{"id":13183,"date":"2020-11-04T15:17:55","date_gmt":"2020-11-04T14:17:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/die-politische-logik-der-gewalt\/"},"modified":"2020-11-04T15:17:55","modified_gmt":"2020-11-04T14:17:55","slug":"die-politische-logik-der-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2020\/11\/04\/die-politische-logik-der-gewalt\/","title":{"rendered":"Die politische Logik der Gewalt. Zur Ermordung sozialer Aktivist*innen im Kontext autorit\u00e4rer lokaler Ordnungen in Kolumbien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit dem Abschluss des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerrilla Ende 2016 sind die Morde an sozialen Aktivist*innen deutlich angestiegen. Daran hat sich auch unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie nichts ge\u00e4ndert. H\u00e4ufig wird diese Gewalt allein auf die Pr\u00e4senz bewaffneter, nichtstaatlicher Akteure und deren Kampf um die Kontrolle illegaler \u00d6konomien zur\u00fcckgef\u00fchrt. Sie hat aber zugleich eine dezidiert politische Seite und spiegelt konkret die Funktionsweise lokaler autorit\u00e4rer Ordnungen in Kolumbien. Diese politische Logik anzuerkennen, ist wichtig, um Gegenstrategien zu entwickeln.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2020\/11\/19\/the-political-logic-of-violence-the-assassination-of-social-leaders-in-the-context-of-authoritarian-local-orders-in-colombia\">Read this PRIF Spotlight in English<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die exakten Zahlen sind umstritten, der Trend ist es nicht: Seit das historische Friedensabkommen zwischen dem kolumbianischen Staat und den <em>Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia<\/em> (FARC) Ende 2016 in Kraft getreten ist, ist die Gewalt an sozialen Aktivist*innen angestiegen. Nach Angaben des nichtstaatlichen <em>Instituto de Estudios Para el Desarrollo y la Paz<\/em> (INDEPAZ) sprang die Zahl der ermordeten Aktivist*innen von 132 (2016) auf 208 (2017). <a href=\"http:\/\/www.indepaz.org.co\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In den Jahren 2018 und 2019 wurden 298 bzw. 279, im laufenden Jahr (bis 21. Oktober) bereits 237 Aktivist*innen ermordet<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn in Kolumbien von <em>l\u00edderes y lideresas sociales<\/em> die Rede ist, ist ein breites Spektrum nicht-staatlicher Akteure gemeint: Repr\u00e4sentant*innen lokaler B\u00fcrgerkomitees (<em>Juntas de Acci\u00f3n Comunal<\/em>), indigener, afrokolumbianischer und b\u00e4uerlicher Verb\u00e4nde sowie sozialer Bewegungen und Organisationen, die sich z.B. f\u00fcr Menschenrechte, Landreform oder die Umwelt engagieren. Die Gewalt trifft also just diejenigen, die insbesondere auf lokaler Ebene f\u00fcr die Belange und Rechte benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen eintreten. Damit konterkarieren die Morde \u2013 und die Attacken und Drohungen gegen soziale Aktivist*innen im Allgemeinen \u2013 nicht nur grunds\u00e4tzlich die Idee des Friedensprozesses, sie unterminieren auch ganz konkret die Umsetzung des Friedensabkommens von 2016. In Erg\u00e4nzung zur Demobilisierung und Reintegration der FARC sah dieses insbesondere eine Reihe sozialer und politischer Reformen vor, \u00fcber die \u201evon unten\u201c, aus den vom Gewaltkonflikt betroffenen Regionen selbst und unter Beteiligung der lokalen Bev\u00f6lkerung ein dauerhafter Frieden aufgebaut werden sollte. Diejenigen, die sich vor Ort f\u00fcr die Umsetzung dieser Reformen engagieren, werden nun aber zum Ziel der Gewalt.<\/p>\n<h2>Das politische Gesicht der Gewalt<\/h2>\n<p>Auf der Suche nach Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Gewaltwelle gegen soziale Aktivist*innen betonen sowohl Regierung als auch zahlreiche Beobachter*innen <a href=\"https:\/\/www.hsfk.de\/fileadmin\/HSFK\/hsfk_publikationen\/prif0319.pdf.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Bedeutung illegaler \u00d6konomien und nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen<\/a>.