{"id":13084,"date":"2021-07-30T10:55:30","date_gmt":"2021-07-30T08:55:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/warum-dringen-krisenwarnungen-nicht-durch-vier-eigenschaften-die-warnungen-erfuellen-sollten\/"},"modified":"2021-07-30T10:55:30","modified_gmt":"2021-07-30T08:55:30","slug":"warum-dringen-krisenwarnungen-nicht-durch-vier-eigenschaften-die-warnungen-erfuellen-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2021\/07\/30\/warum-dringen-krisenwarnungen-nicht-durch-vier-eigenschaften-die-warnungen-erfuellen-sollten\/","title":{"rendered":"Warum dringen Krisenwarnungen nicht durch? Vier Eigenschaften, die Warnungen vor Massenverbrechen erf\u00fcllen sollten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Fr\u00fcherkennung und die Pr\u00e4vention von Massenverbrechen sind eine gro\u00dfe Herausforderung. Es mangelt meist nicht an Warnungen, die insbesondere von Akteuren aus der Zivilgesellschaft formuliert werden. Daher wird oft angenommen, es liege an mangelndem politischen Willen, dass auf die Warnungen keine pr\u00e4ventiven Ma\u00dfnahmen folgen. Wie dieser Blog zeigt, k\u00f6nnen aber auch die zivilgesellschaftlichen Akteure selbst einiges daf\u00fcr tun, um die Qualit\u00e4t ihrer Arbeit zu steigern und von Entscheidungstr\u00e4ger*innen geh\u00f6rt zu werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die V\u00f6lkermorde in Ruanda und Srebrenica gaben der UN-Vollversammlung im Jahre 2005 den Ansto\u00df zur Verabschiedung der internationalen Schutzverantwortung (\u201eResponsibility to Protect\u201c). Die mit ihr verbundene konzeptionelle Neuverkn\u00fcpfung von staatlicher Souver\u00e4nit\u00e4t und Verantwortung sollte es der Weltgemeinschaft erm\u00f6glichen, Massenverbrechen wie V\u00f6lkermord, ethnische S\u00e4uberungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen k\u00fcnftig zu verhindern oder zumindest zeitnah zu beenden. F\u00fcr das Erreichen dieser Ziele sind nicht zuletzt das fr\u00fchzeitige Erkennen von Krisendynamiken sowie pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen von besonderer Bedeutung. Die deutsche Bundesregierung hat ihre Kapazit\u00e4ten im Bereich der Krisenfr\u00fcherkennung daher <a href=\"https:\/\/peacelab.blog\/2021\/06\/krisenfrueherkennung-von-der-vorausschau-zur-praevention\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kontinuierlich ausgebaut<\/a>, was besonders bei der Verabschiedung der <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/blob\/1213498\/d98437ca3ba49c0ec6a461570f56211f\/krisen-verhindern-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leitlinien zur Krisenpr\u00e4vention<\/a> 2017 deutlich wurde.<\/p>\n<p>Dennoch zeigen <a href=\"https:\/\/peacelab.blog\/2021\/05\/praevention-von-massenverbrechen-von-der-staatsraison-zur-strategie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">j\u00fcngste Entwicklungen<\/a>, dass der Br\u00fcckenschlag zwischen Fr\u00fchwarnung und Pr\u00e4vention\u00a0eine enorme Herausforderung bleibt. Der Grund f\u00fcr diese Kluft zwischen Anspruch und Umsetzung liegt aus Sicht vieler Aktivist*innen auf der Hand: Warnungen \u00fcber den Ausbruch von Massenverbrechen gab und gibt es im \u00dcberfluss.\u00a0Jedoch weigere sich die Politik aus mangelndem Interesse oder sogar Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber dem Leid der betroffenen Bev\u00f6lkerung, diesen Warnungen auch Taten folgen zu lassen.<\/p>\n<p>So nachvollziehbar diese Interpretation auf den ersten Blick ist, verstellt sie den Blick auf strukturelle Faktoren aufseiten der Entscheider*innen, die erfolgreiche Krisenpr\u00e4vention in der Praxis \u00e4u\u00dferst schwierig machen. Das beginnt mit dem <a href=\"https:\/\/internationalepolitik.de\/de\/krisenpraevention\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4ventionsdilemma<\/a>,\u00a0das\u00a0auch w\u00e4hrend der Corona-Krise prominent diskutiert wurde. Erfolgreiche Pr\u00e4vention ist unsichtbar und produziert keine \u00f6ffentlichen Schlagzeilen, gescheiterte Pr\u00e4vention