{"id":13604,"date":"2018-11-01T13:46:40","date_gmt":"2018-11-01T12:46:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/folter-als-friedenshindernis-sebnem-korur-fincanci-und-ihr-einsatz-fuer-folteropfer\/"},"modified":"2018-11-01T13:46:40","modified_gmt":"2018-11-01T12:46:40","slug":"folter-als-friedenshindernis-sebnem-korur-fincanci-und-ihr-einsatz-fuer-folteropfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2018\/11\/01\/folter-als-friedenshindernis-sebnem-korur-fincanci-und-ihr-einsatz-fuer-folteropfer\/","title":{"rendered":"Folter als Friedenshindernis &#8211; \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 und ihr Einsatz f\u00fcr Folteropfer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der diesj\u00e4hrige Hessische Friedenspreis geht an die t\u00fcrkische \u00c4rztin Prof. Dr. \u015eebnem Korur Fincanc\u0131. Sie wird insbesondere f\u00fcr Ihr Engagement gegen Folter ausgezeichnet. Damit wird ein wichtiges Zeichen gesetzt. Das Recht auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit und das damit einhergehende Verbot von Folter ist ein zentrales Menschenrecht. Der Einsatz von Folter muss weltweit bek\u00e4mpft werden, denn Folter steht der Verwirklichung eines nachhaltigen positiven Friedens entgegen. Ohne Anerkennung von Folter und ohne eine Rehabilitation der Opfer werden Vers\u00f6hnung und Aufarbeitung erschwert.<\/strong><\/p>\n<h2>Folter in der Welt<\/h2>\n<p>Das Folterverbot gilt als eine der am weitesten anerkannten v\u00f6lkerrechtlichen Normen: \u201eNiemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden,\u201c besagte bereits Artikel 5 der <a href=\"http:\/\/www.un.org\/Depts\/german\/menschenrechte\/aemr.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte von 1948<\/a>. Dieses Verbot findet sich auch im <a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/menschenrechtsinstrumente\/vereinte-nationen\/menschenrechtsabkommen\/zivilpakt-iccpr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Internationalen Pakt \u00fcber b\u00fcrgerliche und politische Rechte von 1966<\/a> wieder. Im 1984 unterzeichneten \u201eUN \u00dcbereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe\u201c wurde das Folterverbot schlie\u00dflich nochmals international bekr\u00e4ftigt. Dieser <a href=\"https:\/\/treaties.un.org\/Pages\/ViewDetails.aspx?src=TREATY&amp;mtdsg_no=IV-9&amp;chapter=4&amp;clang=_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anti-Folter-Konvention sind inzwischen 164 Staaten<\/a> beigetreten. Das <a href=\"http:\/\/ejil.org\/pdfs\/15\/1\/349.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Folterverbot gilt unter V\u00f6lkerrechtlern als sogenanntes <em>ius cogens<\/em><\/a> &#8211; als zwingende Norm, die nicht durch andere Vertr\u00e4ge aufgehoben werden darf.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz wurde und wird gefoltert \u2013 weltweit und sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten: Blicken wir etwa auf weltweite Foltervorw\u00fcrfe zwischen 2000 und 2011, die das <a href=\"http:\/\/www.humanrightsdata.com\/p\/data-documentation.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CIRI Human Rights Data Project<\/a> auf Grundlage von Berichten des US State Departments und Berichten von Amnesty International zusammengestellt hat, zeigt sich das deutlich. Die folgende Grafik gibt die Zahl der L\u00e4nder an, in denen laut CIRI-Daten regelm\u00e4\u00dfig oder gelegentlich Foltervorw\u00fcrfe erhoben werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2202 size-full\" src=\"https:\/\/blog.prif.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Grafik_Foltervorw\u00fcrfe_2000-2011_CIRI.jpg\" alt=\"Grafik zu L\u00e4ndern mit Foltervorw\u00fcrfen\" width=\"620\" height=\"466\" \/><\/p>\n<p>Folter ist, neben sexualisierter Gewalt, ein h\u00e4ufig genutztes Instrument in bewaffneten Konflikten und in autorit\u00e4ren Regierungssystemen, um den Willen von Menschen und den Zusammenhalt von Gruppen zu brechen.<\/p>\n<p>Auch gegen westliche Staaten wurden immer wieder Vorw\u00fcrfe erhoben, sie h\u00e4tten im Kampf gegen den Terror selbst gefoltert oder zumindest Folter in Partnerstaaten toleriert. Und nicht zuletzt in der T\u00fcrkei gab es in der Vergangenheit immer wieder Foltervorw\u00fcrfe. Die 1990 gegr\u00fcndete T\u00fcrkische Menschenrechtsstiftung, deren Vorsitzende \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 ist, <a href=\"http:\/\/en.tihv.org.tr\/category\/publications\/page\/5\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00f6ffentlicht hierzu seit 1993 regelm\u00e4\u00dfig Berichte<\/a>. Auch in neuerer Zeit wurden immer <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/world-report\/2017\/country-chapters\/turkey\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wieder Foltervorw\u00fcrfe gegen die t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden<\/a> erhoben, insbesondere <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/documents\/eur44\/8567\/2018\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Rahmen des staatlichen Vorgehens gegen mutma\u00dfliche Putschisten<\/a>.