{"id":14233,"date":"2025-08-30T10:00:21","date_gmt":"2025-08-30T08:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.prif.org\/?p=14233"},"modified":"2025-08-30T10:00:27","modified_gmt":"2025-08-30T08:00:27","slug":"zum-tag-der-verschwundenen-unsichtbarkeit-als-form-politischer-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2025\/08\/30\/zum-tag-der-verschwundenen-unsichtbarkeit-als-form-politischer-gewalt\/","title":{"rendered":"Zum Tag der Verschwundenen: Unsichtbarkeit als Form politischer Gewalt"},"content":{"rendered":"<p><b><span data-contrast=\"none\">Zum <\/span><\/b><a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/2012\/8\/30\/internationaler-tag-der-verschwundenen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b><span data-contrast=\"none\">Internationalen Tag der Opfer von Verschwindenlassen<\/span><\/b><\/a><b><span data-contrast=\"none\"> wird an Menschen erinnert, die durch staatliche oder politische Gewalt entf\u00fchrt und ihrem Umfeld entzogen wurden. Dieses \u201eVerschwindenlassen\u201c ist eine besonders drastische Form unsichtbar gemachter Gewalt: Betroffene verschwinden aus dem \u00f6ffentlichen Raum und zugleich aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung. Doch auch jenseits solcher extremen F\u00e4lle wirkt Gewalt h\u00e4ufig im Verborgenen \u2013 in Strukturen, die Marginalisierung und Ausschluss hervorbringen, oder in subtilen Formen von Bedrohung, die nicht als Gewalt anerkannt werden. Ein neues <\/span><\/b><a href=\"https:\/\/www.prif.org\/publikationen\/publikationssuche\/publikation\/unsichtbarkeit-von-gewalt-working-paper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b><span data-contrast=\"none\">Working Paper des Forschungszentrums TraCe<\/span><\/b><\/a><b><span data-contrast=\"none\"> widmet sich diesen Dynamiken der (Un)Sichtbarkeit von Gewalt aus wissenschaftlicher und k\u00fcnstlerischer Perspektive.<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Zum Tag der Opfer des Verschwindenlassens wird der Menschen gedacht, die spurlos verschwunden sind und zugleich an alle erinnert, die von dieser besonders extremen Form von Gewalt betroffen sind. Mit ihrer <\/span><a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/RES\/65\/209\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span data-contrast=\"none\">Resolution A\/RES\/65\/209<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\"> hat die UN-Generalversammlung 2010 ihre Besorgnis \u00fcber die Zunahme der gewaltsamen Praxis des Verschwindenlassens zum Ausdruck gebracht, die Internationale Konvention zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen begr\u00fc\u00dft und den <\/span><span data-contrast=\"none\">30. August per Beschluss zum Internationalen Tag der Opfer von Verschwindenlassen erkl\u00e4rt.<\/span><span data-contrast=\"none\"> Die Konvention trat bereits am 23. Dezember 2010 in Kraft.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Das \u201eVerschwindenlassen\u201c ist ein eindr\u00fcckliches Beispiel daf\u00fcr, wie Gewalt im Verborgenen, fast unsichtbar, wirkt: Opfer werden nicht nur k\u00f6rperlich aus ihrem Umfeld gerissen, sondern auch aus Wahrnehmung, Erinnerung und \u00d6ffentlichkeit ausgeschlossen. Typische Formen des Verschwindenlassens sind staatliche oder nichtstaatliche Festnahmen, Inhaftierungen und Entf\u00fchrungen. Ebenso wird zunehmend \u00fcber Schikanierung, Misshandlung und Einsch\u00fcchterung von Zeug*innen und Angeh\u00f6rigen berichtet.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Seit 2011 wird der Internationale Tag der Opfer des Verschwindenlassens (\u201eInternational Day of the Victims of Enforced Disappearances\u201d) j\u00e4hrlich begangen. H\u00e4ufig stehen hinter dem gewaltsamen Verschwinden tief verwurzelte Strukturen der Marginalisierung und systemische Gewalt, die bestimmte Gruppen besonders verwundbar machen. Diese Dynamik verweist auf eine generelle Tendenz von Gewaltformen, in spezifischen Konstellationen verborgen zu bleiben \u2013 sei es durch institutionelles Schweigen, mediale Auslassung oder gesellschaftliche Ignoranz.