ist daf\u00fcr umso sichtbarer. Dieses Dilemma wird dadurch versch\u00e4rft, dass Krisen aufgrund ihrer Vielschichtigkeit <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/14623528.2020.1818478?tab=permissions&amp;scroll=top\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schwer vorauszusehen sind<\/a>. Da es sich zudem um vergleichsweise sehr seltene (wenn auch schwerwiegende) Ereignisse handelt, bewegen sich Prognosen eines Ausbruchs selbst bei den dringendsten Warnungen meist im sehr niedrigen zweistelligen Bereich. Selbst, wenn sich Krisenpr\u00e4vention lediglich auf jene Hochrisikof\u00e4lle erstreckt, muss sie somit zwangs\u00adl\u00e4ufig immer eine immens hohe Anzahl von \u201efalse positive\u201c-Situationen abdecken \u2013 Krisen also, die auch ohne pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen nicht ausgebrochen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Angesichts knapper Ressourcen ist pr\u00e4ventives Engagement, das mit hohen Kosten verbunden ist, in Regionen, in denen gegenw\u00e4rtig (noch) kein Massenverbrechen stattfindet, oft schwer politisch zu rechtfertigen. Hinzu kommt, dass Entscheidungstr\u00e4ger*innen t\u00e4glich mit einer F\u00fclle von mehr oder weniger expliziten Warnungen konfrontiert werden. Diese sind nicht nur schwer zu sichten, sondern enthalten nicht selten auch\u00a0versteckte Agenden, die entschl\u00fcsselt und <a href=\"https:\/\/peacelab.blog\/2020\/06\/warning-about-conflicts-and-pandemics-how-to-get-heard-by-decision-makers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden m\u00fcssen<\/a>. Alle diese politischen Faktoren machen die Entscheidung zugunsten aktiver Krisenpr\u00e4vention weit schwieriger als es h\u00e4ufig den Anschein hat.<\/p>\n<h2>Vier Eigenschaften guter Warnungen<\/h2>\n<p>Warnungen sollten diesem Umstand Rechnung tragen, <a href=\"https:\/\/peacelab.blog\/2016\/09\/kein-blick-in-die-kristallkugel-early-action-durch-bessere-kommunikation-und-entscheidungsorganisation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">transparent kommuniziert werden\u00a0und sich an den\u00a0Bed\u00fcrfnissen ihrer Adressat*innen orientieren<\/a>. Dies gilt auch und gerade f\u00fcr zivilgesellschaftliche Warner wie etwa Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die h\u00e4ufig \u00fcber Kontakte in Krisenregionen verf\u00fcgen und einen wertvollen Beitrag zur deutschen Krisenpr\u00e4vention leisten k\u00f6nnten. Aber welche Bed\u00fcrfnisse haben Entscheider*innen in der Praxis? Was k\u00f6nnen NGOs tun, um diese gezielt anzusprechen und damit ihre Erfolgschancen zu erh\u00f6hen? J\u00fcngste politikwissenschaftliche Erkenntnisse liefern darauf einige Antworten:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/books\/warning-about-war\/2B8E3B55370AF392411BBDDD33DDD0B9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">viel beachtete Studie von Christoph Meyer et al.<\/a> zeigt die Notwendigkeit auf,\u00a0<em>Warnungen so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich zu formulieren<\/em>. Vor welchem Ereignis wird konkret gewarnt? Welche geografische Ausdehnung und welche Opferzahlen werden erwartet? In welchem Zeitraum wird dieses Ereignis voraussichtlich auftreten \u2013 in wenigen Wochen, Monaten oder erst in eineinhalb Jahren? Und: Mit welcher Unsicherheit ist die Warnung behaftet? Da Individuen verbale Wahrschein\u00adlichkeitsangaben h\u00f6chst unterschiedlich interpretieren \u2013 mit teils <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/Philip_E_Tetlock_and_Dan_Gardner_Superfo.html?id=40jhvQEACAAJ&amp;redir_esc=y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">drastischen au\u00dfenpolitischen Folgen<\/a> \u2013, empfehlen Meyer et al., Unsicherheit entweder in Prozentwerten oder zumindest durch eine ungef\u00e4hre Zuordnung von Prozentwerten zu verbalen Kategorien anzugeben. Derart formulierte Warnungen bergen f\u00fcr Entscheidungstr\u00e4ger*innen einen enormen Mehrwert, da sie es erlauben, knappe Mittel zu priorisieren und die richtigen Pr\u00e4ventions\u00adinstrumente auszuw\u00e4hlen.