<\/p>\n<p>Folter ist ein anhaltendes Problem. Immer wieder sehen jedoch auch Politiker in ihr ein probates Mittel zur Bek\u00e4mpfung von Kriminalit\u00e4t und Terrorismus, so etwa <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/us-news\/2017\/jan\/26\/donald-trump-torture-absolutely-works-says-us-president-in-first-television-interview\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump Anfang 2017<\/a>. \u00c4hnliches sagte <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article215666547\/Irre-Zitate-des-wohl-kuenftigen-Praesidenten-Brasiliens.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der neu gew\u00e4hlte zuk\u00fcnftige Pr\u00e4sident Brasiliens Jair Bolsonaro<\/a> vor einigen Jahren. Dies wird zwar in der Regel \u00f6ffentlich kritisiert und spiegelt keineswegs die Mehrheitsmeinung in den meisten Gesellschaften wieder. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang aber das Ergebnis einer <a href=\"https:\/\/www.voanews.com\/a\/survey-acceptance-torture-growing-during-war\/3624064.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umfrage im Auftrag des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes<\/a>, wonach die Zahl der Menschen, die Folter als eine legitime Taktik zur Informationsbeschaffung in Kriegszeiten betrachten, von 28 Prozent im Jahr 1999 auf 36 Prozent der Befragten im Jahr 2016 angestiegen sei. Insbesondere in Israel und den USA sei dabei die Zustimmungsquote h\u00f6her als in anderen Staaten.<\/p>\n<h2>Aufkl\u00e4rung von Folter und Versorgung der Opfer ist wichtig in der Konfliktaufarbeitung<\/h2>\n<p>Trotz der Fortschritte in der internationalen Verbriefung von Menschenrechten in Konventionen und im humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrecht, scheint die <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2017\/07\/25\/das-humanitaere-voelkerrecht-eine-erfolgsgeschichte-auf-dem-pruefstand\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kriegsf\u00fchrung heute nicht ziviler geworden zu sein<\/a>. Berichte \u00fcber die Grausamkeiten des Islamischen Staates in Irak und Syrien, \u00fcber die R\u00fccksichtslosigkeit der Konfliktparteien in Syrien oder die Brutalit\u00e4t der Milizen im Osten Kongos zeigen: Auch heute wird das Kriegsv\u00f6lkerrecht missachtet. Ausbeutung, Versklavung und sinnlose Gewalt bis hin zu genozid\u00e4ren Ausw\u00fcchsen sind wieder auf den Schlachtfeldern pr\u00e4sent. Folter ist dabei eine nahezu universelle Begleiterscheinung vieler Konflikte.<\/p>\n<p>Friedensprozesse zwischen Staaten werden meist \u00fcber Friedensvertr\u00e4ge oder durch Streitschlichtungen abgeschlossen. Im Anschluss daran liegt es an den Diplomatinnen und Diplomaten die Beziehungen zwischen diesen Staaten wieder aufzubauen und zu st\u00e4rken. Im Gegensatz dazu erfordern innerstaatliche Gewaltkonflikte tiefergehende L\u00f6sungen. Die Menschen m\u00fcssen im Anschluss an den Konflikt wieder in einer Gesellschaft zusammenleben. Dies erfordert umfassende Prozesse der Vers\u00f6hnung, aber auch der Aufarbeitung, Wiedergutmachung und strafrechtlichen Verfolgung schwerster Menschenrechtsverletzungen. Die Aufkl\u00e4rung der durch die Konfliktparteien begangenen Gr\u00e4ueltaten und die Thematisierung der Leiden der Opfer spielen insbesondere f\u00fcr die sp\u00e4tere Konfliktaufarbeitung eine wichtige Rolle, um Kreisl\u00e4ufe der Straflosigkeit zu beenden und um W\u00fcnsche nach Rache abzumildern.<\/p>\n<p>Es gilt auch, die <a href=\"https:\/\/irct.org\/what-we-do\/rehabilitation-of-torture-victims\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Opfer medizinisch zu versorgen und zu therapieren, wie etwa der International Rehabilitation Council for Torture Victims<\/a> betont, in dessen Exekutivausschuss \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 ehemals Mitglied war. Folter hat vernichtende Konsequenzen f\u00fcr die Opfer, ihr pers\u00f6nliches Umfeld und die Gemeinschaft der sie entstammen. Ihr Leben wird j\u00e4h unterbrochen, die Zukunftsplanung zerst\u00f6rt. Die k\u00f6rperlichen und physischen Sch\u00e4den wirken sich Jahre sp\u00e4ter noch aus. Folteropfer haben daher oftmals Probleme, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen oder ein normales Leben zu f\u00fchren. Dies wirkt sich auch negativ auf eine Gesellschaft als Ganzes aus.