Die Erforschung von Viren ist an strenge Sicherheitsauflagen gebunden. | Foto: Wikimedia Commons | Public Domain

Was die Covid-19-Pandemie mit Biowaffenkontrolle und Biosicherheit zu tun hat

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ist keine Biowaffe. Es stammt höchstwahrscheinlich auch nicht aus einem Forschungslabor. Trotzdem wirft die Covid-19-Pandemie ein Schlaglicht auf bekannte und bisher ungelöste Probleme im Bereich der biologischen Abrüstung und Biosicherheit. Spekulationen über geheime Biowaffenprogramme werden durch die mangelnde Transparenz in zivilen und militärischen biologischen Forschungsprogrammen erleichtert. Und fehlende internationale Vereinbarungen zur Biosicherheit bedeuten ein geringeres Vertrauen in den sicheren Umgang mit denjenigen Forschungen, die zwar nützliche Ziele verfolgen, aber dabei selbst Risiken für Mensch und Umwelt bergen. Bisher bleiben die Vorwürfe, Covid-19 sei das Resultat eines Biowaffeneinsatzes, auf Einzelfälle beschränkt. Und dem Verdacht, es könne sich um einen Laborunfall gehandelt haben, stehen wissenschaftliche Studien entgegen, die einen natürlichen Krankheitsausbruch nahelegen. Trotzdem könnten solche Verdächtigungen in der ohnehin angespannten weltpolitischen Lage Krisen verschärfen. Wie ließe sich gegebenenfalls einer politischen Eskalation entgegenwirken? Welche Lehren lassen sich aus der Pandemie für die internationale Biowaffenkontrolle und Biosicherheit ziehen? Und welche Chancen ergeben sich vielleicht sogar aus dieser Krise?

Coronavirus aus dem Biowaffenlabor? Die Vorwürfe und ihre möglichen Folgen

Die Covid-19-Pandemie, die derzeit die Welt in Atem hält, ist nicht auf den Einsatz einer biologischen Waffe zurückzuführen. Es halten sich aber Theorien, das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 sei absichtlich oder fahrlässig freigesetzt worden. Chinesische und US-amerikanische Politiker warfen dem jeweils anderen Staat vor, für den Ausbruch verantwortlich zu sein: So sollen etwa US-Soldaten das aus einem US-Militärlabor entwichene Virus nach China eingeschleppt haben, oder es soll aus einem chinesischen Labor stammen. Der iranische Revolutionsführer Chamenei hat den Ausbruch als US-amerikanischen Biowaffeneinsatz dargestellt, und die EU wirft Russland vor, in russischen Medien ebenfalls entsprechende Meldungen zu verbreiten. Darüber hinaus kursieren in den sozialen Medien diverse Verschwörungstheorien zum Ursprung der Pandemie, bei denen ebenfalls der Einsatz einer biologischen Waffe durch die USA, China oder nicht näher benannte Akteure oder auch ein Entweichen aus einem entsprechenden Forschungsprogramm unterstellt werden.

In Krisen einen Sündenbock für erfahrenes Unheil zu benennen ist ein uraltes menschliches Muster – sei es zur Ablenkung vom eigenen schlechten Krisenmanagement oder anderen innenpolitischen Problemen, sei es, um durch die Schuldzuweisung das schwer Erträgliche aushaltbarer zu machen. Wie so oft ist dieses Muster hier aus mehreren Gründen fatal, und entsprechenden Versuchen sollte frühzeitig und entschieden begegnet werden. In einer Pandemie dieses Ausmaßes ist internationale Kooperation auf allen Ebenen essenziell. Haltlose Anschuldigungen, es seien Biowaffen im Spiel, können aber Spannungen verschärfen und die Zusammenarbeit unnötig erschweren. Zudem schürt eine Kriegsrhetorik die ohnehin vorhandenen Ängste der Bevölkerungen weiter, suggeriert sie doch einen feindlichen Angriff, der sich jederzeit wiederholen könnte. Schließlich könnten solche anhaltenden Verdächtigungen langfristig ein biologisches Wettrüsten befördern, wenn auf fälschlich unterstellte offensive Biowaffenkapazitäten mit dem Ausbau eigener defensiver Kapazitäten geantwortet würde. Da es bei vielen Forschungsaktivitäten schwierig ist, zwischen erlaubten defensiven und verbotenen offensiven Absichten zu unterscheiden (Dual-Use-Problematik), birgt das wiederum das Risiko weiterer Fehlwahrnehmungen. Theoretisch wäre als Folge gar ein offensives biologisches Wettrüsten denkbar. Allerdings steht dem ein äußerst starkes Tabu gegen die biologische Kriegführung und den Besitz biologischer Waffen entgegen.