<br \/>\nDer damit verbundene Reflexionsprozess kann zudem entscheidend zu besseren Warnungen beitragen. Die <a href=\"https:\/\/www.dni.gov\/files\/documents\/ICD\/ICD%20203%20Analytic%20Standards.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Standards der US-amerikanischen\u00a0Intelligence\u00a0Community<\/a> geben dabei eine wichtige Orientierung: Sie betonen die Notwendigkeit, die eigenen Grundannahmen klar zu benennen und Einsch\u00e4tzungen transparent zu begr\u00fcnden. Auch fordern sie, widerspr\u00fcchliche Informationen miteinzubeziehen, die gegen den Eintritt des Ereignisses sprechen. Dies ist eine Praxis, die die <a href=\"https:\/\/doi.apa.org\/doiLanding?doi=10.1037%2Fxap0000040\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treffsicherheit von Vorhersagen nachweislich erh\u00f6ht<\/a>. Auch NGOs stehen in der Verantwortung, sich an Best Practices zu orientieren und dadurch die Qualit\u00e4t und Transparenz ihrer Warnungen zu erh\u00f6hen. Dies f\u00f6rdert letztlich auch ihre Glaubw\u00fcrdigkeit in den Augen derer, an die sie appellieren.<\/li>\n<li>Damit Warnungen f\u00fcr Entscheider*innen von Nutzen sind, m\u00fcssen sie zudem\u00a0<em>rechtzeitig<\/em> erfolgen. Je mehr Zeit bis zum Ausbruch eines Massenverbrechens verstreicht, desto st\u00e4rker engt sich der pr\u00e4ventive Handlungsspielraum ein. Eine Warnung, die erst dann eintrifft, wenn die Lage bereits eskaliert ist, verfehlt offenkundig ihren Zweck. Auch diese Anforderung ist allerdings eine Herausforderung: Je fr\u00fcher eine Warnung ausgesprochen wird, desto weniger zuverl\u00e4ssig ist sie. Fr\u00fchzeitige Warnungen sind noch mit erheblicher Unsicherheit verbunden, die Wahrscheinlichkeit des Krisenausbruchs ist damit vergleichsweise niedrig. Im Zeitverlauf werden Prognosen zwar sicherer, aber eben auch weniger n\u00fctzlich. Dieser Trade-off l\u00e4sst sich letztlich nicht aufl\u00f6sen, doch schlussendlich muss auf beiden Seiten ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr vorhanden sein, dass auch Nicht-Handeln eine Entscheidung darstellt. Ziel von Warner*innen sollte es daher sein, verantwortungsvoll abzuw\u00e4gen und Unsicherheiten klar zu kommunizieren.<br \/>\nDies setzt allerdings voraus, dass die n\u00f6tigen Informationen und Methoden f\u00fcr die fr\u00fchzeitige Vorhersage von Krisen zu Verf\u00fcgung stehen. Die in der Fr\u00fchwarn-Community weit verbreiteten quantitativen \u201eWatchlists\u201c, etwa das <a href=\"https:\/\/earlywarningproject.ushmm.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Early\u00a0Warning\u00a0Project<\/a> des Holocaust Memorial Museums, erlauben es zwar, Staaten mit erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr Massenverbrechen zu identifizieren. Da sie aber auf \u201astarren\u2018 systemischen Faktoren wie Weltregion, Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe und vergangener Krisenerfahrung beruhen, k\u00f6nnen sie kurzfristige Trends kaum erfassen. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist die Intensivierung der Hetzkampagne zentraler Radiosender wenige Monate vor dem <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/2021-03\/Deutsche_Au%C3%9Fenpolitik_und_der_Voelkermord_in_Ruanda.pdf?dimension1=division_af\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">V\u00f6lkermord in Ruanda<\/a>. Die Triangulation verschiedener Daten und Methoden kann einen Beitrag dazu leisten, die unterschiedlichen Ans\u00e4tze st\u00e4rker zu vernetzen und dadurch auch Krisendynamiken aufzudecken, die bisher nicht erkannt wurden.