deutschen Massenmorden an Juden und anderen V\u00f6lkern zu ziehenden Schlussfolgerungen sind n\u00e4mlich nicht widerspruchsfrei. Es geht dabei vor allem um den Konflikt zwischen einer partikularen und einer universalen Perspektive. Die partikulare Per\u00adspektive erwartet, dass sich Deutschland in erster Linie gegen Antisemitismus und zugunsten Israels engagiert; die universalistische legt Wert darauf, dass sich Deutschland <em>generell<\/em> f\u00fcr die Beachtung der Menschen- und B\u00fcrgerrechte einsetzt. Dann aber muss es Menschenrechtsver\u00adletzungen im Nahost-Konflikt <em>auf beiden Seiten<\/em> in den Blick nehmen.<\/p>\n<h2>Kritik an Israel und innerj\u00fcdische Kontroversen<\/h2>\n<p>Zwar wird Kritik an Israel, wie hier gezeigt, oft nicht gerne gesehen. Aber das Hauptproblem liegt doch darin, dass auch die offizielle Kritik der Bundesregierung an der israelischen Siedlungspolitik seit Jahrzehnten ohne jede Konsequenz bleibt. Frau Asseburg erinnert daran, dass sich Deutschland bislang immer auf Friedensverhandlungen und die Option einer Zwei\u00adstaatenl\u00f6sung berufen und damit seine Zur\u00fcckhaltung legitimieren konnte. Dieses Arrange\u00adment aber steht vor dem Zusammenbruch. Es empfiehlt sich daher, dass <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2023\/07\/06\/outlook-on-german-israeli-relations-german-staatsraison-and-netanyahus-coalition-contentious-judicial-reform\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sich Deutschland da\u00adrauf vorbereitet, wie es mit einem von Israel dominierten undemokratischen j\u00fcdisch-ara\u00adbischen Einheitsstaat umgehen und diesen Umgang mit seiner historischen Verantwortung verbinden will<\/a>. Die emp\u00f6rte Gegenkritik an unabh\u00e4ngiger deutscher Expertise zum Nahost-Konflikt \u00fcbersieht, dass diese sich zu einem sehr gro\u00dfen Teil in Debatten und Analysen bewegt, die von j\u00fcdischen Wissenschaftlern, Journalistinnen, Politikern oder Aktivistinnen gepr\u00e4gt werden. Die Grundlage f\u00fcr meine eigenen Forschungsberichte zum Thema z.B. sind zu ca. 80 Prozent israelische oder andere j\u00fcdische Autorinnen und Autoren. Bei Frau Asse\u00adburg ist es \u00e4hnlich. Au\u00dferdem hat sie sehr enge und vielseitige Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen in Israel. Wir leben nun einmal nicht mehr in einer reinen Staatenwelt, sondern auch in Gesellschaftswelten, in denen sich Diskurse \u00fcber Landesgrenzen hinaus neu verbinden. Daraus ergeben sich auch grenz\u00fcberschreitende Kontroversen und Polarisierungen und damit neue Herausforderungen f\u00fcr eine demokratische Debatte. Wer noch Interesse an zivilem Um\u00adgang unter solchen erschwerten Bedingungen hat, der oder die sollte auf sehr einseitige oder polemische bis verleumderische Tweets oder Zeitungsartikel verzichten und auch mit dem Antisemitismus-Vorwurf sorgsam umgehen; und zwar gleicherma\u00dfen innerj\u00fcdisch, unter Nicht-Juden oder diagonal.<\/p>\n<p><em>Eine ausf\u00fchrlichere Fassung dieses Textes erscheint im Herbst in einer Sammlung von Aufs\u00e4tzen des Autors unter dem Obertitel: \u201eSchat\u00adten der Vergangenheit: Deutschland, die USA und der Nahost-Konflikt\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Aussagen vieler seiner eigenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, aber auch nach Einsch\u00e4tzun\u00adgen von au\u00dfen ist Israel gerade in einer bedrohlichen inneren Krise. Gleichzeitig findet in Deutschland ein Sturm im Wasserglas statt \u00fcber ein ausf\u00fchrliches Interview in einem auf j\u00fcn\u00adgere Zuschauer zugeschnittenen youtube-Format (jung &#038; naiv, Folge 647) \u00fcber den israe\u00adlisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt. 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