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Auch das k\u00fcrzlich erschienene <\/span><span data-contrast=\"none\">Working Paper des Forschungszentrums <\/span><a href=\"https:\/\/www.trace-center.de\/fileadmin\/DatenTrace\/Publikationen\/TraCeWP2506__Un_Sichtbarkeit_von_Gewalt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span data-contrast=\"none\">\u201eTransformations of Political Violence\u201c (TraCe)<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\"> setzt sich mit der (Un)Sichtbarkeit von politischer Gewalt hinsichtlich ihrer Mechanismen, medialen Rezeption und wissenschaftlichen Analysierbarkeit auseinander. Der Gedenktag wird hier als Anlass genommen, das Working Paper vorzustellen. <\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Welche Mechanismen bestimmen die Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit von Gewalt?<\/h2>\n<p><span data-contrast=\"none\">Welche Mechanismen bestimmen die Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit von Gewalt? In welchen Kontexten wird Gewalt dokumentiert, instrumentalisiert oder zensiert, und wie l\u00e4sst sie sich wissenschaftlich untersuchen?<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Mit diesen Fragen setzen sich Forscher*innen des interdisziplin\u00e4ren Forschungszentrums \u201eTransformations of Political Violence\u201c (TraCe) und die Kunsthallendirektorin Nadia Ismail in einem aktuellen Working Paper auseinander. In der KUNSTHALLE GIESSEN entstand in Kooperation mit TraCe im Jahr 2025 die Ausstellung <\/span><span data-contrast=\"none\">\u201e(Un)Sichtbarkeit von Gewalt\u201c<\/span><span data-contrast=\"auto\">,<\/span><span data-contrast=\"none\"> die Zugang zu k\u00fcnstlerischen Perspektiven auf Gewalt bietet. Die Gruppenausstellung, kuratiert von Theresa Deichert, Dr. Larissa-Diana Fuhrmann und Dr. Nadia Ismail, geht auf ein <\/span><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kHGi05gJjzk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span data-contrast=\"none\">Dialogpanel in der Kunsthalle<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\"> zur\u00fcck, das den Auftakt zur Jahreskonferenz von TraCe im Jahr 2024 bildete.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Das Working Paper umfasst Beitr\u00e4ge, die sich aus unterschiedlichen disziplin\u00e4ren Perspektiven mit Gewalt und ihrer (Un)Sichtbarkeit auseinandersetzen \u2013 bezogen auf Erscheinungsformen, geografische Kontexte sowie historische und aktuelle Bedingungen. Die Texte treten in einen Dialog mit den k\u00fcnstlerischen Positionen der Ausstellung, indem sie teilweise deren Themen aufgreifen und durch eigene Beispiele sowie theoretische und empirische Einblicke weiterdenken. Die Beitr\u00e4ge stehen jeweils f\u00fcr sich; ihre Reihenfolge ist nicht bindend. In ihrer offenen Form bricht die Publikation mit dem \u00fcblichen Charakter der <\/span><span data-contrast=\"none\">TraCe Working Paper-Reihe<\/span><span data-contrast=\"none\">. <\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Gewalt sichtbar machen: Mehr als ein analytischer Prozess<\/h2>\n<p><span data-contrast=\"none\">Gewalt kann verstanden werden als <\/span><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/politiklexikon\/17566\/gewalt\/&quot; HYPERLINK &quot;https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/politiklexikon\/17566\/gewalt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span data-contrast=\"none\">\u201eEinsatz physischer oder psychischer Mittel, um einer anderen Person gegen ihren Willen a) Schaden zuzuf\u00fcgen, b) sie dem eigenen Willen zu unterwerfen (sie zu beherrschen) oder c) der solcherma\u00dfen ausge\u00fcbten Gewalt durch Gegengewalt zu begegnen\u201c<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\">. Gewalt kann sich demnach in verschiedenen Formen manifestieren: von direkter physischer und psychischer Gewalt \u00fcber subtilere sprachliche Gewalt bis hin zu strukturellen Gewaltverh\u00e4ltnissen, die in gesellschaftlichen Ordnungen verankert sind und sich oft gerade durch ihre Unsichtbarkeit stabilisieren. Der schier endlose Komplex der (Un)Sichtbarkeit von Gewalt wird im Working Paper in Ausz\u00fcgen vorgestellt. In ihrer Verschiedenheit sowohl im Sprachstil als auch in der Herangehensweise spiegeln die Beitr\u00e4ge die Vielfalt der disziplin\u00e4ren Perspektiven wider und zeigen, wie Gewalt erforscht werden kann.