<\/p>\n<p>Um Folter nachweisen und die Opfer richtig medizinisch versorgen und therapieren zu k\u00f6nnen, ist eine systematische und umfassende Dokumentation solcher Verbrechen notwendig. Dies verleiht den Perspektiven der Opfer au\u00dferdem in sp\u00e4teren Aufarbeitungs- und Vers\u00f6hnungsprozessen mehr Gewicht. Hierf\u00fcr hat die Arbeit von \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 geholfen, eine Grundlage zu schaffen.<\/p>\n<h2>Fincanc\u0131 und ihr Einsatz f\u00fcr eine Systematisierung der Folter-Dokumentation<\/h2>\n<p>Gemeinsam mit der <a href=\"https:\/\/tihv.org.tr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Menschenrechtsstiftung der T\u00fcrkei<\/a> k\u00e4mpft \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 seit Jahrzehnten f\u00fcr die Opfer von Folter und gegen jene, die solche Misshandlungen begehen oder politisch rechtfertigen. Die Stiftung, an deren Spitze sie steht, betreibt f\u00fcnf medizinische Rehabilitationszentren in den t\u00fcrkischen St\u00e4dten Adana, Ankara, Diyarbak\u0131r, Istanbul und Izmir. Tausende wurden dort bereits kostenlos wegen folterbedingter Leiden behandelt. Fincanc\u0131 gilt international als eine der renommiertesten Expertinnen zur Dokumentation von Folter. Auch in anderen L\u00e4ndern wie Bosnien, den Philippinen, Irak und Bahrain, hat sie viele mutma\u00dfliche Folteropfer untersucht, um die Beweisgrundlage f\u00fcr eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe strafrechtliche Untersuchung der F\u00e4lle zu st\u00e4rken. Damit hat sie den Opfern eine Stimme verliehen und ihnen international Geh\u00f6r verschafft.<\/p>\n<p>Fincanc\u0131s wohl bedeutendster Verdienst liegt in ihrem Einsatz f\u00fcr die Systematisierung der Forensik im Hinblick auf Folter. Sie ist eine der Hauptautorinnen des sogenannten \u201e<a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/Documents\/Publications\/training8Rev1en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Istanbul Protokolls<\/a>\u201c, einem medizinischen Standardwerk zur Diagnostik von Folterverletzungen und anderer Formen grausamer Behandlung sowie der Therapie von Folter\u00fcberlebenden. Mit diesem Standardwerk hat sie dazu beigetragen, \u00c4rztinnen, \u00c4rzten und Folteropfern weltweit einen Weg zu er\u00f6ffnen, die T\u00e4ter zur Rechenschaft zu ziehen.<\/p>\n<p>Entwickelt wurde das <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/Documents\/Publications\/training8Rev1en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Istanbul Protokoll<\/a> zwischen 1996 und 1999 durch eine Expertengruppe unter Federf\u00fchrung der T\u00fcrkischen Menschenrechtsstiftung und der Physicians for Human Rights. Ziel war es damals, international anerkannte Richtlinien zu formulieren. Auf ihnen soll eine sorgf\u00e4ltige Beweisaufnahme in mutma\u00dflichen Folterf\u00e4llen basieren, damit die medizinischen Befunde in strafrechtlichen Verfahren als Beweismittel anerkannt werden. Mit einer solchen Dokumentation w\u00fcrden au\u00dferdem die Rechte der Opfer gest\u00e4rkt, sagt \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 selbst. Auch k\u00f6nne man potentielle T\u00e4ter so davon abschrecken, \u00fcberhaupt zu Folter zu greifen, denn <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/187251\/Das-Gespraech-mit-Prof-Dr-ebnem-Fincanc-Gerichtsmedizinerin-und-Praesidentin-der-Tuerkischen-Menschenrechtsstiftung-Wir-brauchen-die-internationale-Unterstuetzung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sie w\u00fcssten, dass die Opfer untersucht und die Ergebnisse gerichtsfest dokumentiert werden<\/a> k\u00f6nnen. Das UN Hochkommissariat f\u00fcr Menschenrechte hat das Istanbul Protokoll im Jahr 2004 als Standard in diesem Feld anerkannt und benutzt es seitdem als \u201e<a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/Documents\/Publications\/training8Rev1en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handbuch zur effektiven Untersuchung und Dokumentation von Folter<\/a> und anderen grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Strafen oder Behandlungen.