SARS-CoV-2: Als biologische Waffe ungeeignet

Dieses Tabu ist im Biowaffen-Übereinkommen (BWÜ) festgeschrieben, dessen Inkrafttreten sich am 26. März 2020 zum 45. Mal jährte. Der Vertrag verbietet seinen aktuell 183 Mitgliedern ausnahmslos Herstellung, Besitz und Weitergabe von biologischen Waffen und verpflichtet sie zur Abrüstung bestehender Arsenale. Potenzielle biologische Waffen sind krankheitserregende Mikroorganismen, Toxine oder andere biologische Agenzien sowie Ausbringungsmittel, die für unfriedliche Zwecke verwendet werden. Das Verbot deckt auch neue technologische Entwicklungen ab. Allerdings enthält der Vertrag keine Möglichkeiten, seine Einhaltung zu überprüfen, und auch die Transparenzmaßnahmen, die das Vertrauen in die Vertragstreue der Mitglieder erhöhen sollten, sind zu schwach.

Von etwa 20 Staaten weiß oder vermutet man, dass sie einmal an Biowaffen forschten. Die meisten beendeten ihre Aktivitäten bereits vor dem Abschluss des BWÜ im Jahr 1972; die übrigen bestätigten Programme etwa in Südafrika und Irak wurden seitdem eingestellt. Heute wird noch in Nordkorea ein offensives Programm vermutet. Laut einiger Quellen lässt sich zudem bei Ägypten, China, Israel, Russland und Syrien nicht mit Sicherheit sagen, ob die bekannten oder angenommenen früheren Bemühungen um biologische Waffen vollständig eingestellt wurden. Kein Staat bekennt sich aber offen zu entsprechenden Aktivitäten, und in den Militärdoktrinen der allermeisten Staaten haben Biowaffen keinen Platz mehr. Ihr Einsatz ist weltweit und uneingeschränkt völkerrechtlich verboten.

Selbst wenn man diese Beschränkungen außer Acht lässt, wäre SARS-CoV-2 keine geeignete Biowaffe. Agenzien für die biologische Kriegführung waren traditionell solche, die entweder gar nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sind (wie z.B. Milzbrand, Rizin oder Botulinustoxin) oder gegen die es Möglichkeiten des Eigenschutzes wie Impfungen oder erprobte Medikamente gibt (wie z.B. gegen Pest, Pocken oder Tularämie). Nur so könnten Angreifer sicherstellen, dass nicht ihre eigenen Truppen und Bevölkerungen ebenso geschädigt werden wie die gegnerischen. Nun ist aber SARS-CoV-2 bekanntlich sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragbar, und es gibt bisher weder sicher wirkende Medikamente noch Impfstoffe. Bei einer absichtlichen Freisetzung hätte ein Angreifer also wissentlich riskiert, seine eigene Bevölkerung einem immensen Infektionsrisiko auszusetzen. Auch das gesellschaftlich und wirtschaftlich disruptive Potenzial eines Covid-19-Ausbruchs lässt sich kaum kontrollieren; angesichts der engen globalen ökonomischen Verflechtungen könnten sich Volkswirtschaften auch dagegen nicht immunisieren. Für staatliche Akteure widerspräche es daher jeder Logik, SARS-CoV-2 absichtlich freizusetzen.

