Barriere in Belfast, die katholische und protestantische Wohngebiete vor wechselseitigen Übergriffen schützen soll
Belfast West - Wall Murals | Foto: Dongyi Liu | CC BY-NC 2.0

„Die Elastizität des nordirischen Friedens wird gerade sehr gedehnt.“ Ein Interview mit Bernhard Moltmann

Seit Unterzeichnung des Belfast-Abkommen am 10. April 1998 wird der jahrhundertelange Streit um den nordöstlichen Teil der irischen Insel, das heutige Nordirland, nicht mehr kriegerisch ausgetragen. Die letzten 20 Jahre waren dabei zwar gewaltlos, aber nicht konfliktfrei und nach wie vor wird der Frieden in Nordirland immer wieder auf eine Probe gestellt: Die unionistisch-loyalistische Seite will die Bindungen an Großbritannien aufrechterhalten, die nationalistisch-republikanische die britische Dominanz beenden und perspektivisch die Insel vereinigen.

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House of Commons Chamber | Foto: UK Parliament | CC BY-NC-ND 2.0

Risiko und Nebenwirkung: Der Preis für eine Mehrheit im britischen Unterhaus

Das britische Wahlergebnis vom 8. Juni 2017 entspricht kaum den Erwartungen der Premierministerin Theresa May an die vorzeitigen Wahlen. Statt eines „strong and stable government“ hat sie es mit labilen Mehrheitsverhältnissen zu tun. Nun sollen ihr die zehn nordirischen Abgeordneten der Democratic Unionist Party (DUP) eine Mehrheit im Parlament liefern. Die DUP entpuppte sich in den Verhandlungen jedoch als schwieriger Partner. Abgesehen von der erzkonservativen Haltung in gesellschaftspolitischen Fragen der Partei gefährden die ungeklärten Auswirkungen einer Kooperation auf den nordirischen Friedensprozess die Stabilität eines Bündnisses zwischen DUP und Tories in London. Das Abkommen zwischen beiden Parteien vom 26. Juni 2017 fixiert nun diese heikle Allianz.

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