{"id":13672,"date":"2018-05-09T13:39:52","date_gmt":"2018-05-09T11:39:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/irritierende-ideologische-gemeinsamkeiten-warum-wir-von-bruecken-dispositiven-sprechen-sollten\/"},"modified":"2018-05-09T13:39:52","modified_gmt":"2018-05-09T11:39:52","slug":"irritierende-ideologische-gemeinsamkeiten-warum-wir-von-bruecken-dispositiven-sprechen-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2018\/05\/09\/irritierende-ideologische-gemeinsamkeiten-warum-wir-von-bruecken-dispositiven-sprechen-sollten\/","title":{"rendered":"Irritierende ideologische Gemeinsamkeiten: Warum wir von Br\u00fccken-Dispositiven sprechen sollten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im April 2018 wurde eine Razzia gegen die Gruppe \u201eNordadler\u201c durchgef\u00fchrt. Diese war bewaffnet und plante eine v\u00f6lkische Siedlung. Dazu geh\u00f6rten auch der selbsternannte \u201eNationalsozialist\u201c Wladislaw S., der wegen Beihilfe zur Planung eines terroristischen Anschlags 2017 verurteilt wurde \u2013 allerdings in einem Islamistenprozess \u2013 sowie der Neo-Nazi Sascha L., der sp\u00e4ter zum Islam konvertierte und im Namen des sogenannten Islamischen Staats (IS) Sprengstoffanschl\u00e4ge vorbereitete. Beide M\u00e4nner teilten einen aggressiven Antisemitismus. Derartige \u00dcbertritte von der einen zur anderen (feindlichen) Gruppe m\u00f6gen als Sonderf\u00e4lle erscheinen, zeugen aber von funktionalen \u00c4hnlichkeiten bestimmter ideologischer Elemente, die anhand des Konzepts der Br\u00fccken-Dispositive am besten analysiert werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<h2>Eine begriffliche Suche<\/h2>\n<p>Obwohl erste Ans\u00e4tze bestehen, hat die Forschung lange die gemeinsamen ideologischen Br\u00fccken vernachl\u00e4ssigt, die zwischen radikalisierten Gruppen verschiedener Couleur geschlagen werden. Es gibt eine Reihe von Elementen oder Teile verschiedener radikaler Ideologien (sogenannte \u201eIdeologeme\u201c), die Individuen immer wieder \u00dcbertritte aus dem einen ins andere Lager erm\u00f6glichen und strategische Allianzen erlauben. Es gibt unz\u00e4hlige Schlagw\u00f6rter, die derlei Ph\u00e4nomene begrifflich zu fassen versuchen. Es ist die Rede von <a href=\"http:\/\/www.kwi-nrw.de\/home\/erzaehlungenextremen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eGro\u00dferz\u00e4hlungen des Extremen\u201c (Jennifer Schellh\u00f6h u.a.)<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/kultur\/islam-und-antisemitismus-der-islam-ist-nicht-pauschal-antisemitisch-a-1411961,2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201ekulturelle\u201c oder \u201eflexible Codes\u201c (Shulamith Volkov und Michael Kiefer)<\/a>, vom <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/paul-nolte-im-gespraech-wir-haben-verschwoerungstheorien-zu-lange-wuchern-lassen-1.3967170\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eKlebstoff\u201c illiberaler Bewegungen (Paul Nolte)<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.belltower.news\/artikel\/gespaltene-mitte-welche-normen-gelten-noch-11331\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eIdeologiefragmenten\u201c (Andreas Zick u.a.)<\/a> und von <a href=\"https:\/\/www.vox.com\/world\/2017\/12\/19\/16764046\/islam-terrorism-far-right-extremism-isis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201ekomplement\u00e4ren Narrativen\u201c oder \u201erhetorischen Verb\u00fcndeten\u201c (Julia Ebner)<\/a>. Die meisten dieser Begriffe bringen allerdings bestimmte Nachteile mit sich oder decken nur einen Teilbereich des Ph\u00e4nomens ab.