Nichtstaatliche Akteure müssten immense technologische Hürden überwinden, um einen bislang unbekannten Erreger so zu manipulieren, dass er die Eigenschaften von SARS-CoV-2 aufweist. Selbst wenn sich Terroristen Zugang zu diesem oder ähnlichen Krankheitserregern mit Pandemiepotenzial verschaffen könnten, wovor VN-Generalsekretär Guterres kürzlich warnte, wäre der Einsatz nur dann eine (theoretische) Option, wenn die Täter keine Rücksicht auf eine eigene Rekrutierungs- und Unterstützungsbasis nehmen müssten – die ja von der Verbreitung der Krankheit ebenso betroffen wäre wie die „Ziele“ des Anschlags. Die absichtliche Freisetzung eines eigens konstruierten Virus von der Art des SARS-CoV-2 ist somit höchst unwahrscheinlich.

Laborunfall als Ursache der Covid-19-Pandemie?

Nicht ganz so bestimmt ist auszuschließen, dass es sich um einen Laborunfall, also eine versehentliche Freisetzung, gehandelt haben könnte. Dass es in China Laboratorien gibt, die an Coronaviren forschen, sollte kaum überraschen – hat China doch schmerzhafte Erfahrungen mit der SARS-Pandemie von 2003 gemacht und gelten diverse respiratorische Viren, d.h. Viren, die Atemwegsinfekte auslösen, schon länger als großes Gesundheitsrisiko. Forschungen an Coronaviren und anderen hochinfektiösen Erregern sind also zunächst legitim und aus gesundheitspolitischer Sicht sogar geboten.

Problematisch wird es, wenn Experimente mit Krankheitserregern in die Kategorie „dual-use research of concern“ (DURC) bzw. „sicherheitsrelevante Forschung“ fallen – Forschungen also, die bei aller legitimen Absicht erhebliche Sicherheitsrisiken bergen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn bei Erregern von Infektionskrankheiten durch Genmanipulation zusätzliche gefährliche Eigenschaften hinzugefügt oder vorhandene verstärkt werden („Gain of Function“-Forschungen). Meist geschieht dies in vorbeugender Absicht, um etwa Gegenmittel zu entwickeln, relevante natürliche Mutationen frühzeitig zu erkennen oder die krankmachenden Mechanismen besser zu verstehen. Bei einem versehentlichen Entweichen oder absichtlichen Ausbringen eines solchen Erregers bestünde aber ein erhebliches Gesundheitsrisiko, wenn dadurch eine Epidemie ausgelöst würde. Weltweit gab es bereits einige Zwischenfälle in biologischen Hochsicherheitslabors, die zum Glück keine größeren Infektionswellen zur Folge hatten. Auch lokale SARS-Ausbrüche in China 2004 waren auf Laborunfälle zurückzuführen. Die unmittelbare Nähe zweier Forschungslabore zum angenommenen Ursprungsort des SARS-CoV-2-Ausbruchs in China, dem Huanan seafood market in Wuhan, beförderten Vermutungen, es könne sich auch hier um einen Laborunfall gehandelt haben. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine internationale Untersuchung des Ursprungs der Pandemie fordern. Eine Studie, die das Genom des Virus auf sein Entstehen untersuchte, ergab allerdings, dass SARS-CoV-2 nicht in einem Labor bearbeitet wurde. Viele Forscherinnen und Forscher gehen vielmehr von einer natürlichen Mutation aus.

Den Vorwürfen begegnen: Internationale Untersuchung und größere Transparenz im BWÜ

Sollten sich aus den bisher eher sporadischen Anschuldigungen eines Biowaffeneinsatzes ernstere internationale Spannungen ergeben, könnte eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe möglicherweise die nötige Klarheit bringen. Der VN-Generalsekretär verfügt seit den 1980er Jahren über einen Untersuchungsmechanismus für vermutete Bio- und Chemiewaffeneinsätze, der zuletzt 2013 in Syrien angewendet wurde und theoretisch auch in diesem Fall aktiviert werden könnte. Aktuell ist dies jedoch kein sehr wahrscheinliches Szenario – zu schwach ist die sachliche Grundlage der Anschuldigungen, und zu sehr stehen andere Aspekte der Corona-Krise im Vordergrund.