<\/li>\n<li>Drittens hilft es Entscheider*innen sehr, wenn Warnungen die\u00a0<em>m\u00f6glichen Folgen des Ereigniseintritts klar benennen<\/em>. Das umfasst nicht nur die unmittelbaren Konse\u00adquenzen f\u00fcr die betroffenen Krisenregionen, sondern auch und gerade die langfristigen Folgen f\u00fcr Deutschland und Europa. Ein Beispiel ist der B\u00fcrgerkrieg in Syrien, der <a href=\"https:\/\/peacelab.blog\/2016\/09\/kein-blick-in-die-kristallkugel-early-action-durch-bessere-kommunikation-und-entscheidungsorganisation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erhebliche und vielschichtige Auswirkungen weit \u00fcber die Region<\/a> hinaus mit sich brachte \u2013 wenn auch mit zeitlichem Abstand. Aber f\u00fcr die politische Rechtfertigung der Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen gerade in Regionen, die bisher nicht im Fokus der \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit standen, kann die Hervorhebung der langfristigen Auswirkungen auf Deutschland und seine Partner entscheidend sein.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich steigert die\u00a0<em>Benennung von Handlungsoptionen <\/em>den Mehrwert der Warnung f\u00fcr Entscheider*innen massiv. Dies gilt allerdings <a href=\"https:\/\/peacelab.blog\/2020\/06\/warning-about-conflicts-and-pandemics-how-to-get-heard-by-decision-makers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nur f\u00fcr praktikable Empfeh\u00adlungen<\/a>: Unrealistische oder nicht sachgerechte Ratschl\u00e4ge sind sogar kontra\u00adproduktiv und wirken sich negativ auf die Glaubw\u00fcrdigkeit der gesamten Warnung aus. Warner*innen sollten sich daher enger mit Entscheidungstr\u00e4ger*innen vernetzen und sich darum bem\u00fchen, ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die tats\u00e4chliche Pr\u00e4ventionspraxis zu erhalten \u2013 einschlie\u00dflich des Wissens \u00fcber konkrete Pr\u00e4ventionsinstrumente, deren Kosten, zeitliche Dimension und m\u00f6gliche Folgen. <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/books\/warning-about-war\/2B8E3B55370AF392411BBDDD33DDD0B9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anstelle des vagen Appells, dass \u201eetwas getan werden muss\u201c<\/a>, k\u00f6nnten Warnungen durch konkrete, informierte Empfehlungen erheblich an praktischer Relevanz gewinnen.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Ausblick<\/h2>\n<p>Auch die vollst\u00e4ndige Umsetzung aller Empfehlungen garantiert nicht, dass Warnungen vor Massenverbrechen am Ende auch tats\u00e4chlich geh\u00f6rt werden. Warnen ist ein <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/isr\/article-abstract\/12\/4\/556\/1857138?redirectedFrom=fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcberzeugungsprozess<\/a>, dessen Erfolg von einer F\u00fclle an Faktoren abh\u00e4ngt. Das beginnt bereits damit, die eigenen Warnungen auch proaktiv an die Entscheidungs\u00adtr\u00e4ger*innen zu kommunizieren. Die pr\u00e4ziseste Warnung hilft wenig, wenn der oder die Adressat*in sie gar nicht erst erh\u00e4lt. Dies vorausgesetzt, k\u00f6nnen zivilgesellschaftliche Warner*innen durch die Umsetzung der Empfehlungen jedoch einen gro\u00dfen Beitrag dazu leisten, dass ihre Warnungen als relevant erachtet werden und bei Entscheidungstr\u00e4ger*innen Geh\u00f6r finden.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg w\u00e4re ein noch engerer Austausch zwischen Regierung und Zivilgesellschaft im Bereich der Krisenfr\u00fcherkennung. Beide sollten ein gegenseitiges Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die spezifischen Herausforderungen, Ressourcen und Handlungszw\u00e4nge der anderen Seite entwickeln und in ihrer t\u00e4glichen Arbeit mitdenken. Das so entstehende Vertrauen ist eine wichtige Grundlage, um \u2013 ganz im Sinne der Leitlinien \u2013 schwelende Krisenherde fr\u00fchzeitig zu erkennen und im Ernstfall effektive Ma\u00dfnahmen zur Pr\u00e4vention von Massenverbrechen zu ergreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fr\u00fcherkennung und die Pr\u00e4vention von Massenverbrechen sind eine gro\u00dfe Herausforderung. Es mangelt meist nicht an Warnungen, die insbesondere von Akteuren aus der Zivilgesellschaft formuliert werden. Daher wird oft angenommen, es liege an mangelndem politischen Willen, dass auf die Warnungen keine pr\u00e4ventiven Ma\u00dfnahmen folgen. 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