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Einige legen den Fokus auf Gewalt, die als \u00fcberwiegend unsichtbar beschrieben wird. Andere zeigen, wie Gewalt vielf\u00e4ltige Wege aus der Unsichtbarkeit findet. Dies geschieht durch das Engagement von Menschen, die sich nicht mit der Unsichtbarkeit, dem Nicht-Hinsehen-Wollen und dem Schweigen zufriedengeben und Gewalt auch f\u00fcr andere nachvollziehbar und sichtbar machen wollen. Kunst spielt hier eine besondere Rolle: Durch das Subtile, manchmal erst auf den zweiten Blick Erkennbare, durch Symbole und Abstraktion, wird im \u00f6ffentlichen Raum die Aufmerksamkeit auf sonst unsichtbare Gewalt gelenkt. Kunst hat die F\u00e4higkeit, Gewaltph\u00e4nomene in einer Weise darzustellen, die \u00fcber rein dokumentarische oder analytische Zug\u00e4nge hinausgeht. Sie wirkt affektiv und kann komplexe politische Situationen und gesellschaftliche Dynamiken symbolisch verdichten. <\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Gewaltformen und ihre Unsichtbarkeit \u2013 drei exemplarische Beitr\u00e4ge<\/h2>\n<p><span data-contrast=\"none\">Laura Guntrum, Verena Lasso Mena und Jonas Wolff analysieren im Beitrag \u201eVon Mord bis Doxxing: Gewalt gegen soziale Aktivist*innen bleibt allzu h\u00e4ufig unsichtbar\u201c sowohl physische Angriffe, schleichende Belastungen wie Hitze, Krankheiten oder Wasserknappheit als auch digitale Bedrohungen wie Doxxing \u2013 und zeigen, wie politische Gewalt im Globalen S\u00fcden institutionell, medial und gesellschaftlich unsichtbar bleibt. Auch das gewaltsame Verschwindenlassen wird thematisiert. Eine Praxis, die aus lateinamerikanischen Milit\u00e4rdiktaturen bekannt, aber immer noch allzu pr\u00e4sent ist: \u201eF\u00fcr die Opfer und ihre Angeh\u00f6rigen k\u00f6nnte diese Gewaltform nicht sichtbarer sein, ist ihr faktisches Ergebnis doch in aller Regel der Tod. Zugleich bleibt der Tod \u2013 und damit die Gewalt \u2013 mit den Opfern aber im Unklaren, Ungewissen, damit Unsichtbaren. Die so m\u00fchsame wie schmerzvolle Arbeit von Familienangeh\u00f6rigen und Nichtregierungsorganisationen, die sich auf die Suche nach den Verschwundengelassenen machen, spiegelt deshalb auch die Bem\u00fchung, diese Gewalt sichtbar zu machen\u201c, schreiben die Autor*innen.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Sabine Mannitz untersucht in \u201eGewalt gegen indigene Frauen und M\u00e4dchen: Wege aus der Unsichtbarkeit in Kanada\u201c historische und gegenw\u00e4rtige Strukturen, die zur Marginalisierung und Gewalt gegen indigene Frauen und M\u00e4dchen f\u00fchren. Sie beleuchtet au\u00dferdem, wie k\u00fcnstlerische Interventionen im \u00f6ffentlichen Raum dazu beitragen, diese Gewalt sichtbar zu machen. \u201eEine Nationale Untersuchungskommission dokumentierte 2016\u20132019 durch Befragungen von Familienangeh\u00f6rigen und \u00dcberlebenden, dass indigene Frauen, M\u00e4dchen und geschlechtsdiverse Personen in Kanada \u00fcberproportional h\u00e4ufig verschwinden oder Opfer t\u00f6dlicher Gewalt werden; genaue Zahlen sind jedoch kaum r\u00fcckwirkend ermittelbar (National Inquiry into Missing and Murdered Indigenous Women and Girls 2019). Wegen tiefen Misstrauens in staatliche Ermittlungsbeh\u00f6rden wurden viele F\u00e4lle nie gemeldet.\u201c In einem <\/span><a href=\"https:\/\/blog.prif.org\/en\/2024\/05\/03\/time-for-true-stories-stereotypes-absolve-gendered-violence-against-indigenous-in-canada\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span data-contrast=\"none\">Beitrag auf PRIF Blog von 2024<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\"> schreibt die Autorin au\u00dferdem: \u201e<\/span><span data-contrast=\"auto\">W\u00e4hrend Politik und Justiz am Gedenktag daran erinnert werden, Rechte und Gerechtigkeit zu gew\u00e4hrleisten, sollte auch ein weiterer wichtiger Faktor f\u00fcr Ver\u00e4nderungen Beachtung finden: Das kollektive Bild der indigenen Bev\u00f6lkerung muss dekolonialisiert werden, um die systemischen Strukturen der Gewalt zu transformieren.\u201c <\/span><span data-contrast=\"none\">Mittels roter Handabdr\u00fccke, B\u00e4ndern, Schleifen und vor allem Kleidern wird auf das Verschwinden durch k\u00fcnstlerische Interventionen im \u00f6ffentlichen Raum hingewiesen.