Dass Vorwürfe eines Biowaffenbezugs nicht entschiedener entkräftet werden können, ist auch das Resultat einer Krise der multilateralen Biowaffenkontrolle: Die Weiterentwicklung des BWÜ stagniert seit Jahren, die politischen Gräben sind tief und die bestehenden Defizite konnten nicht beseitigt werden. Dazu zählen reformbedürftige Transparenzmaßnahmen und Konsultationsprozeduren sowie das Fehlen eines Verifikationssystems, aber auch die fehlende Möglichkeit, wissenschaftliche und technologische Entwicklungen systematisch auf ihre Relevanz für das BWÜ zu screenen. Um falschen Anschuldigungen wie aktuell bezüglich SARS-CoV-2 den Boden zu entziehen und Unsicherheiten auszuräumen, müssten die Vertragsstaaten mehr Transparenz in ihre (erlaubten) Bioabwehrforschungen, auch die militärischen, bringen. Dazu könnten z.B. die Vertrauensbildenden Maßnahmen des BWÜ inhaltlich und prozedural reformiert und verbindlicher gemacht werden. Die BWÜ-Mitglieder müssten außerdem innovative Verifikationsmaßnahmen vereinbaren, die für heutige Gegebenheiten und Anforderungen adäquat sind. Dies könnte in ähnlichen Situationen den Raum für Spekulationen und Verdächtigungen verkleinern und auch das Risiko einer biologischen Rüstungsspirale eindämmen. Eine Chance für entsprechende Reformen böte sich 2021 bei der 8. Überprüfungskonferenz des BWÜ. Bisher scheiterten entsprechende Vorstöße immer an den weit auseinanderklaffenden Positionen zentraler Akteure, und auch jetzt dürfte übergroßer Optimismus fehl am Platz sein. Doch vielleicht sind durch die Erfahrungen dieser Krise immerhin erste Fortschritte möglich.

Freisetzungsrisiken minimieren: Dialog Gesundheit-Sicherheit und Biosecurity Summit

Schließlich tritt das Spannungsfeld der sicherheitsrelevanten Forschung durch die aktuelle Pandemie besonders deutlich zutage. Obwohl der Höhepunkt der Pandemie wohl noch nicht erreicht ist, wird klar, wie berechtigt die Mahnungen von Expertinnen und Experten waren, die globale Gesundheitsvorsorge und Pandemieprävention zu stärken. Forschungen zur Verhütung und Eindämmung von Infektionskrankheiten spielen hier eine wichtige Rolle. Gleichzeitig zeigt sich eindrücklich, welch katastrophalen Folgen es haben könnte, sollte ein Erreger mit Pandemiepotenzial im Rahmen solcher Forschungen versehentlich oder in krimineller Absicht freigesetzt werden. Das Problem ist schon lange bekannt: Bereits 2001 alarmierte ein Experiment mit dem Mäusepocken-Erreger die Fachwelt, in dem versehentlich der Impfschutz der Mäuse gegen diesen mit dem menschlichen Pockenvirus verwandten Erreger praktisch außer Kraft gesetzt wurde. Spätestens seit dem Bekanntwerden von Gain-of-Function-Forschungen an einem Grippevirus (H5N1) im Jahr 2011 wird das Thema sowohl in Gesundheits- als auch in Sicherheitskreisen intensiv diskutiert.

Gerade vor dem Hintergrund der realen Pandemie-Erfahrung und unabhängig von ihrem tatsächlichen Ursprung sollte der Dialog zwischen diesen Communities intensiviert werden. Idealerweise sollte dies in einen breiteren politischen Dialog über Biosicherheit eingebettet sein. Bisher gibt es weder international einheitliche Standards dafür, auf welchen Sicherheitsstufen Laboratorien mit hochpathogen Krankheitserregern arbeiten, noch allgemeingültige Definitionen und Kriterien für sicherheitsrelevante Forschung und den Umgang damit. Auch fehlen internationale Mechanismen – über die epidemiologischen Untersuchungen der WHO hinaus – zum Umgang mit der Frage, ob ein Krankheitsausbruch mit internationalen Folgen auf einen Laborunfall oder eine natürliche Ursache zurückzuführen ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Diese und weitere Fragen müssten dringend pragmatisch, zielorientiert und interdisziplinär bearbeitet werden. Auch in diesem Bereich gilt, dass mit verbindlicheren Regelungen und größerer Transparenz vielen Versuchen der Desinformation, wie wir sie auch heute sehen, die Grundlage entzogen werden könnte.