\u00a0In der Tat hat die Demobilisierung der FARC in einigen marginalisierten Regionen zur Expansion des Koka-Anbaus, der Kokain-Produktion und auch des illegalen Bergbaus gef\u00fchrt. Um die Kontrolle der entsprechenden Ressourcen und Territorien k\u00e4mpft ein fragmentiertes Spektrum nichtstaatlicher Gewaltakteure, darunter die verbliebene ELN-Guerrilla (<em>Ej\u00e9rcito de Liberaci\u00f3n Nacional<\/em>), diverse Abspaltungen der FARC, die sich der Demobilisierung entzogen haben, verschiedene Nachfolgeorganisationen der seit 2006 offiziell aufgel\u00f6sten Paramilit\u00e4rs sowie schlicht kriminelle Banden. F\u00fcr die illegalen Aktivit\u00e4ten all dieser Gruppen stellen lokale Gemeinschaften und soziale Organisationen, die sich etwa f\u00fcr Landrechte oder alternative Entwicklungsstrategien engagieren, ein Hindernis dar.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df dieser Analyse besteht das Grundproblem in der prek\u00e4ren Pr\u00e4senz des kolumbianischen Staates in der breiten Fl\u00e4che des Landes. Offensichtlich ist der Staat nicht in der Lage, wirksam gegen kriminelle Strukturen vorzugehen und die eigene Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen. L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge konzentrieren sich dementsprechend darauf, bestehende Ma\u00dfnahmen zum Schutz sozialer Anf\u00fchrer*innen (Schutzwesten, Bodyguards u.\u00e4.) auszubauen, die Pr\u00e4senz staatlicher Sicherheitskr\u00e4fte in den betroffenen Regionen zu st\u00e4rken sowie illegale Strukturen effektiver zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Diese Erkl\u00e4rung erfasst einen wichtigen Teil des Ph\u00e4nomens, und ein besserer staatlicher Schutz bedrohter sozialer F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten ist ohne Zweifel angezeigt. Der alleinige Fokus auf die Bedeutung illegaler Akteure und Strukturen ignoriert allerdings die dezidiert politischen Ursachen hinter der Gewalt gegen Aktivist*innen. Betrachtet man die nichtstaatlichen Gewaltakteure als blo\u00dfe Unternehmer der Illegalit\u00e4t, die Einnahmen aus kriminellen Gesch\u00e4ften maximieren, ger\u00e4t aus dem Blick, dass diese Gruppen in vielen F\u00e4llen \u00fcber enge Verbindungen zu lokalen Eliten verf\u00fcgen und Bestandteil lokaler soziopolitischer Ordnungen sind. <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/bueros\/la-seguridad\/16811.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In einer aktuellen, spanischsprachigen Studie<\/a> argumentieren wir, dass sich die Gewalt gegen soziale Aktivist*innen zumindest teilweise auf die Funktionsweise faktisch autorit\u00e4rer lokaler Ordnungen zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Die Morde an sozialen Aktivist*innen sind in diesem Sinne als genuin politisches Ph\u00e4nomen zu sehen: Lokale Eliten, die ihre Macht durch den Friedensprozess und die Mobilisierung (neuer) soziopolitischer Kr\u00e4fte bedroht sehen, reagieren darauf mit gezielter Gewalt.<\/p>\n<h2>Gewaltakteure, Staat und lokale Ordnungsbildung<\/h2>\n<p>D<a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/books\/rebelocracy\/67B0396DABAA4AE1C988A2DA3FBAC425\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ass R\u00e4ume mit einer prek\u00e4ren oder selektiven Pr\u00e4senz des Staates keine \u201eunregierten\u201c R\u00e4ume sind, ist mittlerweile breit anerkannt<\/a>. Mit Blick auf den kolumbianischen B\u00fcrgerkrieg beispielsweise ist umfassend dokumentiert, wie Guerrilla-Organisationen und paramilit\u00e4rische Gruppen lokale Ordnungen aufbauen, die Ma\u00dfnahmen sozialer Kontrolle mit der Bereitstellung \u00f6ffentlicher G\u00fcter und Dienstleistungen verbinden.\u00a0Das Verh\u00e4ltnis zum Staat ist dabei unterschiedlich, manchmal wird er vollst\u00e4ndig ersetzt, teils zeigt sich aber auch eine (faktische) Arbeitsteilung und mitunter die direkte Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und Repr\u00e4sentant*innen auf lokaler Ebene.