\u201c<\/p>\n<p>Ihr Engagement hat \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 immer wieder Probleme mit t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden bereitet. Ihr wurde <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/panorama\/article\/674666\/tuerkische-gerichtsmedizinerin-kampf-folter-ausgezeichnet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mehrfach die Lehrerlaubnis am Institut f\u00fcr Rechtsmedizin der Universit\u00e4t Istanbul entzogen<\/a>, die sie jedoch wiederholt juristisch zur\u00fcckerk\u00e4mpfen konnte. Auch in j\u00fcngerer Zeit sah sich Fincanc\u0131 mit Repressionen konfrontiert: Im Jahr 2016 wurde gegen sie ein <a href=\"https:\/\/www.fidh.org\/en\/issues\/human-rights-defenders\/turkey-ongoing-judicial-harassment-of-ms-sebnem-korur-fincanci-mr-21789\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verfahren wegen Terrorpropaganda<\/a> eingeleitet, weil sie sich an einer Initiative f\u00fcr Pressefreiheit in der T\u00fcrkei beteiligt hatte. Ihr k\u00f6nnten mehrere Jahre Haft drohen. Im Februar 2018 beteiligte sie sich an einem Friedensaufruf der Istanbuler \u00c4rztekammer gegen den Einmarsch der t\u00fcrkischen Armee im syrischen Afrin. Fincanc\u0131 selbst entging in diesem Fall einer Verfolgung, einige der <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/88915\/Fuehrende-Mitglieder-der-tuerkischen-Aerztevereinigung-nach-Kritik-an-Militaereinsatz-verhaftet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anderen Unterzeichner wurden jedoch vor\u00fcbergehend festgenommen<\/a>.<\/p>\n<h2>Kampf gegen Folter ist ein Beitrag zu einem nachhaltigen, positiven Frieden<\/h2>\n<p>Der Einsatz gegen Folter und Misshandlung, f\u00fcr die Verfolgung der Schuldigen und f\u00fcr die Therapie der Opfer ist ein wichtiger Einsatz f\u00fcr den Frieden. Frieden erfordert die Abwesenheit direkter physischer Gewalt, aber auch die Abwesenheit von Furcht. Nur wenn Menschen ihre Menschenrechte wahrnehmen und sich frei entfalten k\u00f6nnen, ist ein Frieden nachhaltig. In einem als <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007%2F978-3-642-32481-9_17\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">positiven Frieden zu bezeichnenden Zustand<\/a> herrschen Gleichheit und Gerechtigkeit und es kann Entwicklung stattfinden. Dies setzt Demokratie, politische Beteiligungsm\u00f6glichkeit und vor allem Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte voraus. Folter, Straflosigkeit und Ignoranz gegen\u00fcber den Opfern stehen einer Verwirklichung dieser Ziele und damit einem nachhaltigen Frieden im Wege und m\u00fcssen daher bek\u00e4mpft werden. Es ist wichtig, dass das Kuratorium des Hessischen Friedenspreises mit der Verleihung des Hessischen <a href=\"https:\/\/www.hsfk.de\/service\/news\/news\/pressekonferenz-zum-hessischen-friedenspreis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedenspreises 2018 an \u015eebnem Korur Fincanc\u0131<\/a> die Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der diesj\u00e4hrige hessische Friedenspreis geht an die t\u00fcrkische \u00c4rztin Prof. Dr. \u015eebnem Korur Fincanc\u0131. Sie wird insbesondere f\u00fcr Ihr Engagement gegen Folter ausgezeichnet. Damit wird ein wichtiges Zeichen gesetzt. Das Recht auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit und das damit einhergehende Verbot von Folter ist ein zentrales Menschenrecht. Der Einsatz von Folter muss weltweit bek\u00e4mpft werden, denn Folter steht der Verwirklichung eines nachhaltigen positiven Friedens entgegen. Ohne Anerkennung von Folter und ohne eine Rehabilitation der Opfer werden Vers\u00f6hnung und Aufarbeitung erschwert.<\/p>\n","protected":false},"author":47,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1141],"tags":[1178,1278],"coauthors":[219],"class_list":["post-13604","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutsch-en","tag-human-rights","tag-torture"],"acf":[],"views":231,"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Folter als Friedenshindernis - \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 und ihr Einsatz f\u00fcr Folteropfer - PRIF BLOG<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2018\/11\/01\/folter-als-friedenshindernis-sebnem-korur-fincanci-und-ihr-einsatz-fuer-folteropfer\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Folter als Friedenshindernis - \u015eebnem Korur Fincanc\u0131 und ihr Einsatz f\u00fcr Folteropfer - PRIF BLOG\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der diesj\u00e4hrige hessische Friedenspreis geht an die t\u00fcrkische \u00c4rztin Prof. Dr. \u015eebnem Korur Fincanc\u0131. 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