<\/p>\n<p>Denn es geht nicht nur um Konversionen, also um \u00dcbertritte von Einzelpersonen aus dem v\u00f6lkischen ins salafistische Lager oder von der anti-imperialistischen Linken in die Neue Rechte wie etwa jene des Compact-Herausgebers J\u00fcrgen Els\u00e4sser oder des Rappers Maks Damage. Diese F\u00e4lle l\u00f6sen zwar h\u00e4ufig Irritationen aus, verweisen aber eigentlich darauf, dass vollkommen unterschiedlich erscheinende radikalisierte Gruppen auf \u00e4hnliche Narrative oder Symbole zur\u00fcckgreifen \u2013 und dass, obwohl sie strukturell oder personell keine Ber\u00fchrungspunkte haben. Das bedeutet wiederum nicht, dass alle Gruppen von links \u00fcber rechts bis islamistisch-dschihadistisch eigentlich Ausdruck eines gemeinsamen Ph\u00e4nomens w\u00e4ren \u2013 etwa eines <a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/2018\/04\/30\/warum-wir-nicht-vom-extremismus-reden-sollten\/\">allgemeinen Extremismus<\/a>. Vielmehr werden die Ideologeme von den einzelnen Gruppen jeweils spezifisch aufgegriffen, angeeignet und genutzt. Die Herausforderung an dieser Stelle ist es also, einen Begriff zu finden, der der Gemeinsamkeit der ideologischen Strukturen gerecht wird, ohne die jeweiligen Spezifika glattzub\u00fcgeln oder durch eine amorphe Abstraktion sein Analysepotenzial zu verspielen.<\/p>\n<h2>Gro\u00dferz\u00e4hlung vs. ideologischer Flickenteppich<\/h2>\n<p>Der Begriff der \u201eGro\u00dferz\u00e4hlungen des Extremen\u201c beispielsweise spricht das geschilderte Ph\u00e4nomen durchaus an. Die Autor*innen verstehen darunter \u201eein gro\u00dfes Narrativ, das uns verschiedene extremistische Auspr\u00e4gungen als solche erst erkennen und verallgemeinern l\u00e4sst und das Gemeinschaft und Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten Gruppe symbolisiert\u201c (Schellh\u00f6h et al. 2018: 8). Diese Auffassung bringt aber mehrere Probleme mit sich. Zun\u00e4chst l\u00e4uft hier unter der Hand eine Vorstellung des \u201eExtremismus\u201c mit, von der ich mich weiter oben bereits abgegrenzt habe. Weiterhin wird unterstellt, dass es sich um ein und dasselbe \u201egro\u00dfe Narrativ\u201c handele, das als konsistente \u201eGro\u00dferz\u00e4hlung\u201c das gemeinsame Wesen der unterschiedlichen \u201eExtremismen\u201c ausmache. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die von Jean-Fran\u00e7ois Lyotard gepr\u00e4gte Semantik der Gro\u00dferz\u00e4hlung erst dann popul\u00e4r wurde, als dieser den Untergang eben dieser gro\u00dfen Erz\u00e4hlungen diagnostizierte.<\/p>\n<p>Es mag zun\u00e4chst so aussehen, als w\u00fcrden die unterschiedlichen radikalen Narrative zwischen Gruppen geteilt und auch innerhalb einer Gruppe unhinterfragte Weltdeutungsmuster mit Totalit\u00e4tsanspruch darstellen. Jedoch darf man diese Narrative nicht zu monolithisch denken. Denn sie sind nicht isoliert, sondern vielf\u00e4ltig miteinander verbunden \u2013 aber gerade nicht als ein konsistentes System, sondern vielmehr wie ein zusammengeschusterter, in sich widerspr\u00fcchlicher und st\u00e4ndig bearbeiteter Flickenteppich. Dieser Flickenteppich stiftet zwar einen \u00fcbergeordneten Zusammenhang; ihn \u201eGro\u00dferz\u00e4hlung\u201c zu nennen, ist aber irref\u00fchrend.