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches konnte f\u00fcr kriminelle Gruppen gezeigt werden. Auch Banden und Mafia-Organisationen, die in Drogenhandel und andere illegale Gesch\u00e4fte verstrickt sind, befassen sich mit zentralen Aufgaben des Regierens lokaler Gemeinschaften. Dabei pflegen sie h\u00e4ufig vielf\u00e4ltige, mitunter kooperative Beziehungen zu staatlichen Akteuren. Auf lokaler Ebene gehen die Beziehungen zwischen politischen und kriminellen Akteuren dabei \u00fcber die f\u00fcr illegale M\u00e4rkte charakteristischen Beziehungen von \u201eSchutz\u201c und \u201eStraflosigkeit\u201c hinaus: <a href=\"https:\/\/larrlasa.org\/articles\/10.25222\/larr.975\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lokale Politiker*innen bilden etwa Allianzen oder Abkommen mit kriminellen Gruppen und nutzen sie, um die Bev\u00f6lkerung zu kontrollieren und mit Gewalt gegen politische Rivalen vorzugehen<\/a>.<\/p>\n<h2>Lokaler kompetitiver Autoritarismus als Gewaltursache<\/h2>\n<p>Das, was heute als Problem einer \u201eprek\u00e4ren Pr\u00e4senz\u201c des kolumbianischen Staates in den peripheren Regionen des Landes beschrieben wird, hat seinen Ursprung in der Art und Weise, wie dieser Staat historisch entstanden ist. Im Kern delegierten der Zentralstaat bzw. die nationalen Eliten die soziale und politische Kontrolle marginalisierter Regionen an lokale Eliten. Bei der Kontrolle dieser Territorien, die zugleich mit dem Zugriff auf vielf\u00e4ltige Ressourcen (Land, staatliche Finanzen, illegale Ressourcen) einherging, spielen nichtstaatliche Gewaltakteure h\u00e4ufig bis heute eine wesentliche Rolle. In einigen F\u00e4llen wurden sie von lokalen Eliten begr\u00fcndet, in anderen F\u00e4llen arbeiten sie eng mit ihnen zusammen oder haben sich selbst zur lokalen Elite aufgeschwungen. In all diesen Kontexten dient die Gewaltanwendung \u201ekrimineller\u201c Gruppen mindestens zum Teil dem Ziel, lokale bzw. regionale Ordnungen durchzusetzen und aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Im Ergebnis sind viele Gemeinden Kolumbiens durch eine Form politischer Ordnung gekennzeichnet, die sich im Anschluss an <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/books\/competitive-authoritarianism\/20A51BE2EBAB59B8AAEFD91B8FA3C9D6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Steven Levitskys und Lucan Ways Studie \u00fcber <em>Competitive Authoritarianism<\/em><\/a>\u00a0als subnationaler kompetitiver Autoritarismus bezeichnen l\u00e4sst. Formal funktioniert Politik in diesen Gemeinden gem\u00e4\u00df demokratischer Spielregeln \u2013 diese werden in Kolumbien auf nationaler Ebene festgelegt und lassen sich von lokalen Eliten nicht \u00e4ndern. Entsprechend existieren zivilgesellschaftliche Akteure, die f\u00fcr ihre Belange eintreten, und es werden Wahlen abgehalten, an denen oppositionelle Gruppen, einschlie\u00dflich sozialer F\u00fchrungspersonen, teilnehmen. Gleichzeitig aber wird der politische Wettbewerb und damit der Zugang zur politischen Macht faktisch systematisch eingeschr\u00e4nkt. Hierzu dienen insbesondere informelle Kontrollmechanismen wie Klientelismus, Kooptation und eben die Gewalt gegen politische Rivalen und gesellschaftliche Herausforderer \u2013 wobei Letztere an nichtstaatliche Gewaltakteure \u201eausgelagert\u201c wird.<\/p>\n<p>Die Umsetzung des Friedensabkommens von 2016 bedroht diese lokalen Machtarrangements. Das Abkommen sieht eine Reihe von Ma\u00dfnahmen vor (z.B. Landreform, partizipative Entwicklungsplanung), die die Machtbasis und Einnahmequellen lokaler Eliten gef\u00e4hrden. Zugleich hat der Friedensprozess der Mobilisierung diverser Bev\u00f6lkerungsgruppen im Namen der versprochenen Reformen Auftrieb gegeben, <a href=\"https:\/\/www.welt-sichten.org\/artikel\/37491\/kolumbien-der-frieden-bringt-neue-konflikte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die ihrerseits eine Bedrohung lokaler Machtstrukturen darstellt<\/a>.