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Larissa-Diana Fuhrmann richtet mit \u201eSudan: Mediale Zensur und K\u00fcnstlerische Sichtbarmachung von Gewalt\u201c den Fokus auf den Krieg im Sudan \u2013 eine der weltweit gr\u00f6\u00dften humanit\u00e4ren Katastrophen, die in Forschung und \u00d6ffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleibt. Sie analysiert die Mechanismen medialer Unsichtbarmachung staatlicher Gewalt und zeigt, wie K\u00fcnstler*innen kreativen Strategien entwickeln, um dieser Unsichtbarkeit zu begegnen. Schon vor dem Krieg im Sudan verschwanden Menschen im Land. Betroffen waren und sind vor allem Oppositionelle, Aktivist*innen, Journalist*innen sowie Angeh\u00f6rige besonders verletzlicher Gruppen wie wohnungslose Menschen oder mehrfach Vertriebene. Mit k\u00fcnstlerischen Mitteln wurde trotz Zensur immer wieder auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht. So visualisiert Salah Elmur in <\/span><a href=\"https:\/\/post.moma.org\/missing-and-lost-people-salah-elmur-and-sudan\/?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i><span data-contrast=\"none\">Missing and Lost People\u2019s Day<\/span><\/i><span data-contrast=\"none\"> (2021)<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\"> Vermisste und jene, die nach ihnen suchen, in einem einzigen Bild. Assil Diab verwandelte mit ihren <\/span><a href=\"https:\/\/www.bbc.co.uk\/programmes\/p07hhp3z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i><span data-contrast=\"none\">Martyrs Graffitis<\/span><\/i><\/a> <span data-contrast=\"none\">\u00fcber Jahre die W\u00e4nde von Familienh\u00e4usern in Khartum in lebendige Gedenkst\u00e4tten. Und die Malerin Amna Elhassan setzte in der Frankfurter Kunsthalle Schirn <\/span><a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/09213740251323358\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span data-contrast=\"none\">im Monumentalformat ein Zeichen des Gedenkens<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\"> f\u00fcr die Verschwundenen und Get\u00f6teten des Massakers in Khartum. Diese Werke verbinden auf eindr\u00fcckliche Weise pers\u00f6nliches Leid mit kollektiver Erinnerung \u2013 k\u00fcnstlerische Stimmen gegen das Vergessen.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p><span data-contrast=\"none\">Das Working Paper versteht sich als Einladung zur Diskussion \u2013 au\u00dferhalb und innerhalb akademischer R\u00e4ume. Denn Gewalt ist kein isoliertes Ph\u00e4nomen. Sie durchzieht aktuelle Konflikte, Kriege, erzwungene Migration, Rassismus, Geschlechterverh\u00e4ltnisse sowie digitale R\u00e4ume. Das Working Paper soll die Komplexit\u00e4t von Gewalt sichtbar machen und die Lesenden f\u00fcr die Vielschichtigkeit von Gewalt \u2013 auch in aktuellen Kriegen und den dazugeh\u00f6rigen politischen Debatten \u2013 sensibilisieren. Die Autor*innen m\u00f6chten Impulse f\u00fcr die aktuelle Gewaltforschung geben und zugleich aufzeigen, wie wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gewalt auch au\u00dferhalb universit\u00e4rer R\u00e4ume zug\u00e4nglich und relevant sein kann. Der Fokus auf die Dimension der (Un)Sichtbarkeit bietet eine gemeinsame Klammer f\u00fcr die Beitr\u00e4ge. Er er\u00f6ffnet neue Perspektiven und Erkenntnisse \u2013 gerade, weil er an viele bestehende Forschungsans\u00e4tze anschlussf\u00e4hig ist. Zugleich macht dieser Blickwinkel deutlich, wie Gewalt auch dort wirksam ist, wo sie nicht sofort sichtbar oder sprachlich fassbar wird.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"none\">Die einzelnen Beitr\u00e4ge im Working Paper bilden ein Mosaik verschiedener F\u00e4lle und Geschichten. Sie zeigen, wie komplex der Zwischenraum von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Gewalt sein kann. Im Verschwindenlassen verdichten sich diese Dynamiken exemplarisch: Jeder verschwundene Mensch steht f\u00fcr die Verflechtung von Gewalt und Unsichtbarkeit; f\u00fcr die Hinterbliebenen bleibt die L\u00fccke, die das Fehlen eines Menschen rei\u00dft, dauerhaft pr\u00e4sent.<\/span><\/p>\n<p><em>Disclaimer: Dieser Artikel erweitert und erg\u00e4nzt die Einleitung des <a href=\"https:\/\/www.trace-center.de\/fileadmin\/DatenTrace\/Publikationen\/TraCeWP2506__Un_Sichtbarkeit_von_Gewalt_barrierefrei.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TraCe Working Paper No. 6 \u201e(Un)Sichtbarkeit Politischer Gewalt\u201c<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Internationalen Tag der Opfer von Verschwindenlassen wird an Menschen erinnert, die durch staatliche oder politische Gewalt entf\u00fchrt und ihrem Umfeld entzogen wurden. 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