<\/p>\n<h2>\u201eFlexibler kultureller Code\u201c<\/h2>\n<p>Daneben haben Michael Kiefer und davor Shulamith Volkov in Bezug auf den Antisemitismus das Konzept des flexiblen oder kulturellen Codes ins Gespr\u00e4ch gebracht. Urspr\u00fcnglich wendete das Konzept sich gegen die Annahme eines \u201eewigen Antisemitismus\u201c und sollte erkl\u00e4ren, wie der moderne Antisemitismus sich als eine eigene Form entwickeln konnte, ohne einfach bruchlos aus \u00e4lteren Formen abgeleitet zu werden (Volkov). Kiefer hat in diesem Sinne mehrfach den islamischen Antisemitismus untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass es einen historischen islamischen Antisemitismus nicht gibt, sondern dass bestimmte Elemente des europ\u00e4ischen Antisemitismus in der j\u00fcngeren Zeit islamisch besetzt wurden. Man m\u00fcsse daher von einem \u201eislamisierten Antisemitismus\u201c sprechen, der den bisherigen Antisemitismus sozusagen mit islamischen Inhalten \u00fcbercodiert. Dieses Konzept scheint der st\u00e4ndigen Bewegung im narrativen Geflecht besser gerecht zu werden. Es hat aber vor allem den Nachteil, einen etwas abstrakten Begriff des Kulturellen zu nutzen, der die Frage nicht recht beantwortet, womit wir es eigentlich zu tun haben.<\/p>\n<h2>Widerstand \u2013 ein Br\u00fcckennarrativ?<\/h2>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Etwas konkreter ist der Begriff des \u201eNarrativs\u201c, verstanden als identit\u00e4tsstiftende Erz\u00e4hlung. Sowohl die Verschw\u00f6rungstheorien, in denen sich eine generelle Skepsis gegen\u00fcber der Moderne und ihre universalistischen Werte \u00e4u\u00dfert, als auch die Erz\u00e4hlungen vom Staatsnotstand, den korrupten Eliten und der Verpflichtung zum Widerstand sind narrativ strukturiert. Diese narrativen Strukturen sollen Wahrnehmungsmuster organisieren und dementsprechende Handlungsoptionen plausibel machen. Sie erf\u00fcllen damit eine radikalisierende Funktion in Bezug auf den <em>inneren Zusammenhalt<\/em> bestimmter Gruppen (etwa die selbsternannte \u201eB\u00fcrgerwehr\u201c Freital). <em>Nach au\u00dfen<\/em> hin k\u00f6nnen sich diese Gruppen wiederum \u00f6ffnen, indem sie strategische Allianzen mit Verb\u00fcndeten eingehen, die unter anderen Umst\u00e4nden eher als Feinde angesehen werden. In diesem doppelten Sinne k\u00f6nnte man von \u201eBr\u00fccken-Narrativen\u201c sprechen.<\/p>\n<h2>Jenseits von Narrativen: Praktiken, Rituale, Architekturen, Gesetze<\/h2>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Dennoch ist der Narrativ-Begriff etwas zu eng gefasst, weil er wie im Falle der Gro\u00dferz\u00e4hlungen zu starke Konsistenzerwartungen sch\u00fcrt und sich wie der Begriff des kulturellen Codes haupts\u00e4chlich auf sprachlich verfasste Ph\u00e4nomene bezieht. Dabei k\u00f6nnen auch nicht-sprachliche Elemente in einem erweiterten Sinn mit ideologischen Bedeutungen aufgeladen sein. Was hei\u00dft das konkret? In den organisierten Patrouillen der selbsternannten B\u00fcrgerwehren und Scharia-Polizisten wird die Vorstellung in die Tat umgesetzt, ein h\u00f6heres Gesetz (staatlich oder religi\u00f6s) stellvertretend zu vollstrecken oder \u00fcber seine Einhaltung zu wachen. Insofern sind dies praktische Elemente eines gr\u00f6\u00dferen ideologischen Zusammenhanges. <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/228868\/vigilantistischer-terrorismus?p=all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In der Terrorismus-Forschung wird hier auch von Vigilantismus gesprochen<\/a>. Dieser aus dem amerikanischen Raum stammende Begriff bezeichnet stellvertretendes gewaltt\u00e4tiges Handeln f\u00fcr den Staat, als der bessere Staat oder jenseits des Staates (Quent 2016). Dieses Handeln richtet sich, anders als im klassischen Terrorismus, dabei nicht gegen staatliche Institutionen