\u00a0Die Welle der Gewalt gegen soziale Aktivist*innen seit 2016 reflektiert in diesem Sinn die Bem\u00fchungen lokaler Eliten, <a href=\"https:\/\/doctrina.vlex.com.co\/vid\/paz-garantias-asesinato-lideres-847222410\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kompetitiv-autorit\u00e4re lokale Ordnungen im Kontext des Friedensprozesses aufrechtzuerhalten<\/a>.<\/p>\n<p>Um den Ursachen der Gewalt gegen soziale F\u00fchrungspersonen systematisch auf die Spur zu kommen, haben wir das Vorkommen und die Intensit\u00e4t (H\u00e4ufigkeit) von Aktivist*innen-Morden in den rund 1.100 Gemeinden Kolumbiens seit 2016 statistisch analysiert. Die Ergebnisse, die wir hier nur in aller K\u00fcrze zusammenfassen k\u00f6nnen, best\u00e4tigen unsere Lesart, die den Zusammenhang von kriminellen Strukturen und politischen Dynamiken betont. So zeigt sich im Sinne der g\u00e4ngigen Interpretation der Gewalt als Ausdruck krimineller Strukturen und schwacher Pr\u00e4senz des Staates, dass Gemeinden mit ausgepr\u00e4gter Drogen\u00f6konomie (Indikator: Koka-Anbaufl\u00e4che) und solche, in denen die Demobilisierung der FARC ein Machtvakuum hinterlassen hat (Indikator: FARC-Pr\u00e4senz 2010-2016), besonders gewalttr\u00e4chtig sind. Zugleich allerdings best\u00e4tigt eine Reihe von Indikatoren die politische Logik der Gewalt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5224\" src=\"https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1_wahlbeteiligung-300x250.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"375\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5225\" src=\"https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2_enp-300x250.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"375\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5226\" src=\"https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3_linke-300x250.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"375\" \/><\/p>\n<p><em>Die drei Grafiken veranschaulichen den statistischen Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit der Aktivist*innen-Morde und der Wahlbeteiligung, der Anzahl politisch relevanter Parteien und der St\u00e4rke linker Parteien auf lokaler Ebene. Informationen zu den Variablen und Details zur quantitativen Analyse finden sich in der ausf\u00fchrlichen Studie.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Als im Schnitt besonders gewalttr\u00e4chtig erweisen sich erstens Gemeinden, die eine geringe Wahlbeteiligung aufweisen \u2013 eine Gr\u00f6\u00dfe, die von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird, im kolumbianischen Kontext aber zumindest n\u00e4herungsweise faktische Restriktionen politischer Partizipationsrechte signalisiert. Besonders betroffen sind zweitens Gemeinden, in denen eine geringe Zahl von Parteien effektiv um die Macht konkurriert \u2013 im parteipolitisch hochgradig fragmentierten Kolumbien ein Hinweis auf eingeschr\u00e4nkten Wettbewerb.<\/p>\n<p>Drittens geht ein steigender Stimmenanteil linker Parteien mit mehr Gewalt gegen soziale Aktivist*innen einher. Aufgrund der Bedeutung sozialer Aktivist*innen f\u00fcr die lokale Pr\u00e4senz linker Parteien verweist deren relative St\u00e4rke bei Wahlen auf die Existenz gesellschaftlicher Kr\u00e4fte, die dominante Eliten herausfordern (Details zur hier grafisch dargestellten Datenanalyse finden sich in der ausf\u00fchrlichen FES-Studie der Autor*innen). Statistisch kommt es also insbesondere in jenen Gemeinden zur Ermordung sozialer Aktivist*innen, in denen politische Macht konzentriert und der politische Wettbewerb sp\u00fcrbar eingeschr\u00e4nkt ist, und\/oder in denen die relative St\u00e4rke linker Parteien eine zumindest potenzielle Gef\u00e4hrdung lokaler Elitenherrschaft signalisiert.