Im Rahmen des BWÜ wird das Thema Biosicherheit – im Sinne des Schutzes von Laboratorien vor Unfällen und unbefugtem Zugriff – schon seit vielen Jahren diskutiert, ohne dass allerdings konkrete verbindliche Ergebnisse produziert wurden. Es wäre nun an der Zeit, den Austausch in einem eigens dafür angelegten Forum weiterzuführen. Schon 2002 schlug Jonathan Tucker vor, eine „Biosecurity Convention auszuhandeln, die internationale Standards setzen und den physischen Schutz von Laboratorien gewährleisten sollte. Im Jahr 2014 sahen Tatyana Novossiolova und Malcolm Dando in der „Asilomar-Konferenz“ von 1975 zu Risiken, sozialen und ethischen Implikationen der Gentechnik ein Modell für Diskussionen darüber, wie heute effektive Pandemieprävention mit höchsten Sicherheitsstandards zu vereinbaren wäre. Filippa Lentzos propagierte 2018 die Idee für einen high-level summit on science and security“, bei dem sich Regierungsvertreterinnen und -vertreter auf die verantwortungsvolle Nutzung von Wissenschaft und Technologie verpflichten sollten und ein Expertennetzwerk zu „science security“ auf den Weg bringen könnten. Ein breiter angelegter „Biosicherheits-Gipfel“ („Biosecurity Summit“) könnte – in Anlehnung an die Nuclear Security Summitsdem Thema zunächst größere und fokussierte Aufmerksamkeit verschaffen. Dort könnten auf höchster politischer Ebene Risikoeinschätzungen ausgetauscht werden. Zudem könnten konkrete Schritte angestoßen werden zur Verbesserung der biologischen Sicherheit weltweit, zur Vereinheitlichung von Regeln, Standards und Definitionen und somit zur Verhütung künftiger biologischer Katastrophen – wie die aktuelle Covid-19-Pandemie eine ist.

Diese Pandemie stellt zunächst eine gesundheitspolitische Herausforderung dar. Sie wirkt als Krise aber in die unterschiedlichsten Bereiche hinein und lässt auch die biologische Rüstungskontrolle und Biosicherheit nicht unberührt. Die Probleme, die die Pandemie hier offenlegt, sind bekannt. Ebenso bekannt sind die politischen Differenzen, die bisher einer Lösung dieser Probleme im Wege standen. Gleichzeitig zeigt die Covid-19-Pandemie schon jetzt, dass Foren multilateraler Zusammenarbeit dringender denn je benötigt werden. Mit der 8. BWÜ-Überprüfungskonferenz 2021 steht für die biologische Rüstungskontrolle bereits eins zur Verfügung; für den Bereich Biosicherheit könnte ein Biosecurity Summit ein weiteres Forum sein. Zwar dürften viele politische Differenzen auch nach der Pandemie weiterbestehen. Aber vielleicht trägt die reale Krisenerfahrung dazu bei, dass die eine oder andere Baustelle – Transparenz und Verifikation im BWÜ; international harmonisierte Standards, Definitionen und Untersuchungsmöglichkeiten in der Biosicherheit – in einem solchen Rahmen pragmatischer, ergebnisorientierter und effizienter als bisher bearbeitet werden kann.

Una Jakob

Una Jakob

Una Jakob ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der HSFK im Programmbereich Internationale Sicherheit. Zu ihren Forschungschwerpunkten zählen die Nichtverbreitung und Abrüstung biologischer und chemischer Waffen.

Una Jakob

Una Jakob ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der HSFK im Programmbereich Internationale Sicherheit. Zu ihren Forschungschwerpunkten zählen die Nichtverbreitung und Abrüstung biologischer und chemischer Waffen.

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