oder Vertreter*innen, sondern gegen andere B\u00fcrger*innen. Ein anderes Beispiel f\u00fcr nicht-sprachliche Ph\u00e4nomene: Zu den v\u00f6lkisch codierten M\u00e4nnlichkeitskonstruktionen geh\u00f6ren nicht nur die Texte des amerikanischen White Supremacist Jack Donovan, sondern ebenso die brutalen K\u00e4mpfe oder die archaischen Tieropfer-Rituale unter den Angeh\u00f6rigen seines \u201eStammes\u201c, \u201eThe Wolves of Vinland\u201c. Auch diese spezifische Art, die Zusammenkunft von mehreren Menschen als \u201eStamm\u201c zu organisieren, sowie die architektonische Gestaltung des abgelegenen Ortes \u201eUlfheim\u201c mit seiner Wikinger-Halle und den entsprechenden germanischen Symbolen sind Teil des v\u00f6lkischen M\u00e4nnlichkeitskultes. Dies sind recht explizite Beispiele daf\u00fcr, wie Praktiken, Rituale, soziale und r\u00e4umliche Arrangements zum Teil eines ideologischen Zusammenhanges werden k\u00f6nnen, ohne im engeren Sinne sprachlich verfasst zu sein.<\/p>\n<p>Auch Gesetze k\u00f6nnen Teil eines solchen ideologischen Netzwerkes sein: So zieht die Debatte um das Kopftuchverbot f\u00fcr M\u00e4dchen unter 14 Jahren verschiedene Diskurse wie Muslimfeindlichkeit, Anti-Liberalismus und Ultrakonservatismus am Beispiel einer vermeintlichen Fr\u00fchsexualisierung von Kindern zusammen. Hier k\u00f6nnen wir derzeit beobachten, wie einerseits das Kopftuch, bisher als Zeichen von religi\u00f6s-patriarchaler Unterdr\u00fcckung oder freier Glaubensaus\u00fcbung umstritten, mit einer neuen Bedeutung belegt und zugleich zum Gegenstand eines juridischen Prozesses wird.<\/p>\n<h2>Wir sollten Br\u00fccken-Dispositive in den Blick nehmen<\/h2>\n<p>Um die ideologischen Verbindungen, Allianzen und Prozesse zwischen sich radikalisierenden Gruppen besser zu verstehen, m\u00fcssen wir also auch nicht-sprachliche soziale Artefakte betrachten. Ein Vorschlag ist der Begriff des Dispositivs. Michel Foucault hat ihn als explizite Erweiterung seiner auf Sprache reduzierten Diskurstheorie entwickelt. Dementsprechend scheint er ideal geeignet, die Ph\u00e4nomene, die uns besch\u00e4ftigen, zu erfassen. Er versteht unter \u201eDispositiv\u201c<\/p>\n<p><em><div class=\"su-quote su-quote-style-default\"><div class=\"su-quote-inner su-u-clearfix su-u-trim\">ein entschieden heterogenes Ensemble, das Diskurse, Institutionen, architekturale Einrichtungen, reglementierende Entscheidungen, Gesetze, administrative Ma\u00dfnahmen, wissenschaftliche Aussagen, philosophische, moralische oder philanthropische Lehrs\u00e4tze, kurz: Gesagtes ebensowohl wie Ungesagtes umfa\u00dft. Soweit die Elemente des Dispositivs. Das Dispositiv selbst ist das Netz, das zwischen diesen Elementen gekn\u00fcpft werden kann<\/div><\/div><\/em><\/p>\n<p>Mit dem Dispositiv-Begriff l\u00e4sst sich nun formulieren, dass sowohl die Praxis der B\u00fcrgerwehren (v.a. M\u00e4nner, die sich zu einer vermeintlichen \u201eVolksgemeinschaft\u201c z\u00e4hlen) als auch die Scharia-Polizisten (m\u00e4nnliche islamische Fundamentalisten) ein und demselben Dispositiv angeh\u00f6ren: dem vigilantistischen. Hier finden sich Vorstellungen \u00fcber die Legitimit\u00e4t von Herrschaft, \u00fcber die moralische und juristische Beurteilung des Verhaltens der unter dem (staatlichen oder religi\u00f6sen) Recht Stehenden und \u00fcber die gewaltsame oder friedliche stellvertretende Vollstreckung dieses \u201eGesetzes\u201c. Das vigilantistische Dispositiv umfasst somit nicht nur diskursive Elemente, sondern auch Praktiken, Gesetze (etwa Art. 20, Abs. 4 GG zum \u201eWiderstandsrecht\u201c), Institutionen, Formen sozialer Gruppierungen und anderes mehr.