<\/p>\n<h2>Politische Implikationen<\/h2>\n<p>Versteht man die Morde an sozialen Aktivist*innen in Kolumbien als im Kern unpolitisches Problem krimineller Strukturen, bietet sich der Ruf nach \u201eder Politik\u201c und \u201edem Staat\u201c als L\u00f6sung an. Insofern die gezielte Gewalt gegen soziale F\u00fchrungspersonen zumindest auch in der Funktionsweise lokaler politischer Ordnungen begr\u00fcndet ist, m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen, wollen sie nachhaltig wirken, diese genuin politische Dimension mit in den Blick nehmen. Der physische Schutz von sozialen Aktivist*innen muss dann erg\u00e4nzt werden um Bem\u00fchungen um eine grundlegende Demokratisierung lokaler R\u00e4ume.<\/p>\n<p>Letztlich geht es um eine tiefgreifende Reform des politischen Systems auf subnationaler Ebene, die \u2013 ganz im Sinne des Friedensabkommens \u2013 in den marginalisierten Regionen Kolumbiens eine Ausweitung politischer Partizipation erm\u00f6glicht und etablierte Machtstrukturen zur\u00fcckdr\u00e4ngt, die lokale Eliten mit nichtstaatlichen Gewaltakteuren verbinden.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5121 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Cover_Spotlight-14_2020-223x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Cover_Spotlight-14_2020-223x300.jpg 223w, https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Cover_Spotlight-14_2020-761x1024.jpg 761w, https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Cover_Spotlight-14_2020-768x1033.jpg 768w, https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Cover_Spotlight-14_2020.jpg 972w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hsfk.de\/publikationen\/publikationssuche\/publikation\/die-politische-logik-der-gewalt\/\">Download (pdf): Albarrac\u00edn, Juan\/Pablo Milanese, Juan\/Valencia, Inge Helena\/Wolff, Jonas (2020): Die politische Logik der Gewalt.\u00a0Zur Ermordung sozialer Aktivist*innen im Kontext autorit\u00e4rer lokaler Ordnungen in Kolumbien, PRIF Spotlight 14\/2020, Frankfurt\/M.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hsfk.de\/index.php?id=724\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Referenzen und weiterf\u00fchrende Literatur<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Dieses Spotlight st\u00fctzt sich auf ein gemeinsames Forschungsvorhaben der Autor*innen, das vom <\/em>Instituto Colombo-Alem\u00e1n para la Paz (CAPAZ)<em> und dem Kolumbien-B\u00fcro der Friedrich-Ebert-Stiftung (FESCOL) unterst\u00fctzt wurde. Es fasst Ergebnisse der Studie \u201eLa l\u00f3gica pol\u00edtica de los asesinatos de l\u00edderes sociales: Autoritarismo competitivo local y violencia en el posacuerdo\u201c (dt: Die politische Logik der Morde an sozialen Aktivist*innen: Lokaler kompetitiver Autoritarismus und Gewalt seit dem Friedensabkommen) zusammen, die als Analyse der FESCOL erschienen ist. Kostenloser Download unter: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/bueros\/la-seguridad\/16811.pdf\">http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/bueros\/la-seguridad\/16811.pdf<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Abschluss des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerrilla Ende 2016 sind die Morde an sozialen Aktivist*innen deutlich angestiegen. Daran hat sich auch unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie nichts ge\u00e4ndert. 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Zur Ermordung sozialer Aktivist*innen im Kontext autorit\u00e4rer lokaler Ordnungen in Kolumbien - PRIF BLOG<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Seit dem Abschluss des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerrilla Ende 2016 sind die Morde an sozialen Aktivist*innen deutlich angestiegen. Daran hat sich auch unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie nichts ge\u00e4ndert. H\u00e4ufig wird diese Gewalt allein auf die Pr\u00e4senz bewaffneter, nichtstaatlicher Akteure und deren Kampf um die Kontrolle illegaler \u00d6konomien zur\u00fcckgef\u00fchrt. Sie hat aber zugleich eine dezidiert politische Seite und spiegelt konkret die Funktionsweise lokaler autorit\u00e4rer Ordnungen in Kolumbien. 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