<\/p>\n<p>Gleichzeitig bilden sich von hier aus Br\u00fccken zu Verschw\u00f6rungstheorien (\u201eder Gro\u00dfe Austausch\u201c), zu Dekadenznarrativen (der \u201everdorbene Westen\u201c) oder zu M\u00e4nnlichkeits- und Weiblichkeitsvorstellungen (bei Jack Donovan das \u201eBarbarentum\u201c als Selbstbehauptung v\u00f6lkisch codierter M\u00e4nnlichkeit wider die Dekadenz der gro\u00dfst\u00e4dtischen liberalen Elite). Solche \u201eBr\u00fcckennarrative\u201c k\u00f6nnen also Teile eines umfassenderen Dispositivs sein. So lassen sich die vielf\u00e4ltigen ideologischen Verschachtelungen skizzieren und analysieren, ohne sie in eine monolithische \u201eGro\u00dferz\u00e4hlung\u201c zu zwingen. Der Begriff der Br\u00fccken-Dispositive bringt die oftmals irritierenden ideologischen Gemeinsamkeiten radikalisierter Gruppen auf den Punkt. Genau deshalb sollten wir ihn nutzen.<\/p>\n<hr \/>\n<ul>\n<li>Foucault, Michel (1978): <em>Ein Spiel um die Psychoanalyse. Gespr\u00e4ch mit Angeh\u00f6rigen des Departement de Psychanalyse der Universit\u00e4t Paris\/Vincennes<\/em>. In: Foucault, Michel (Hrsg.): Dispositive der Macht. \u00dcber Sexualit\u00e4t, Wissen und Wahrheit. Berlin: Merve, S. 118-175.<\/li>\n<li>Quent, Matthias (2016): <em>B\u00fcrgerwehren<\/em>. Berlin: Amadeu Antonio Stiftung.<\/li>\n<li>Schellh\u00f6h, Jennifer; Reichertz, Jo; Heins, Volker M.; Armin Flender (2018): <em>Gro\u00dferz\u00e4hlungen des Extremen. Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror<\/em>. Bielefeld: Transcript.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2018 wurde eine Razzia gegen die Gruppe \u201eNordadler\u201c durchgef\u00fchrt. Diese war bewaffnet und plante eine v\u00f6lkische Siedlung. Dazu geh\u00f6rten auch der selbsternannte \u201eNationalsozialist\u201c Wladislaw S., der wegen Beihilfe zur Planung eines terroristischen Anschlags 2017 verurteilt wurde \u2013 allerdings in einem Islamistenprozess \u2013 sowie der Neo-Nazi Sascha L., der sp\u00e4ter zum Islam konvertierte und im Namen des sogenannten Islamischen Staats (IS) Sprengstoffanschl\u00e4ge vorbereitete. Beide M\u00e4nner teilten einen aggressiven Antisemitismus. Derartige \u00dcbertritte von der einen zur anderen (feindlichen) Gruppe m\u00f6gen als Sonderf\u00e4lle erscheinen, zeugen aber von funktionalen \u00c4hnlichkeiten bestimmter ideologischer Elemente, die anhand des Konzepts der Br\u00fccken-Dispositive am besten analysiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"author":78,"featured_media":10640,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1141,1109],"tags":[1129,1266],"coauthors":[379],"class_list":["post-13672","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutsch-en","category-extreme-society","tag-antisemitism","tag-radicalization"],"acf":[],"views":696,"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Irritierende ideologische Gemeinsamkeiten: Warum wir von Br\u00fccken-Dispositiven sprechen sollten - PRIF BLOG<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2018\/05\/09\/irritierende-ideologische-gemeinsamkeiten-warum-wir-von-bruecken-dispositiven-sprechen-sollten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Irritierende ideologische Gemeinsamkeiten: Warum wir von Br\u00fccken-Dispositiven sprechen sollten - PRIF BLOG\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Im April 2018 wurde eine Razzia gegen die Gruppe \u201eNordadler\u201c durchgef\u00fchrt. 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